Horn-Bad Meinberg. Parallel zur Mittelstraße verläuft die schmale Straße „In der Bleiche“, die in diesem und nächstem Jahr ausgebaut werden soll. Was aus mehreren Gründen nicht so einfach ist. Es geht um den Bereich der Hausnummern 1 bis 31 zwischen der Einmündung Potthof und der Externsteiner Straße in Horn, der massive Aspaltschäden aufweist. Die Stadt erwartet dafür Fördergeld in Höhe von 740.000 Euro. Die Planung hat die DS Verkehrsinfrastruktur Ingenieur-Gesellschaft aus Lippstadt erarbeitet. Deren Planer Dirk Schneider stellte das Projekt noch einmal im Ausschuss für Verkehr und Sicherheit vor. Die Straße steht seit dem Jahr 2011 in einer städtischen Prioritätenliste. Zuletzt hatte der Rat für den Haushalt 2020 Finanzmittel bereitgestellt und damit den Erneuerungswunsch bekräftigt. Neben dem Straßenausbau muss der Schmutzwasserkanal erneuert und die Wasserleitung verlegt werden. Schwierige Abstimmungen Nach Angaben der Stadt verzögerten schwierige Abstimmungen mit anderen Behörden die Umsetzung. Erst dieses Jahr konnten danach die Planungen abgeschlossen werden. Im Oktober hatte eine Anliegerversammlung stattgefunden, an der 13 Anlieger teilnahmen. Diese sprachen sich mehrheitlich für die Variante eins von insgesamt vier vorgestellten aus. Sie beinhaltet den Ausbau der Fahrbahn in einer Breite von vier Metern mit einem ein Meter breiten Pflasterstreifen. Die Gestaltung des westlichen Straßenabschnittes Richtung Externsteiner Straße ist für alle Varianten gleich. Hier sind sieben Stellplätze vorgesehen, einer davon behindertengerecht. Die Zufahrt von der Mittelstraße zur „Bleiche“ wird in Höhe des Hauses Nr. 7 verlegt. Dabei soll die Mittelstraße möglichst eine eigene Linksabbiegespur für die „Bleiche“ bekommen. Der Fußgängerüberweg an der Externsteiner Straße bleibt bestehen. Hier schließt sich parallel zur Mittelstraße ein ergänzender Gehweg bis zur neuen Zu- und Ausfahrt der „Bleiche“ an. Die Straße erhält eine neue Ausfahrt zur Externsteiner Straße in Fahrtrichtung Holzhausen-Externsteine. An der Kreuzung könnte später trotzdem noch ein Kreisverkehr entstehen. Zusätzlich wird die Haltestelle „Friedenseiche“ im Zuge der Erneuerung barrierefrei umgebaut. Die Entwässerung der Straße erfolgt überwiegend durch Einleitung in die Wiembecke. Die Straßenbeleuchtung wird angepasst. 14 Bäume werden gefällt Bei allen Varianten müssen 14 Straßenbäume vorab gefällt und die bestehende Hecke entfernt werden, da diese keinen ausreichenden Schutzabstand zur Straße haben. Dies erläuterte Werner Gaamaa von der Stadtwerken Horn-Bad Meinberg. Durch den ungünstigen Standort der Gehölze würde ein Großteil der Wurzeln bei den Bauarbeiten durchtrennt, sodass die Wurzeln irreparabel und dauerhaft beschädigt und zu einer akuten Gefahr werden würden. „Insofern ist diese Vorsorgemaßnahme unbedingt notwendig“, erklärt die Verwaltung. Unter Beachtung der Fäll- und Schnittverbote müssen die Bäume bis zum 29. Februar gefällt werden. Das sei auch der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Lippe mitgeteilt worden. Für die Bäume und die Hecke wird ein Ausgleich an Ort und Stelle erfolgen. Jörg Flintrop von der Verwaltung teilte mit, dass sogar ein Ausgleich 1:1,5 geplant sei. Vier weitere Bäume würden im Stadtgebiet gepflanzt. Bezüglich der neu geplanten Verkehrsführung hatten sich die Anlieger gegen eine Ausfahrt zur Straße „Potthof“ ausgesprochen. Die Straßenverkehrsbehörde des Kreises teilte der Stadt mit, dass nach einer Umgestaltung der „Bleiche“ die aktuell vorhandene „unechte“ Einbahnstraße in einer Neuplanung nicht mehr zeitgemäß und insbesondere problematisch in Bezug auf die Verkehrssicherheit sei. Sichere Verkehrsführung Die neu geplante Fahrtrichtung berge viele Vorteile in Bezug auf die Sicherheit und Ordnung des Verkehrs, findet die Straßenverkehrsbehörde. Sie würde jedoch auch die Gegenrichtung an dieser Stelle nicht kategorisch ausschließen wollen. Grundsätzlich wären beide Fahrtrichtungen möglich. Das Hauptaugenmerk liege an dieser Stelle im Knotenpunkt Potthof/Bleiche/Mittelstraße/Südwall und der sicheren Verkehrsführung, die keinen Schilderwald verursache, der von den Verkehrsteilnehmern nicht mehr wahrgenommen werden könne. Für den Ausbau der Straße können Straßenausbaubeiträge nach dem Kommunalen Abgabengesetz (KAG) erhoben werden, da es sich um eine nachmalige Herstellung handelt. Bis zum Jahr 2026 kann eine 100-prozentige Förderung beim Land NRW beantragt werden, sodass für die Anlieger keine Kosten entstehen. Den städtischen Anteil trägt die Stadt selber. Nach dem Beschluss des Ausschusses für Verkehr und Sicherheit für das Bauprogramm könnte im Frühjahr die Ausschreibung erfolgen. Baubeginn wäre dann im Juli möglich. Durch die sowohl sehr umfangreichen als auch schwierigen Tiefbauarbeiten mit Kanälen und Leitungen und die beengten Platzverhältnisse geht die Verwaltung von einer zweijährigen Bauzeit aus. Die Fertigstellung ist für Ende 2025 vorgesehen. Der Ausschuss stimmte mit einer Enthaltung und zwei Gegenstimmen zu. Dennis Gerke von den Bündnisgrünen hätte sich gern für eine fünfte Variante entschieden. Seine Meinung: Die Straße müsse nicht so breit werden, und die Fällung von Bäumen sei nicht akzeptabel.