Detmold. Das Freilichtmuseum Detmold freut sich über die größte Spende seit Jahren: Die Umweltstiftung Lippe fördert das Projekt zum Erhalt der Vielfalt ländlicher Gärten. Sie überweist drei Jahre lang 17.000 Euro.
Museumsdirektor Dr. Jan Carstensen sieht einen "heimlichen, leisen Wunsch" schneller als zu hoffen gewagt, erfüllt. Auf Initiative des Freundeskreises hat die Stiftung das Geld binnen weniger Tage bewilligt. Das Museum will damit eine halbe Stelle finanzieren, die das seit drei Jahren durchs Bundes-Landwirtschaftsministerium geförderte Projekt weiterführt. Nach dem Ziel "Erhalt alter Kulturpflanzen" soll es weiter es um Sammlung, Dokumentation und Verbreitung dieser Sorten gehen – allein elf Sorten der "lippischen Palme", des heimischen Grünkohls, sind erfasst worden.
Landschaftsökologin Agnes Sternschulte sagte, seit 2011 seien rund 80 Sorten aufgefunden oder von Gärtnern im Museum abgegeben worden. Mit der Zeit habe sich ein großes Netzwerk gebildet, in dem getauscht werde und Erfahrungen gesammelt würden. Dank der neuen Stelle könne dieses Netzwerk gepflegt werden. Rund 130 Gärtner, allesamt "echte Enthusiasten", seien dabei. Ein Gartenfreund aus dem Ruhrgebiet etwa habe vor Jahren seltene Bohnensamen gespendet. Nun seien seine Pflanzen allerdings von Schnecken niedergemäht worden, und er habe übers Museum wieder Saatgut dieser Bohnensorte zurückbekommen. Das Besucherinteresse an den Gärten des Museums und ihren Schätzen steige seit Jahren.
Beirats-Vorsitzende Sylvia Ostmann und Dr. Heinrike Heil, Geschäftsführerin der Umweltstiftung, betonten, die Stiftung habe die "gute Idee" zügig umsetzen wollen. Mehr als die Hälfte des Jahresetats fließt in das Projekt. "Das Ende des Jahresthemas ,Ab ins Beet soll es nicht gewesen sein", begründete Maren Lampe, Vorsitzende des Freundeskreises, das Engagement. Die Landschaftspflege gehöre schließlich zu den Kernkompetenzen des Museums.