Detmold. Eigentlich sollten die Bauarbeiten für den neuen Kreisverkehr an der Kreuzung Hermannstraße/Elisabethstraße in Kürze beginnen. Doch daraus wird nichts: Die Stadt Detmold hat bislang keine finale Zusage über Fördermittel durch die Bezirksregierung erhalten. Sie verschiebt daher das Bauvorhaben, da mit einem vorzeitigen Baubeginn Fördermöglichkeiten erlöschen könnten. Neuer Starttermin: Frühjahr 2026. Der Umbau des unübersichtlichen Knotenpunkts ist Teil der Veloroute West und ist bereits seit einiger Zeit beschlossene Sache. Mit dem neuen Kreisverkehr will die Stadt vor allem die Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger verbessern. Laut Verwaltung kommt es dort häufig zu Konflikten zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern. Die Kreuzung sei unübersichtlich, zu breit und animiere zum Schnellfahren. Auch parkende Autos erschwerten den Verkehrsfluss, insbesondere für Busse. Offiziell wird die Kreuzung daher von der Stadt als „potenziell unfallträchtig“ eingestuft. Die Polizei wertet den Bereich dagegen nicht als Unfallhäufungsstelle. Café-Betreiber: „Wissen nicht, was auf uns zukommt“ Trotz dieser unterschiedlichen Bewertungen steht das Vorhaben. Vorgesehen ist ein Kreisverkehr mit 17 Metern Außendurchmesser und überfahrbarer Mittelinsel. Ein zusätzlicher Ast für den Radverkehr Richtung Kaiser-Wilhelm-Park soll die Verkehrsführung vereinfachen. Fußgängerüberwege an allen Zufahrten und barrierefreie Gehwege sollen die Sicherheit erhöhen. Für die Detmolder Stadtbusse wird zudem eine neue Ampel installiert, die von den Fahrern kurzzeitig aktiviert werden kann, um die Kreuzung für Busse freizuhalten. Die Stadt beziffert die Gesamtkosten auf rund 476.000 Euro. Davon entfallen etwa 156.000 Euro auf den Rad- und Fußverkehrsanteil, für den die Fördermittel beantragt wurden. Besonders betroffen von der Maßnahme sind die direkten Anlieger der Kreuzung. Frank Hilgenstöhler, Inhaber des Café Burre an der betroffenen Ecke, äußert sich zu der Verschiebung des Bauvorhabens: „Wir wissen noch gar nicht so recht, was mit der Baustelle alles auf uns zukommt.“ Die Änderung des Starttermins nahm er gelassen zur Kenntnis. „Weniger Kundenfrequenz wird es auf jeden Fall geben, weil die Gäste nicht mehr so nah an unser Geschäft heranfahren können. Wie viel weniger es tatsächlich sein wird, sehen wir erst, wenn die Bauarbeiten gestartet sind. Jetzt haben wir aber erst einmal noch ein Jahr Ruhe.“ Bei einem Info-Abend im Café, den die Stadt für Anwohner veranstaltete, hatten vor einigen Wochen rund 15 Personen teilgenommen. Hilgenstöhler erinnert sich: „Fast jeder der Anwesenden konnte die Bauarbeiten nicht so recht nachvollziehen, einen Gefahrenhotspot an der Stelle sehen die Leute jedenfalls nicht.“ Den Vorteil für die Busse sieht er hingegen ein: „Durch die neue Ampel können sie dann ungestört über die Kreuzung fahren.“