Kreis Lippe. Sie sind dabei, wenn der Landesverband den 150. Geburtstag des Hermannsdenkmals groß feiert oder wollen beim Grillen oder vor der Bühne mit ein bisschen Insiderwissen glänzen, um mit anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen? Dann merken Sie sich diese Fakten – ein perfekter Mix aus Zahlen, Daten, Anekdoten und Alltagswissen rund um das Denkmal und die große Jubiläumsfeier. 1. Hermann ist ein Riese – sogar auf der Nase Mit Sockel misst das Hermannsdenkmal stolze 53,46 Meter. Die Statue allein ist 26,57 Meter hoch – seine Nase soll übrigens nach gängigen Angaben 1,30 Meter messen. Wer da Vergleiche ziehen will, bitteschön... Manchmal sind die derben Witze ja die besten Eisbrecher ... 2. Hermanns Schwert ist ein Schwergewicht Das Schwert in seiner rechten Hand ist 7 Meter lang und wiegt 550 Kilogramm – damit könnte man problemlos ein Auto zerlegen. Noch ein paar Vergleiche gefällig? 550 Kilo, das entspricht einem kleinen Bagger, einem mittelgroßen Flügel, ungefähr einem Renault Twizy oder einer mittelgroßen Milchkuh. 3. Der Sockel ist älter als viele denken Fertiggestellt wurde der riesige Sockel bereits 1846, also knapp 30 Jahre vor der eigentlichen Einweihung der Statue am 16. August 1875. Sprüche wie „Da kommen wir alle wohl ein bisschen zu spät zur Party" oder „Eigentlich müssten wir ja 180 Jahre Hermannsdenkmal feiern" könnten Dir einen intellektuellen Anschein geben oder eben dein Image als „Klugscheißer" zementieren. Wie es dir beliebt. 4. 250 Stufen bis zur Aussicht Wer ganz nach oben will, muss sportlich sein: Allein 70 Stufen sind es auf der Wendeltreppe im Inneren bis zur Aussichtsplattform. Wenn man die Stufen unterhalb noch mitzählt, dann hat man schon ein kleines Workout geschafft. Es es lohnt sich: Der Blick übers Lipperland - nahezu einmalig. 5. Inschrift mit Latein und Geschichte Wenn jemand fragt: „Was steht da auf dem Schwert?" - dann ist deine Zeit gekommen und du kannst mit deinem Wissen glänzen. Der Spruch auf dem Schwert lautet: „Deutsche Einigkeit – meine Stärke / Meine Stärke – Deutschlands Macht" und auf dem Schild steht das Wort „Treufest". Im Kaiserreich war treufest ein beliebter Ausdruck in Reden, Inschriften und Militärsprache und steht für Loyalität und Verlässlichkeit. 6. Worauf steht der Hermann? Nun, vermutlich auf seine Thusnelda - aber die Figur selbst steht auf dem römischen Legionsadler und dem Liktorenbündel, die Figur zerquetscht also nicht nur das militärische Rom (Legionsadler/Aquila), sondern auch die römische Staatsführung. Beides also die Insignien der Macht des Römischen Reiches. Das Liktorenbündel wird im Lateinischen „Fasces" genannt. Daraus leitet sich übrigens auch das Wort heutige Faschisten ab, das Italienische „fascio" bedeutet „Bund, Bündel". 7. Hermann hieß anders „Wer ist eigentlich dieser Hermann?" Nun, die historische Figur eben nicht. Denn die trug den römischen Namen „Arminius" und war ein Fürstensohn aus dem Stamm der Cherusker. Der Name „Hermann" wurde Arminius erst im 16. Jahrhundert im Zuge des Nationalbewusstseins gegeben. Wie Arminius’ germanischer Name lautete, darüber gibt es bisher keinerlei Aufzeichnungen. 8. Zwischen Picknick und Preußenpathos Zur Eröffnung 1875 kamen über 20.000 Besucher, ob es 2025 wohl auch so viele werden? Ein „das werden wir heute doch wohl locker toppen können" und schon ist man im Gespräch mit anderen. Hoffentlich spielt auch das Wetter mit, sonst könnte es schwer werden ... 9. Der Hermann ist beliebt 2024 strömten eine halbe Million Menschen zum Hermannsdenkmal. 2025 dürften es durch das Jubiläumsjahr und zahlreiche Events deutlich mehr sein. Ein guter Ansporn... 10. Zeitkapsel am Denkmal – für die Zukunft Die LZ vergräbt mit Unterstützung des Landesverbandes eine Zeitkapsel am Hermannsdenkmal, die in 100 Jahren wiederentdeckt werden soll. Mit dabei: ein Gedicht, ein Blechschild, LZ-Ausgaben gedruckt und digital, Bücher, der Bügel einer Bierflasche, eine Schneekugel und vieles mehr. Schon bald soll sie auf dem Denkmalgelände vergraben werden. 11. Hermann kann was erzählen – mit oder ohne Kopf Wusstet ihr, dass die Figur des Hermanns beim Bau zweigeteilt war? Kopf und Körper wurden getrennt gefertigt und dann montiert – heute hält er den Blick stolz gen Westen. 12. Wer fällt wohl heute aus dem Nasenloch? Nein, auch 150 Jahre später ist es nicht möglich, aus dem Nasenloch der Hermann-Figur zu fallen. Das Gerücht hält sich zwar hartnäckig, insbesondere Eltern scheinen die Mahnung an ihre kleinen Kinder weiterzugeben, aber die Nasenlöcher sind so klein, dass man gerade so rausgucken kann. Jetzt sind Sie hoffentlich bestens vorbereitet für jeden Hermann-Schnack – ob beim Picknick im Schatten des Denkmals oder beim Bier an der Bühne. Happy Birthday, Hermann! 🎉 Hermann für die Ohren Noch nicht genug vom Hermann? Hören Sie doch einmal in unseren Podcast „Mythos Arminius" rein. In fünf Folgen geht es darin um die Geschichte des Denkmals und viel Wissenswertes rund um den Grünen Recken. Alle Folgen gibt es unter LZ.de/podcast und überall da, wo es Podcasts gibt.