Belle feiert einen großen Geburtstag

Kirsten Fuhrmann

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Ulrich Beetschen, Klaus Beckmeier und Rudi Radschun (von links) vom Heimatverein freuen sich auf viele Besucher in Belle. - © Kirsten Fuhrmann
Ulrich Beetschen, Klaus Beckmeier und Rudi Radschun (von links) vom Heimatverein freuen sich auf viele Besucher in Belle. (© Kirsten Fuhrmann)

Horn-Bad Meinberg/Belle. „Das Dorf ist ganz aufgewühlt", sagt Ulrich Beetschen vom Heimatverein. „Alle üben, bereiten etwas vor und freuen sich auf das große Fest am Wochenende." Drei Tage feiern die Beller ab Freitag das 900-jährige Bestehen ihres Ortes.

Das Fest-Wochenende steht unter dem Motto „gestern – heute – morgen" und soll die Entwicklung des Dorfes zeigen. Das Wichtigste: Alle sollen sich einbringen und mitmachen können – die alteingesessenen sowie die neuen Beller. Zu Beginn der Festlichkeiten am Freitag, 10. August, wird nach der Kranzniederlegung um 18 Uhr eine Skulptur auf dem Dorfplatz eingeweiht. Entworfen und erbaut hat sie ein Beller selbst. „Wir wollen mit diesem Denkmal auch Außenstehenden zeigen, was für eine lange Geschichte unser Dorf hat", sagt Rudi Radtschun vom Heimatverein Belle. Nach einer festlichen Rede tritt DJ Adam van Garrel an die Mischpulte, der Startschuss für die Party im Zelt auf dem Festplatz.

Information
Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.900jahrebelle.de.

Der Samstag, 11. August, startet um 11 Uhr mit dem „Dorfaktionstag", bei dem das Motto besonders im Vordergrund stehe. Rund um Landwirtschaft und Handwerk zeigen moderne Aussteller von heute und historische von damals, was sie können und laden zum Mitmachen ein. „Ein Schmied zeigt zum Beispiel, wie früher geschmiedet wurde", sagt Rudi Radtschun. Daneben würde dann vorgeführt, wie man es heute macht. Schafe scheren, Holz hacken, mit der Sense mähen, Körbe flechten: All das können die Besucher ausprobieren. „Da stehen nicht einfach Trecker rum", sagt Ulrich Beetschen.

„Bei uns bewegt sich alles." Auch ein Quad-Parcours, eine Stroh-Hüpfburg und ein Laser-Schießstand warten vor Ort auf die Besucher. Zudem findet am Samstag eine acht Kilometer lange Wanderung rund um Belle statt. Startpunkt ist um 13.30 Uhr auf dem Dorfplatz, direkt neben der frisch eingeweihten Skulptur. An der Fachwerkkapelle vorbei, entlang der „alten Grundschule", durch den „Industriepark Lippe", endet die Tour auf dem Festplatz. Dort gibt es im Festzelt ab 19.30 Uhr Unterhaltung von Bellern für Beller. Das Pastorenpaar aus dem Ort zeige zum Beispiel witzige Sketche. Aber auch Gesang und Tanz seien mit dabei. Nach den Aufführungen übernimmt die bekannte Live-Band „The Moonlights" für den Rest des Abends.

Die Kapelle wurde 1741 als Fachwerkbau umgebaut und dient heute für viele Veranstaltungen im Dorf. - © Torben Gocke
Die Kapelle wurde 1741 als Fachwerkbau umgebaut und dient heute für viele Veranstaltungen im Dorf. (© Torben Gocke)


Der große Festumzug findet am Sonntag, 12. August, ab 14 Uhr statt. „14 Wagen und 35 Gruppen nehmen teil", sagt Ulrich Beetschen. Darunter ein „Techno-Wagen" der Beller Jugend und ein Wagen des Freibades. Start ist für den 500 Meter langen Zug am Festplatz. Weiter geht es über die Billerbecker Straße an der Bundesstraße entlang, zur Reelkirchener Straße und über die Bundesstraße wieder zurück. „Nach dem Umzug werden Wagen auf dem Festplatz aufgestellt und präsentiert", sagt Beetschen. Ab 18 Uhr lässt das Dorf die Feierlichkeiten dann gemütlich ausklingen.

Für das Fest rührt der Heimatverein schon ordentlich die Werbetrommel und verkauft die Festschrift, die Klaus Beckmeier, Fritz-Willi Keuper, Ulrich Schäfer und Lothar Schenke in mehr als zweijähriger Arbeit erstellt haben. „Wir gehen von Haus zu Haus und bieten sie an", sagt Klaus Beckmeier. Das soll neben dem Denkmal aber nicht das einzige Erinnerungsstück an das Dorfjubiläum sein. Das kommende Wochenende wird von einem Kameramann begleitet. Am Ende soll es nämlich einen Film auf DVD geben.

Vereinsleben

1.024 Einwohner und fast jeder davon ist in einem oder sogar mehreren Vereinen. „Das macht unser Dorf so lebendig", sagt Rudi Radtschun vom Heimatverein. Besonders im Sommer sei viel los. „Eine Veranstaltung folgt auf die nächste", so der Vorsitzende. Die Vereinsmentalität würde von Generation zu Generation weitergegeben werden. Und das sei gut so, denn die Vereine in Belle nehmen der Stadt viel Arbeit ab. „Der Sportverein Belle hat beispielsweise die Turnhalle und das Sporthaus in Eigenregie übernommen und hält alles in Stand", sagt Radtschun. Auch um die Wanderwege würden sich Vereinsmitglieder regelmäßig kümmern.

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