Detmold. Die Hochschule für Musik Detmold trauert um den ehemaligen Gesangsprofessor Helmut Kretschmar, der im Alter von 98 Jahren bei Hamburg verstorben ist.
„Mit ihm verliert die Hochschule eine prägende Persönlichkeit der Nachkriegszeit, einen bedeutenden Lied- und Oratoriensänger sowie einen hochgeschätzten Gesangspädagogen“, scheibt die Hochschule in einem Nachruf.
Das HfM-Profil entscheidend mitgeprägt
Helmut Kretschmar, der auch Gründungspräsident des Bundesverbands Deutscher Gesangspädagogen war, zählte zu jener Professorengeneration, die in den 1960er-Jahren das Profil der HfM Detmold entscheidend mitgeprägt hätten. „Ausgangsbasis seines Unterrichts war immer die Musik. Er legte eine große Ernsthaftigkeit in der Ausdeutung von Text und Musik an den Tag – innerlich hat er immer mitgesungen“, erinnert sich Prof. Peter Kreutz, Dozent im Fach Liedgestaltung, der auf besondere Weise von Kretschmar geprägt wurde.
„Als Sänger machte sich der Tenor insbesondere als Bach-Interpret einen internationalen Namen. Er brillierte auch in den Oratorien Händels, Mendelssohns und Haydns sowie Liedern von Schubert, Schumann, Wolf und Debussy“, heißt es weiter.
Eine künstlerische und persönliche Einheit bildete Helmut Kretschmar mit seiner Frau, der Pianistin Renate Kretschmar-Fischer, die 2016 verstorben ist.
Mit Helmut Kretschmar verliert die Hochschule nicht nur einen herausragenden Musiker und Pädagogen, sondern auch einen Menschen, der mit großer Hingabe, innerer Musikalität und menschlicher Wärme wirkte. Sein Wirken und sein Geist werden an der Hochschule und in seinen Schülerinnen und Schülern fortleben.