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Künstliche Intelligenz

KI soll bei Lenze in Extertal für reibungslose Abläufe im Hochregallager sorgen

Extertal. Die Firma Lenze hat in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IEM einen KI-basierten Wartungsassistenten für seine Hochregallager entwickelt. Dieser ermögliche die gezielte und effiziente Planung von Reparaturen und Instandhaltung, um ungeplante Stillstände zu vermeiden. Die KI-Lösung könne zukünftig auch von Kunden des Unternehmens eingesetzt werden, schreibt Fraunhofer in einer Pressemitteilung. Die Zusammenarbeit wurde im Rahmen des OWL-Projekts EASY gefördert.

Lenze ermögliche automatisierte Bestückung und Entnahme in Hochregallagern mit bis zu 25.000 Warenbewegungen pro Tag. Der KI-Wartungsassistent basiert auf Machine-Learning-Algorithmen und erkenne kritische Zustände sowie drohende Defekte oder Verschleiß rechtzeitig. Durch die Integration in die bestehende Sensorüberwachung der Antriebsmotoren erfolgt die Informationserfassung kostengünstig.

Fehler beheben

Der Wartungsassistent unterstützt das Team der Wartung und Instandsetzung dabei, Fehler zu beheben, bevor sie überhaupt auftreten, heißt es in der Mitteilung. „So planen wir Reparaturen und Austausche an unseren Maschinen künftig systematisch in laufende Prozesse ein. Das erhöht die Verfügbarkeit unserer Anlagen und damit ihre Wirtschaftlichkeit“, wird Dr. Heiko Stichweh zitiert, Er ist Abteilungsleiter Innovation bei Lenze.

Bei der Entwicklung des KI-Wartungsassistenten habe das Projektteam von der Datenqualität der Lenze-Maschinen profitiert: „Unsere Antriebsdaten haben eine sehr hohe Qualität durch geringes Rauschen bei hochfrequenter und hochauflösender Abtastung. Das erleichtert zielgerichtete Analysen zur Überwachung verschiedener, prozesskritischer Komponenten – auch solcher, die nicht mit dem Motor verbunden sind“, wird Dr. Simon Michalke zitiert. Er ist Innovationsmanager im Dock One, dem digitalen Innovationslabor von Lenze.

Die Herausforderung dabei: Die Verarbeitung dieser großen Datenmengen sei ressourcenintensiv und verbrauche viel Energie. Deshalb habe das Projektteam mit Embedded und Edge Devices bewusst eine Alternative zur Cloud gefunden. „Embedded und Edge Devices“ sind kleine Computer oder Geräte, die in der Nähe von Maschinen arbeiten, um Informationen zu verarbeiten, anstatt sie weit weg an große Server zu schicken. „Die Daten können so bei Bedarf in unmittelbarer Maschinennähe verarbeitet werden. Das verringert Latenzen und erhöht die Datensicherheit“, heißt es in der Mitteilung weiter.

KI soll in Serie gehen

Der KI-Wartungsassistent werde derzeit in Lenze’s Lagerlogistik des Mechatronic Competence Campus in Extertal integriert. Lenze plane den Wartungsassistenten serienmäßig in seine Softwareprodukte zu integrieren – und so für viele Anwendungsfälle in der Automatisierungsbranche verfügbar zu machen. „Durch die Flexibilität der Lösung ist eine Übertragung in weitere antriebstechnische Anwendungen denkbar“, heißt es in der Mitteilung weiter.

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