Dörentrup-Schwelentrup. Der Kleinkaliber-Schießsportverein (KKSV) Schwelentrup ist laut eigenen Angaben einer von ganz wenigen Vereinen in Lippe und im Umkreis, der noch keine elektronische Schießanlage hat. Das gehe zulasten der Wettbewerbsfähigkeit. Daher soll sich dieser Umstand ändern. Weil der Verein, der auch noch Zulauf habe, das Geld für die Anschaffung nicht aus eigenen Mitteln stemmen könne, gewährt die Gemeinde Dörentrup ein zinsfreies Darlehen. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig beschlossen. Das freut die etwa 90 Mitglieder, die nicht nur aus Dörentrup kommen. „Weil in letzter Zeit mehr Mitglieder trainieren, konnten wir sie in die Mannschaften einbinden“, weiß Dominik Kuhn, der seit vergangenem Jahr Vorsitzender des Vereins von 1953 ist. In dieser Saison, die von Oktober bis März andauert, hätten so drei Mannschaften mehr als 2024 gemeldet werden können. Insgesamt gebe es zwei Mannschaften, die freihändig mit dem Luftgewehr schießen und weitere zwei, die aufgelegt damit schießen. Drei Mannschaften schießen mit der Luftpistole und zwei mit dem Kleinkaliber. Eine der Luftpistolen-Mannschaften schieße in der Bezirksliga, alle anderen auf Kreisebene. Viele Vorteile Während der Saison finden einmal im Monat die Rundenwettkämpfe statt - auch in Schwelentrup. „Wir kommen nicht mehr umher, uns eine elektronische Schießanlage installieren zu lassen, um die Qualität des Schießens zu gewährleisten“, argumentiert Klaus-Jürgen Forth, stellvertretender Vorsitzender. Die Vorteile lägen auf der Hand: „Der Schütze kann einfach in der Position stehen bleiben, muss keine Bewegungen zwischen den Schüssen machen und sich somit nicht neu ausrichten“, erläutert Forth. „Außerdem sieht er sofort, wo er getroffen hat auf einem Tablet, weiß so, woran er arbeiten muss. Die Ergebnisse werden automatisch digital gespeichert. Der Schießbetrieb läuft flüssiger“, ergänzt Kuhn. Auf lange Sicht spare der Verein so bares Geld und Lagerplatz: Denn die Seilzuganlage und die Schießscheiben entfallen. Mit der neuen Technik seien auch andere Übungen möglich. Die Schützen müssten nicht nur auf eine klassische Scheibe zielen. „Wir erhoffen uns dadurch noch mehr Zulauf“, sagt Forth. Einbau im kommenden Jahr Doch die Kosten für die neue elektronische Anlage liegen laut erstem Kostenvoranschlag bei rund 19.000 Euro. „Das können wir als kleiner Verein nicht alleine und nicht auf einmal stemmen“, so Forth. Darum seien alle über das zinslose Darlehen dankbar, das die Gemeinde laut Bürgermeister Veldink nicht zum ersten Mal an einen Verein gibt. Dieses soll über die jährliche Ausschüttung des Gemeindesportverbandes Dörentrup an die Mitgliedsvereine und gegebenenfalls Eigenmittel bis spätestens Mitte 2029 getilgt werden. Der Verein selbst will die elektrische Installation von circa 1800 Euro zahlen. „Die Firma war schon einmal da. Es geht um die Verkabelung für die Technik und die Stromanschlüsse“, fügt Kuhn hinzu. Der Einbau soll aber erst erfolgen, wenn die Saison abgeschlossen ist. Hohe Eigeninitiative Der 26-jährige Kuhn ist vor elf Jahren über einen Freund zum Verein gekommen, während der 67-jährige Forth schon seit Ende der 80er im KKSV ist. „Das Schießen und die Konzentration, die man dafür braucht, machen es aus“, findet der stellvertretende Vorsitzende. Kuhn ergänzt: „Dabei bekommt man den Kopf frei.“ Außerdem sind sich beide einig, dass der starke Zusammenhalt im Verein eine entscheidende Rolle spielt. „Jeder denkt mit, wie man den Verein voranbringen kann“, freut sich der Vorsitzende. Das zeige sich auch daran, dass das Vereinshaus zwischendurch immer wieder in Eigenleistung renoviert werde. In diesem Jahr seien beispielsweise die Decken dran gewesen. Neben den Übungsabenden gebe es einmal im Jahr eine Vereinsfahrt über zwei Tage, die die Mitglieder und Freunde schon nach Bremerhaven, Suhl oder Marburg geführt habe. Wer will, könne an einer gemeinsamen Motorradausfahrt oder einem Segeltörn teilnehmen. Es habe schon Ausflüge zum Bogenschießen nach Bega oder zum Fußballgolf in Detmold gegeben. Im Winter gebe es einen Treff mit den Nachbarn, denn das Vereinsheim liegt mitten im Wohngebiet. Und zum Jahresauftakt werde gemeinsam im Forellenhof gespeist. „Man muss den Verein ja auch attraktiv halten“, meint Forth. Wer Interesse hat, kann zum Übungsabend kommen. Weitere Informationen im Internet auf www.kksv-schwelentrup.de