Klimastreik: Tausende Lipper auf den Straßen in Lemgo und Detmold

Thomas Dohna, Seda Hagemann, Carolin Brokmann-Förster und Astrid Sewing

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Kreis Lippe. Mit so einer Resonanz hatten die Organisatoren in Lemgo und Detmold wohl nicht gerechnet. Bei der Klimastreik-Demo in Detmold sollen nach Schätzungen der Polizei etwa 2000 Menschen sein. In der Alten Hansestadt kamen schätzungsweise um die 600 Demonstranten zusammen.

In Lemgo haben sich Hunderte Schüler, Eltern und auch viele ältere Lipper auf dem Marktplatz versammelt. Reden werden gehalten, Protestschilder in die Höhe gehalten. Überall verlaufen die Demonstrationen friedlich. Viele Banner sind zu sehen gewesen mit Parolen wie "Unsere Zukunft schmilzt mit", "Kurzstreckenflüge nur für Insekten", "Weniger ist mehr für Mensch und Natur", "Klima retten, Überbevölkerung stoppen" oder auch ganz praktischen Forderung nach einem kostenlosen ÖPNV.

Fotostrecke: "Fridays for Future"-Demos in Detmold und Lemgo

Der Demonstrationszug setzte sich nach ein paar Worten der Organisatoren durch die Mittelstraße Richtung Lippegarten in Bewegung. Dabei waren nicht nur jede Menge Trillerpfeifen zu höhen, die Demonstranten skandierten "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut" oder "Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle". Zurück auf dem Marktplatz waren Reden zu hören, unter anderem von den Aktivisten und Schülern.

In Detmold ging es eine Stunde später los. Auch in der Residenzstadt nahmen nicht nur Schüler an der "Fridays for Future"-Demo teil, sondern auch viele Eltern und Großeltern. Das Rosental wurde kurzzeitig gesperrt, um den Protestzug durch die Straße zu lotsen. Antiatomkraft-Plakate waren vereinzelt zu sehen, Uli Allhof-Cramer hatte einen Trecker samt Anhänger vor das Landestheater gefahren und mit einer abgestorbenen Tanne dekoriert. Auch die Lippische Landeskirche beteiligte sich an dem Protest.

Das Klimaschutzgesetz, auf das sich die große Koalition einigen wollte, fand wenig Beifall. Kolja Martens fand, dass es zu wenig bringe, wenn nur jeder einzelne sein Verhalten überprüft. „Wir lassen uns nicht mit einem Plastiktüten- oder Strohhalmverbot abspeisen. Mit kleinen Schritten können wir die Welt nicht retten, sondern wir brauchen große Sprünge", sagte der 22-Jährige, der im Landestheater arbeitet und aus Lübeck angereist war, um die Organisatoren zu unterstützen.

Auch in Leopoldshöhe wurde demonstriert - wenn auch im überschaubaren Rahmen. Denn so richtig viele Menschen waren dem Aufruf zur Demonstration auf dem Leopoldshöher Marktplatz nicht gefolgt. Immerhin waren am Rande des Wochenmarktes alle Generationen vertreten. Die, die da waren, sehen die Notwendigkeit zum Handel in Sachen Klimaschutz.

Die Demonstranten hatten zur Vorbereitung ihre Kreativität auf Plakaten und Schildern ausgelebt. Sprüche wie „Klima retten", „Schenkt mir eine lebenswerte Zukunft" oder „Opa, was ist ein Schneemann" waren aufgemalt zu lesen. Reden gab es übrigens nicht, aber angeregte Diskussionen, wie das Klima geschützt werden könne und die Einsicht, dass es einfache und schmerzfreie Lösungen nicht gibt.

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