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Engagement

Dr. Elke Mascher berichtet in Detmold über ihre Arbeit in den Bergen Nepals

Detmold. Mit der Kraft der Bilder nahm Dr. Elke Mascher etwa 60 Gäste im Gemeindehaus am Markt auf eine Reise nach Nepal mit. Die Ärztin im Ruhestand engagiert sich seit Jahren für eine Klinik in den unwegsamen Bergen Nepals. Als Rednerin eingeladen hatte sie das ehrenamtliche Team des Eine-Welt-Ladens Alavanyo und der Lippische Freundeskreis der Gossner Mission. Für ihr Engagement erhielt Dr. Elke Mascher 2022 das Bundesverdienstkreuz und 2018 das Ehrenherz.

„Motiviert von Berichten über die Arbeit Albert Schweitzers im afrikanischen Dschungelspital Lambarene, hegte Dr. Elke Mascher bereits in der Jugend den Traum, als Ärztin in der Entwicklungshilfe zu arbeiten“, schreibt das Landeskirchenamt in einer Pressemitteilung. Nach ihrer Pensionierung als Landärztin in Filderstadt bei Stuttgart ging er in Erfüllung.

Krankenhaus für 70.000 Menschen

Im Auftrag der Gossner Mission fliege sie regelmäßig nach Nepal, um Menschen mit ihren medizinischen Kenntnissen zu helfen. „Sie arbeitet jährlich mehrere Wochen im kleinen Bergkrankenhaus Chaurjahari im dünn besiedelten und unwegsamen Hochland in der am schlechtesten ärztlich versorgten Provinz Nepals.“ Das Krankenhaus sei 1990 von amerikanischen Missionaren erbaut worden und sei inzwischen von ursprünglich 25 Betten auf 130 Betten gewachsen und für die medizinische Versorgung von 70.000 Menschen zuständig.

„Die Menschen, die dort leben, müssen lange Wege – auch zum Erreichen des Krankenhauses - in Kauf nehmen. Ausgebaute Straßen gibt es kaum. Landwirtschaft ist Frauenarbeit und alle Feldarbeit Handarbeit. Die Menschen leben von dem, was sie auf den Feldern anbauen. Der Klimawandel setzt Nepal zu“, heißt es weiter.

Kleidersets für Kinder

Einem Erdbeben im November 2023 seien viele Menschen zum Opfer gefallen. Elke Mascher habe anschaulich die Armut der Menschen in Chaurjahari beschrieben, die kein sauberes Trinkwasser und keine warme Kleidung hätten. Wasser sei sehr kostbar und werde kaum für die Körperpflege verwendet. „Als sie sah, wie Neugeborene in schmutzige Filzdecken gewickelt wurden, fuhr sie zum nächsten Markt, kaufte weichen Baumwollstoff und entwarf ein einfaches Kleidungsset für Neugeborene.“ Die Kleinen sollten nicht weiter unter Hautreizungen und Infektionen leiden. „Mit Hilfe von Spenden habe ich es geschafft, dass jedes Neugeborene ein Kleiderset bekommt, das vor Ort genäht wird“, habe sie berichtet.

In Deutschland wirbt die Ärztin um Spenden für die „Dr. Elke Mascher Asha Foundation“, die die Ausbildung von Töchtern armer nepalesischer Familien zu Krankenschwestern fördert. „Asha heißt Hoffnung“, sage sie. Auch der Eine-Welt-Laden Alavanyo in Detmold spende regelmäßig über die Gossner Mission für die Arbeit in Chaurjahari Geld, das durch den Verkauf fair gehandelter Produkte erwirtschaftet wird. Am Abend überreichte der Vorstand des Ladens einen Scheck in Höhe von 5000 Euro zur Unterstützung des Bergkrankenhauses.

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