Detmold. Die Ratsfraktion der Grünen hat sich nach eigenen Angaben intensiv mit den Planungen für das „Hornsche Tor“ auseinandergesetzt und sich im vergangenen Jahr gegen die Planungen ausgesprochen. Trotz grundsätzlicher Einwände wollen sie sich aber in die Aufstellung des Bebauungsplans aktiv einbringen. Fraktionssprecherin Dr. Birgit Meyer-Ehlert: „Dieses Quartier ist ein wichtiger Baustein in der Stadt-Struktur. Seine Gestaltung wird das Gesicht Detmolds für Jahrzehnte prägen. Deshalb erwarten wir für die Entwicklung dieses Filetstücks am Eingang der Innenstadt eine Planung, die mehr bietet als die bisher vorgelegte.“ Und zwar vor allem im Hinblick auf die Art der Nutzung, „also nicht nur Supermarkt und oben drauf ein Low-Budget-Hotel“, die gestalterische und architektonische Qualität sowie die Begrünung und Bäume. Die Grünen befürchten, dass die Nachfrage nach zusätzlichen Einzelhandelsflächen schwach bleibt und mittelfristig weiter sinken wird. Einzelhandel werde demnach kein Frequenzbringer für die Lange Straße werden. Weitaus zukunftsträchtiger sei die Schaffung von zeitgemäßem Wohnraum, der in unmittelbarer Kernstadtnähe stark nachgefragt sei, sinnvollerweise ergänzt durch flankierende Einrichtungen wie Kitas. Es zeichne sich zudem keine „Planung aus einem Guss“ ab, da zunächst nur ein Drittel der Fläche überplant werde. Architekt Frank Harmann (Grüne) befürchtet, „dass die Aufteilung in Teilgebiete und vor allem die zeitlich stark versetzte planerische Umsetzung zu keiner klaren städtebaulichen Linie führt“. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels fordert die Fraktion, mehr Grünflächen und mehr Dach- und Fassadenbegrünung vorzusehen. Durch Regenwassermanagement solle die ebenfalls zunehmende Schwankung von Niederschlägen abgemildert werden. Auch aus diesen Gründen hätten die Grünen auch den Vertrag mit einem Investor nicht mitgetragen. Mitentscheidend dafür sei die vertragliche Verpflichtung der Stadt gewesen, Parkplätze für Hotel und Supermarkt auf eigene Kosten zu bauen. „Die damit verbundene millionenschwere Belastung von rund 9 Millionen Euro ist für die Stadt angesichts des ohnehin stark strapazierten Haushalts nicht tragbar“, geben die Grünen zu bedenken.