Detmold. Mailorder, Billigkleidung: Es gibt immer mehr Alttextilien, aber auch einen immer schwieriger werdenden Markt dafür. Neben anderen Anbietern hatte die Firma Humana in Detmold 20 Altkleidercontainer. Die hat sie jetzt abgebaut. Wohin also mit den Altkleidern? Nach wie vor gibt es die Annahmestellen und Container des DRK und die übrigen bekannten Annahmestellen. 20 Container weniger, das sind schon eine Menge – aber allein in Sachsen-Anhalt hat Humana zum Beispiel 200 Container abgebaut. Letztes Jahr hatte zudem der größte deutsche Altkleider-Sortierbetrieb Insolvenz angemeldet. Auch karitative Organisationen bauen bundesweit Container ab. Thomas Ahlmann von Fairwertung, dem Dachverband der karitativen Sammler, befürchtete gegenüber der Tagesschau den Kollaps des Systems: „Die Mengen sind in den letzten Jahren immer weiter angestiegen, leider aber auch der Anteil der minderwertigen Textilien. Wenn sich das so weiterentwickelt, dann ist zu befürchten, dass wir in ein, zwei Jahren diese Infrastruktur in Deutschland nicht mehr haben.“ Die bundesweite Entwicklung trifft auch Lippe und Detmold. Der Ausschuss für Städtische Betriebe und Ordnung hat sich mit dem Thema befasst und erfahren: Was den Abbau der 20 Humana-Container angeht, arbeite die Verwaltung der Abfallwirtschaft an einer Lösung, um an den fehlenden Standorten wieder Altkleidercontainer vorzuhalten oder praktikable Alternativen zu finden. Auch der Kreis arbeitet an Lösungen, sogar an einem Konzept. „Zur Unterstützung der privaten Altkleidersammlungen verzichtet die Stadt Detmold - bis auf Weiteres - auf die Erhebung von Sondernutzungsgebühren“, heißt es von der Stadt. Denn grundsätzlich ist es so: Seit 1. Januar 2025 sind die Städte, Gemeinde und Kreise als öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger verpflichtet, die getrennte Sammlung und Verwertung von Alttextilien sicherzustellen und Annahmestellen zu garantieren. Über das „Wie“ muss sie selbst entscheiden. Die Stadt Detmold ist für die Einsammlung und der Kreis Lippe für die Verwertung zuständig. In Detmold gibt es als kommunale Abgabestellen den Recyclinghof Hellsiek auf der Deponie Hellsiek und der Recyclinghof der AGA. Die AGA holt auch - in Verbindung mit einer Sperrmüllanmeldung - Altkleider bei den privaten Haushalten ab. Für das Aufstellen von gewerblichen und gemeinnützigen Altkleider- und Schuhcontainern stellt die Stadt Detmold zudem öffentliche Verkehrsflächen zur Verfügung, die von verschiedenen Anbietern betrieben werden. „Bereits im vergangenen Jahr“, konstatiert die Verwaltung, „hat sich der Markt für Altkleider enorm verschlechtert.“ Die Unternehmen würden mit einer ständig anwachsenden Kleiderflut und starker Vermüllung der Altkleidercontainer kämpfen, die unter aktuellen Bedingungen nicht mehr kostendeckend bewältigt werden könne. Experten sagen bereits: Ohne Geld vom Konsumenten oder die Verkäufer werde es künftig wohl nicht mehr gehen. Die Ursachen der Krise auf dem Alttextilmarkt seien vielfältig, so die Verwaltung weiter, beruhten jedoch im Wesentlichen auf einem globalen Rückgang des Absatzes tragbarer Kleidung, da häufig unbrauchbare Kleidung in die Altkleidercontainer eingeworfen wird. „In die Altkleidercontainer darf nur brauchbare, tragbare Kleidung eingeworfen werden, die der Wiederverwertung zugeführt werden kann“, erklärt die Stadt. Verschmutzte, verschlissene oder kaputte Kleidung sei in der Restmüll-Tonne zu entsorgen - und nur die.