Kreis Lippe. Der Winter hält sich weiter hartnäckig im Lipperland und bringt immer wieder Schnee und Straßenglätte. Das lässt die Salzvorräte einiger Kommunen schneller schwinden als erwartet. Leopoldshöhe und Extertal etwa brauchen dringend Nachschub. Ein Überblick. Während Leopoldshöhe kaum noch Streusalz hat, blickt Bauhof-Chef Heinz Detering in Bad Salzuflen noch auf ein halb volles Lager. Dieses sei in den 1980er-Jahren noch für andere, härtere Winter gebaut worden und daher für fast 800 Tonnen ausgelegt. Grundsätzlich habe der Deutsche Straßen-Dienst Lieferungen innerhalb von zwei Tagen zugesichert, da auch auf den übergeordneten Bundes-, Landes- und Kreisstraßen viel Salz benötigt werde, könne es bei den Städten und Gemeinden allerdings momentan zu Verzögerungen kommen, die nicht den Lagerbeständen, wohl aber den Speditionskapazitäten geschuldet seien. Salzufler Sole auf die Straße? Sole aus den eigenen Quellen verwendet Bad Salzuflen schon länger nicht mehr. Vor vielen Jahren hatte es damit mal Probleme gegeben, weil diese nur bis wenige Grad Minus funktioniert. So hatte der Winterdienst die Sole in Bad Salzuflen auf die Straßen gebracht, die dann zu einer spiegelglatten Fläche fror. Seit dieser Erfahrung kauft auch Bad Salzuflen Salz ein und mischt selbst. Apropos Mischen: In der Kurstadt fahren die Räum- und Streufahrzeuge mit einer Mischung - auf den Streuteller kommt reines Salz, im Mix mit einer Sole-Lösung, damit das Ganze nicht zu trocken ist und direkt im Graben landet. „So haftet das besser - wir fahren sparsamer und wirksamer“, sagt Bauhof-Chef Heinz Detering, der sein Team dieser Tage um 4 Uhr losschickt. Eine Herausforderung sei momentan die Grippewelle, die auch dem Team des Winterdienstes zusetze. Extertal nahezu blank Extertal mit seinen Höhenlagen ist nahezu blank, was das Streusalz angeht. „Wir hängen mit dem Kreis Lippe gemeinsam am Tropf“, sagt Holger Schmieding mit Blick auf das gemeinsame Salzlager für Kreis- und Gemeindestraßen in Extertal. Für eine Fahrt seien die Fahrzeuge noch beladen worden - „jetzt warten wir auf eine Lieferung, von der niemand weiß, wann die kommt“, sagt Schmieding. Bereits Anfang der Woche sei die Situation abzusehen gewesen. Das Rathaus ging mit der Information, dass der Streudienst daher auf Sparflamme laufe, an die Öffentlichkeit. Tatsächlich sei es so, dass momentan nur geschoben werde - etwa mögliche Schneeverwehungen in den windstarken Höhenlagen -, um für einen möglichen Eisregen noch gewappnet zu sein, erklärt Holger Schmieding die Situation. Momentan wirke aber vielfach auch noch das den Straßen liegende Streusalz. Leopoldshöhe wartet auf 52 Tonnen Salz 52 Tonnen Streusalz hat die Gemeinde Leopoldshöhe nachbestellt. Doch sie erhält – nichts. Die Verwaltung hatte am Donnerstag daher davor gewarnt, dass es in einigen Nebenstraßen in Leopoldshöhe aktuell glatt sein kann. „Wie überall zu lesen ist, gehen die Streusalzvorräte derzeit stark zur Neige. Trotz rechtzeitiger Bestellung wurde Leopoldshöhe bislang nicht beliefert, da zunächst Autobahnen, Bundesstraßen sowie größere Städte priorisiert werden“, teilt die Gemeinde mit. „Wir haben noch begrenzte Mengen Streusalz. Diese setzen wir aktuell gezielt für Hauptverkehrsstraßen und kritische Infrastruktur wie Feuerwehr, Rettungswege und wichtige Knotenpunkte ein. Da weiterhin Glätte angekündigt ist, müssen wir mit den vorhandenen Ressourcen verantwortungsvoll umgehen.“ Reserven in Lage und Detmold Etwa 450 Tonnen Streusalz hält der Bauhof in Lage bei gut gefülltem Lager vor. Pro Streutour würden etwa 15 bis 20 Tonnen Salz verbraucht. Der Nachschub sei aber aktuell kein Problem mehr: „Wir haben Vorrat für einige Tage und bekommen auch zügig etwas nach“, sagte Wolfgang Wehmeier, Chef des Lagenser Bauhofs kürzlich der LZ. In Detmold liegen laut Pressesprecher Thorsten Engelhardt derzeit rund 1000 Tonnen Salz im Lager. Damit werde die Residenz klar kommen, heißt es. Knappheit in Lemgo Auch in Lemgo geht das Streusalz langsam aber sicher zur Neige, wie Marlen Grote von der Stadtverwaltung berichtet. Etwa 100 bis 150 Tonnen seien noch da: eine Menge, angesichts derer der Winterdienst bereits mit angezogener Handbremse fahre. „Wir gehen sparsamer mit dem Streusalz um“, sagt Marlen Grote. Nachschub sei seit geraumer Zeit bestellt, aber weil andere Straßenbaulastträger eine höher Priorität genießen, stelle man sich darauf ein, dass es damit noch dauern könne. „Die Autobahnen gehen nun mal vor“, sagt Grote. Nachlieferungen verzögern sich Der Kreis Lippe komme aktuell noch mit seinem Vorrat aus, der in fünf Salzhallen gelagert werde, heißt es aus der Pressestelle. „Falls die außergewöhnliche Wettersituation, vor allem mit Schnee und überfrierender Nässe, weiter anhält, müssten Streubereiche priorisiert werden.“ Hier setze der Eigenbetrieb Straßen auf Erfahrungswerte. Beim Lieferanten sei zudem bereits nachgeordert worden, aufgrund der jetzt dort aufgelaufen Ordermengen verzögere sich jedoch eine Nachlieferung. „Die Wucht und Länge dieser Wettersituation kommt nicht jedes Jahr vor und stellt ein außerordentliches Ereignis dar.“ Denn auch im Norden Deutschlands, der sonst eher verschont bleibe, falle derzeit viel Schnee an. Der Kreis Lippe habe derzeit 13 Räumfahrzeuge im Einsatz.