Politik will in Silixen doch eine Windkraftzone

Ursprünglich war das Areal verworfen worden, weil es zu nah an einem Uhu-Brutrevier liegen soll

Tobias Schneider

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Bei Silixen sollen Windkraftanlagen nun doch stehen dürfen. - © Symbolbild
Bei Silixen sollen Windkraftanlagen nun doch stehen dürfen. (© Symbolbild)

Extertal. Bei Silixen soll es nach dem Willen der Politik nun doch eine Windkraftzone geben. Das hat der Ausschuss für Planen, Bauen und Gemeindeentwicklung in seiner Sitzung beschlossen. In geheimer Wahl stimmten acht der insgesamt 13 anwesenden Mitglieder dafür, ein entsprechendes Gebiet im Flächennutzungsplan auszuweisen. Fünf Politiker votierten dagegen. Damit korrigierte der Ausschuss seinen Beschluss vom vergangenen Monat.

Wie berichtet, hatte sich die Unabhängige Wählergemeinschaft Extertal (UWE) für die Fläche bei Silixen stark gemacht. Doch der Planungsausschuss stimmte im Mai mehrheitlich gegen den Vorschlag, eine knapp 14 Hektar große Fläche nördlich des Extertaler Ortsteils zur Konzentrationszone für Windräder zu machen. Wie berichtet, hatte ein Gutachten ergeben, dass das Gebiet zu nah an einem Uhu-Brutrevier liege und die Tiere durch Windräder gefährdet sein könnten.

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Wie geht es jetzt weiter?

Nach Auskunft von Planer Volkmar Dau von der Gemeindeverwaltung ist gestern das förmliche Beteiligungsverfahren zum Flächennutzungsplan gestartet. Im Klartext: Bis zum 22. Juli können die Bürger die Unterlagen inklusive der darin ausgewiesenen Windkraftzonen im Rathaus einsehen und gegebenenfalls eine Stellungnahme abgeben. Auch Behörden wie der Kreis Lippe oder der NRW-Landesbetrieb Straßenbau werden einbezogen. Geht alles nach Plan, könnte der Extertaler Rat bereits im Spätsommer abstimmen. Danach prüft die Bezirksregierung Detmold den Plan.

Zwischenzeitlich wurde laut Verwaltung eine „Korrektur der Interpretation" dieses Gutachtens vorgenommen, so dass das Thema erneut auf die Tagesordnung des Ausschusses kam. Es hätten sich neue Erkenntnisse und rechtliche Bedenken ergeben, heißt es in der Beschlussvorlage. Unter anderem seien die Untersuchungen zu „grobmaschig", als dass hier aus Gründen des Artenschutzes ein Verbot abschließend hätte festgestellt werden können. Zudem könne eine endgültige Bewertung erst beim Vorliegen der genauen Standorte der Windkraftanlagen erfolgen, heißt es weiter.

Zum Auftakt der Sitzung im Rathaus Bösingfeld sprach sich Ausschussvorsitzender Hans-Helmut Senke (SPD) dagegen aus, die Entscheidung vom Mai nachträglich zu kippen. Es sei nun lange genug umfassend über das Thema diskutiert worden, betonte er. „Sollen wir jetzt wieder alles aufdröseln?" FDP-Fraktionschef Christian Sauter warnte vor möglichen Verzögerungen: Eine Aufhebung des Beschlusses gegen Silixen sei wenig effizient. „Wir tun uns keinen Gefallen damit."

Zwischenruf: Ungeschickt

Innerhalb weniger Wochen ist alles anders. Hatten die Politiker im vergangenen Monat noch mehrheitlich gegen eine Windkraftzone für Silixen gestimmt, votierten sie jetzt wieder dafür. Egal, wie man den Ausgang bewerten mag: Die Gründe für die Kehrtwende liegen weitgehend im Dunkeln. Zeitintensive Diskussionen waren der ersten Einigung im Mai vorausgegangen – nur, um diese jetzt über Bord zu werfen. Auch der Umgang mit dem Gutachten stiftet Verwirrung. Erst wird gesagt, dass die Fläche in Silixen zu nah an einem Brutrevier des Uhus liegt. Dann hat dies für die Entscheidung doch keine Bedeutung mehr. Für Außenstehende ist das schwer zu durchschauen. Zur Transparenz von politischen Entscheidungen trägt dies nicht gerade bei.

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