Detmold. Ab Mitte August tauchen normalerweise Plakate und Flyer im Detmolder Stadtbild auf, die den Kunstmarkt und die Detmolder Kunsttage bewerben - aber nicht in diesem Jahr. Der Schlossplatz ist noch immer Baustelle, sodass der Kunstmarkt dort nicht stattfinden kann. Letztes Jahr wurde deswegen auch ins Landesmuseum ausgewichen. Doch das geht dieses Jahr nicht. Die gute Nachricht: 2026 werden, so der jetzige Stand, sowohl die Kunsttage in der Stadthalle wie auch der Kunstmarkt mit Rahmenprogramm, Bühne und Musik im dann neu gestalteten Schlosspark ab dem zweiten Septemberwochenende stattfinden. Doch für dieses Jahr gab es laut Anja Kleinsorge vom Vorstand des veranstaltenden Kunstmarkt-Vereins keine anderen Optionen. „Der Verein hat verschiedene Alternativen geprüft“, schildert sie, „die jedoch alle nicht zufriedenstellend erschienen oder nur unter einem zu hohen Aufwand umsetzbar gewesen wären. Darum hatten wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, die ganze Veranstaltung 2025 ausfallen zu lassen.“ Baustelle und Hermann Der Kunsthandwerkermarkt mit seinem großen Musikprogramm zieht Mitte September normalerweise zig Tausende Menschen in den Schlosspark. Auch die Stadthalle ist bei den Kunsttagen mit stets mehreren Ausstellenden immer gut gefüllt. Die gesamte Veranstaltung wird von einem kleinen, ehrenamtlich arbeitenden Team organisiert und durchgeführt. Die Stadt Detmold fördert das Event zwar, ist aber nicht der Veranstalter. Und klar war schon früh vergangenes Jahr, dass der Kunstmarkt wegen der Großbaustelle auf dem Schlossplatz an einen anderen Ort ausweichen muss. „2024“, so Anja Kleinsorge, „durften wir als Gast im Lippischen Landesmuseum die Ausstellungsräume für drei Wochen nutzen. Dort wurden wir und unsere Künstler herzlich willkommen geheißen und kräftig unterstützt von Dr. Michael Zelle und dem Museumsteam.“ Zudem war es ein besonderes Datum für den Verein, der sein 50. Gründungsjahr feierte. „Die Ameide bot ein traumhaftes Ambiente für den Kunstmarkt und das Bühnenprogramm“, resümiert Anja Kleinsorge. „Bei bestem Sommerwetter hatten wir und die Besucher ein insgesamt unvergessliches Wochenende.“ Das kam auch bei den Besuchern und Beschickern sehr gut an, die sich zudem über mehr Laufkundschaft freuten. Markt und Ausstellung bilden Einheit Geprüft hatte der Kunstmarktverein die Idee, auch in diesem Jahr auf den Standort an der Ameide und im Museum auszuweichen. „Das war in diesem Jahr leider nicht möglich: Das Museum steht ganz im Zeichen des Hermann-Jubiläums“, beschreibt Anja Kleinsorge die Problematik. Daher war es nicht möglich, die Kunsttage mit Ausstellungen wiederum dort stattfinden zu lassen. Den Kunsthandwerkermarkt mitsamt Bühnenprogramm solo und ohne Ausstellung zu veranstalten, fiel ebenfalls aus, denn die Kunst ist essenziell für das Konzept der Veranstaltung, die aus der Idee geboren wurde, dass einerseits jeder Kunstschaffende jeder Art die Möglichkeit haben soll, sie zu präsentieren. Andererseits wurde das Event 1983 von eher künstlerisch orientierten Arbeiten in der Stadthalle und dem Kunsthandwerk zugeordneten Arbeiten im Park voneinander getrennt. Ziel war dennoch immer, Besucher, die sonst wenig Kontakt zu zeitgenössischer Kunst haben, in Kontakt mit moderner Kunst zu bringen. Und ohne Kunst würde dieses Ziel flachfallen.„Ausstellung und Markt gehören für uns unbedingt zusammen“, erklärt Anja Kleinsorge. „Im Zentrum sollen Ausstellung und Musikprogramm stehen, der Markt bildet den Rahmen. So steht es in der Vereinssatzung, darauf basiert auch die Förderung: auf der Unterstützung des Kulturgeschehens in Detmold“. Letztendlich seien aber beide Elemente – Markt und Ausstellung - unverzichtbar.