Lügde: Beschuldigte müssen sich für 500-fachen sexuellen Missbrauch an Kindern verantworten

Janet König und Erol Kamisli

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Der Prozess um den tausendfachen Kidnesmissbrauch hat begonnen. - © Bernhard Preuß
Der Prozess um den tausendfachen Kidnesmissbrauch hat begonnen. (© Bernhard Preuß)

Lügde/Detmold. Im Missbrauchsfall Lügde wurde nun auch gegen Mario S. Anklage erhoben, dies teilt das Detmolder Landgericht mit. Der 34-Jährige sitzt seit dem 11. Januar in U-Haft.

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Nach LZ-Informationen wird ihm sexueller Missbrauch von Kindern in einem dreistelligen Bereich vorgeworfen. Damit steigt die Gesamtzahl der Missbrauchsfälle, die vor dem Detmolder Landgericht verhandelt werden, auf knapp 500 Taten – davon soll Andreas V. 293 begangen haben. Rechtsanwalt Johannes Salmen, Verteidiger des 56-Jährigen, zeigte sich von den Vorwürfen gegen Mario S. überrascht. „Ich hätte nicht gedacht, dass noch so viele Taten hinzukommen würden", sagte Salmen. Rechtsanwalt Jürgen Bogner, der den 34-jährigen Steinheimer verteidigt, war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen.

Mario S. soll seit dem Jahr 2016 eine Parzelle am oberen Rand des Campingplatzes gemietet haben, knapp fünf Gehminuten von Andreas V. entfernt. Ob der 34-Jährige sich schon vor dieser Zeit an Kindern vergangenen hat, ist bisher nicht bekannt.

Neuer Haftbefehl

Daneben hat die 3. Strafkammer des Detmolder Landgerichts gegen den Hauptbeschuldigten Andreas V. einen neuen Haftbefehl erlassen. Der Haftbefehl beinhaltet rund 300 Fälle sexuellen Missbrauchs, die die Anklage dem 56-jährigen Andreas V. zur Last legt. Hintergrund für den erneuten Haftbefehl ist, dass die Sechs-Monats-Frist für Andreas V. am 6. Juni ablaufen würde.

Der 56-Jährige sitzt bereits seit dem 6. Dezember im Gefängnis. Normalerweise dürfe die U-Haft eine halbes Jahr nicht überschreiten, doch da der Prozess erst Ende Juni starten könne, hatte die Staatsanwaltschaft eine Verlängerung der Haft beantragt. Diese 

Nach Angaben des Landgerichts sind inzwischen 16 Opfer als Nebenkläger zugelassen. Diese werden von neun Rechtsanwälten vertreten. Bis zum Prozess könnten jedoch noch weitere hinzukommen.

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