Kreis Lippe. „Wir haben uns an meinem sechsten Geburtstag verlobt", erzählt Karin Lauretta, die mit ihrem Mann Renato zusammen das Hotel „Im Borke" in Lemgo-Kirchheide betreibt. Ihr Mann schmunzelt über diese Anekdote. An ihrem sechsten Geburtstag ist Karin Lauretta 34 Jahre alt geworden.
„Damals gab es sogar erboste Anrufe, weil das auch so in der Zeitungsanzeige stand. Die Leute haben wohl nicht aufs Datum geachtet und dachten, da würde eine Kinderehe vermittelt", meint Karin Lauretta und lacht. „Mein Mann ist Italiener, da weiß man ja nie", meint sie schmunzelnd. Sie wurde am 29. Februar geboren. Dieses Datum gibt es nur alle vier Jahre, es ist eben mit dem Schaltjahr verknüpft.
An dem Tag ihrer Geburt wurden noch weitere drei Kinder in der Detmolder Petri-Stiftung zur Welt gebracht. „Das war damals schon etwas Besonderes, wir waren sogar in der Zeitung." Großes Aufhebens hätten ihre Eltern allerdings nicht um das Datum gemacht. „Als Kind habe ich das gar nicht so mitbekommen", erzählt Karin Lauretta. „Meine Eltern haben das überspielt, ich hatte einfach immer drei Tage im Wechsel Geburtstag."
Erst in der Schule sei es ihr bewusst geworden, dass sie nicht so wie andere planen kann. „Als Jugendliche fand ich das schon etwas seltsam, aber traurig war ich nie, man kann es ja auch nicht ändern", meint die 52-Jährige, die am heutigen Montag zum 13. Mal Geburtstag feiert. Ihre echten Geburtstage, die nur alle vier Jahre stattfinden, feiert sie auch größer, erzählt die Hotelbetreiberin. Dies sei ein guter Anlass, um mit Freunden zusammenzukommen.
Sie habe sich irgendwann entschlossen, immer den letzten Tag im Februar zu feiern. Eine begründete Entscheidung sei das aber eigentlich nicht gewesen. „Ich bin eben ein Februarkind, so habe ich das immer gesehen", meint sie. Jedoch gibt es unter Freunden und Familie keine Einigung. „Die einen rufen am 28. Februar an, andere am 1. März. Manche meiner Verwandten sind etwas abergläubisch und wollen nicht zu früh gratulieren", meint das Geburtstagskind schmunzelnd.
Das Datum merken sich viele
Für ihre eigenen Kinder sei das ungewöhnliche Geburtstagsdatum ihrer Mutter auch eine Attraktion gewesen. „Sie fanden es besonders gut, als sie mich mit der Anzahl ihrer Geburtstage überholen konnten. Das ist schon etwas Einzigartiges", erzählt Karin Lauretta.
Es habe eigentlich nur Vorteile, am 29. Februar Geburtstag zu haben, meint die Hotelbesitzerin: „Das Schöne ist vor allem, dass alle an einen denken. Schon zum Jahreswechsel wird man angesprochen, weil sich die Freunde erinnern. An den Geburtstagen rufen sogar Leute an, die man lange aus den Augen verloren hat. Jeder kann sich dieses Datum merken." Und dann sind da die ganz Ausgefuchsten, die sich einen Scherz erlauben dürfen. „Ich muss nur alle vier Jahre überlegen, was ich ihr schenken soll", meint Renato Lauretta lachend.