Horn-Bad Meinberg. Der Stadtsportverband Horn-Bad Meinberg schlägt für die Planung von Sportstätten in der Stadt eine Priorisierung vor, also eine Festlegung, welche Maßnahmen am dringlichsten sind und mit welcher Abfolge sie umgesetzt werden sollen. In einem Brief an die Ratsfraktionen erklärt der Verein, dass er in der neuen Legislaturperiode gern die kooperative Zusammenarbeit der vergangenen Jahre fortführen und im Rahmen dieser Zusammenarbeit die Belange des Sports in allen Gremien vertreten möchte. „Aus gegebenem Anlass möchten wir auf ein Problem aufmerksam machen. Aus unserer Sicht sind viele Projekte anzugehen - wohl wissend, dass die Finanzkraft der Stadt Horn-Bad Meinberg überschaubar ist“, erklärt Andree Dietrich, Vorstandssprecher des Stadtsportverbands. Zurzeit würden viele Projekte, die den Sport betreffen einzeln und unabhängig voneinander ohne eine Priorisierung behandelt wie das Thema Schwimmen (Bad Meinberger Badehaus und Schwimmhalle), das Sporthaus am Eggestadion und die Sporthalle im Schulzentrum. Wie berichtet, hatte der Stadtrat in seiner letzten Sitzung Ende 2025 entschieden, einen Förderantrag für das Sporthaus zu stellen. Wobei das nicht automatisch bedeutet, dass ein Neubau verwirklicht wird; einen solchen müsste der Rat gesondert beschließen. „Streiten kann man sich, ob gerade dieses Sporthaus priorisiert werden sollte“, heißt es im Schreiben des Stadtsportverbands weiter. Dieses Projekt sei derzeit jedoch das einzige, wofür komplette Unterlagen für einen Förderantrag vorlägen. Über eine abgespeckte Sporthaus-Variante wird der Ausschuss für Bildung und Soziales am Dienstag, 20. Januar, beraten. Diese soll Umkleidekabinen, Sanitäreinrichtungen, Schiri-Raum, Lager und Verkaufsraum umfassen. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr in der Burgscheune Horn. Kritik an fehlender Planung Nach der Verabschiedung des Sportentwicklungsplans im Frühjahr 2023 habe der Stadtsportverband darum gebeten, Planungsgelder für die Projekte im Haushalt zu berücksichtigen. „Damit sollte eine Planung in der Schublade liegen, um sie bei einem Förderaufruf, wie jetzt vorliegend, einsetzen zu können. Das ist nicht geschehen“, kritisiert der Verein. Für den Stadtsportverband sei das Sporthaus für das Eggestadion nicht die Priorität Nummer 1, sondern die Sporthalle auf dem Püngelsberg im Schulzentrum. Als Standort für einen Neubau war im vergangenen Sommer mit dem damaligen Bauamtsleiter Claus Raphael Müther schon mal ein Standort neben der Schwimmhalle ins Auge gefasst worden, berichtet Dietrich. Ein neues Sporthaus am Eggestadion würde allerdings die gesamte Sportanlage dort komplettieren und dem dringenden Bedarf gerecht, auch für Mädchen und Frauen bedarfsgerechten Umkleiden zu schaffen, die es derzeit nicht gibt. Das Sporthaus stehe im Übrigen wie der Kunstrasenplatz sämtlichen Vereinen aus dem Stadtgebiet zur Verfügung. Strategie festlegen Der Verband regt ein Strategiegespräch außerhalb des Ausschusses an und hat den Wunsch dem Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung und Soziales, Ralf Leßmann, mitgeteilt. Einen Termin dafür gibt es jedoch noch nicht. Darin könnte es um das Vorgehen der Renovierungs- und Neubauprojekte gehen. Anzugehende Projekte seien der Neubau einer Sporthalle und eines Schwimmbads in Horn und das weitere Vorgehen beim Badehaus in Bad Meinberg. Für diese Woche haben CDU und die Grünen den Sportverband zu einem Gespräch eingeladen. Die Sekundarschule als auch das Gymnasium priorisieren laut Verwaltung einen Neubau der Sporthalle Püngelsberg und sehen einen dringenden Bedarf für eine neue Schwimmhalle. Offene Fragen betreffen laut Stadtsportverband des Weiteren den Fortbestand des TC Grün-Weiß Bad Meinberg in der Nähe des Badehauses, die Sicherstellung der Barrierefreiheit der Sporthallen (Eingang/WC), die neue Brandschutzverordnung mit Investitionen in die Sporthalle am Waldstadion und ein Konzept für die künftige Sporthalle in der neuen Grundschule Bad Meinberg. Laut Landessportbund NRW hat der Stadtsportverband Horn-Bad Meinberg rund 6223 Mitglieder, darunter sind 737 von den Fußballvereinen eingetragen.