Bewohner schwer verletzt nach Feuer in Mehrfamilienhaus

Tanja Watermann und Yvonne Glandien

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Eine Scheibe des Wohnhauses war geplatzt, die Flammen schlugen den Wehrleuten bereits entgegen. - © Feuerwehr Horn-Bad Meinberg
Eine Scheibe des Wohnhauses war geplatzt, die Flammen schlugen den Wehrleuten bereits entgegen. (© Feuerwehr Horn-Bad Meinberg)

Horn-Bad Meinberg. Meterhohe Flammen schlagen aus der Wohnung eines Hauses am Salzbrunner Weg, als die Feuerwehr am Donnerstagabend dort eintrifft. Ein Wohnungsbrand hatte für den Einsatz mit rund 50 Rettungskräften der Freiwilligen Feuerwehr Horn-Bad Meinberg gesorgt. Ein Bewohner wurde bei dem Brand schwer verletzt.

Das Feuer war gegen 19.06 Uhr im Obergeschoss eines Acht-Familienhauses ausgebrochen, heißt es in einer Pressemitteilung der Freiwilligen Feuerwehr Horn-Bad Meinberg. Als die Einsatzkräfte, die unter dem Stichwort „MiG – Menschen in Gefahr" alarmiert wurden, eintrafen, wurde mindestens eine Person vermisst. „Wir haben mit massivem Personaleinsatz und unter Atemschutz die vermisste Person in der in Vollbrand stehenden Wohnung gesucht. Parallel dazu haben die Kameraden mit dem Löschangriff begonnen, um die anderen Wohnungen zu schützen", erklärte Stephan Beinker, Leiter der Feuerwehr.

Schnell wurde die schwer verletzte Person gefunden und von den anwesenden Rettungskräften und einem Notarzt ins Klinikum gebracht. Im Bereich des Balkons war die Scheibe bereits geplatzt und meterhohe Flammen schlugen aus der Wohnung. Aufgrund der unklaren Situation wurden umfangreiche Rettungsmaßnahmen vorgenommen. Weitere acht Menschen wohnen in dem Gebäude und hatten dieses laut Auskunft des Feuerwehrchefs beim Eintreffen der Feuerwehr bereits weitestgehend eigenständig verlassen. Sie wurden von den Rettungskräften betreut.

Wohnung brennt vollständig aus

Die Brandbekämpfung erfolgte durch einen Trupp zunächst über die Drehleiter und anschließend von einem weiteren Trupp auch über das Treppenhaus im Innenangriff. Insgesamt neun Trupps unter Atemschutz wurden am Abend eingesetzt.

Es gelang der Wehr, das Feuer auf eine Wohnung zu begrenzen – diese brannte aber vollständig aus. Auch das Übergreifen auf die Dachgeschosswohnung konnte durch den massiven Löschangriff von außen verhindert werden. Bei der Kontrolle der sich im Haus befindlichen Nachbarwohnungen wurden außerdem mehrere Katzen in Sicherheit gebracht. Diese wurden aus dem Gebäude gebracht und an die besorgten Besitzer übergeben.

Schon während der Löscharbeiten haben sich Heinz Blome, Sozialleiter der Stadt Horn-Bad Meinberg, und Stephan Beinker auch um die mögliche Unterbringung der acht wohnungslos gewordenen Menschen in geeigneten Unterkünften gekümmert. Alle Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus sind aufgrund der Rauchschäden aktuell nicht bewohnbar. „Wir haben ausreichend Zimmer in Hotels bereitstellen können. Die Betroffenen sind allerdings alle bei Freunden und Verwandten untergekommen. Auch die geretteten Katzen wurden privat untergebracht", erklärte Feuerwehrchef Beinker.

Bisher keine Auskünfte zur Ursache und den Rauchschäden

Im Anschluss an die Löscharbeiten wurde das Gebäude durch die Feuerwehr ausgiebig belüftet. Neben der Feuerwehr Horn-Bad Meinberg mit 50 Einsatzkräften waren der Rettungsdienst mit drei Rettungswagen, einem Notarzt, dem leitenden Notarzt sowie die Polizei mit mehreren Streifenwagen im Einsatz. Nach fünf Stunden konnte der Einsatz für die meisten Kräfte gegen 1 Uhr nachts abgeschlossen werden.

Das Mehrfamilienhaus wird von der Hausverwaltung Brandt aus Detmold betreut. Auf Anfrage der LZ am Freitagmittag konnten dort noch keine weiteren Auskünfte gegeben werden, wann die Wohnungen theoretisch wieder bezogen werden könnten und wie die teils massiven Rauchschäden behoben werden können.

Dr. Laura Merks, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde in Lippe, bestätigte auf Anfrage der LZ, dass am Freitag die Brandsachverständigen der Polizei Lippe die Ermittlungen vor Ort aufgenommen haben. Bis Redaktionsschluss konnte noch keine Aussage zur Brandursache genannt werden. Merks rechnet frühestens am Montag mit weiteren Informationen zum Brand.

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