Möglicher Missbrauch: Polizei fahndet mit Fotos nach Dating-App-Nutzer im Raum Detmold

Erol Kamisli und Janet König

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Symbolfoto - © Torben Gocke
Symbolfoto (© Torben Gocke)

Detmold. Eine Nachricht per Dating-App beschäftigt seit knapp zwei Monaten die Polizei. Wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern fahndet die Polizei nun mit Fotos nach einem möglichen Tatverdächtigen. Ein bislang Unbekannter soll am 12. August 2019 über eine Dating-App einem weiteren Nutzer geschrieben haben, dass er seinen jüngeren Bruder missbraucht habe. Der Zeuge aus Detmold brachte dies zur Anzeige, heißt es im Polizeibericht.

Screenshots der Dating-App. Dieser Mann soll verdächtige Andeutungen gemacht haben. - © Polizei Lippe
Screenshots der Dating-App. Dieser Mann soll verdächtige Andeutungen gemacht haben. (© Polizei Lippe)

Die Polizei nutzt die Fotos des Mannes, die im Profil der Dating-App hinterlegt sind, für die öffentliche Fahndung. „Wir haben konkrete Hinweise auf eine schwere Straftat, die solch einen Schritt an die Öffentlichkeit rechtfertigen. Zudem gibt’s auch einen richterlichen Beschluss", sagt Oberstaatsanwalt Ralf Vetter. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Tatverdächtige sich im Umkreis von etwa 30 Kilometern um Detmold herum aufgehalten hat, da die App die Nutzer in der Nähe nach Entfernung auflistet.

Zweite Fahndung in dieser Woche

Bereits am Dienstag hatte die lippische Polizei vorübergehend eine Öffentlichkeitsfahndung veranlasst, weil ein Mann verdächtig wird, in einem Lagenser Freibad Mädchen in der Umkleide fotografiert zu haben. Nachdem etliche Hinweise eingegangen waren, nahm die Polizei die Fahndung wieder zurück.

Dass es in Lippe so kurz hintereinander zu zwei Öffentlichkeitsfahnungen im Bereich Kindesmissbrauch/Kinderpornografie gekommen ist, sei laut Polizeisprecherin Laura Merks allein dem Zufall geschuldet. Dennoch habe die Polizei in den vergangenen Monaten festgestellt, dass Anzeigen in Bezug auf Kindesmissbrauch seit dem Fall Lügde immer häufiger aufgegeben werden. "Es kann gut sein, dass Lügde die Menschen sensibilisiert hat", sagt Merks. Ob es auch generell zu mehr Straftaten gekommen ist, könne man jetzt noch nicht abschätzen.

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