Kreis Lippe. Die Externsteine einmal ganz leicht mit der Hand umschließen und dabei originalgetreu mit den Fingerspitzen erkunden, das soll das Sammlerherz bald glücklich machen. Bisher mussten Touristen (und Einheimische) vergeblich nach kleinen Nachbildungen der lippischen Attraktionen suchen, jetzt hat die Denkmalstiftung des Landesverbandes erstmals die neu entworfene 3D-Modelle vorgestellt. Bisher sind Lippes Wahrzeichen nur zweidimensional erhältlich. Das wollte Geschäftsführer Ralf Noske nicht auf sich sitzen lassen. „Wir hatten nie etwas Plastisches, obwohl die Nachfrage groß war", sagt Noske. Ob Biersorten, Marmeladengläser oder Aufsteller – den Hermann gibt es für Fans in allen möglichen Variationen. Nur ein detailgetreues Miniaturmodell habe bisher nicht in den handwerklichen Möglichkeiten des Verbandes und seiner Verbündeten gelegen. Ein wenig Raumschiff-Enterprise-Charakter Durch Zufall sei Noske vor Kurzem auf ein kleines Start-up-Unternehmen in Thüringen aufmerksam geworden, das sich dem 3D-Druck verschrieben habe, und das hätte sich dem Projekt nun direkt angenommen. „Mit der neusten Technik sind sowohl von innen als auch außen unzählige Aufnahmen gemacht worden", sagt Noske. Die eingesetztem Stative mit kameraähnlichen Messgeräten hätten bei den Terminen vor Ort schon ein wenig Raumschiff-Enterprise-Charakter ausgestrahlt – und das mit Erfolg. Das zweiköpfige Unternehmen habe anhand der Datenmengen zentimetergetreue Abbildungen von den Externsteinen und dem Hermannsdenkmal anfertigen können. Und diese dreidimensionalen Modelle könnten nun in allen Größen und und Farben gedruckt werden. „Die Externsteine könnte man mit kleinen Lampen gar zum Leuchten bringen", sagt Noske. Ein Gewinn also für den Souvenir-Shop – denn bei Touristen seien kleine Nachbildungen äußerst beliebt, das zeige nicht zuletzt die eigene Erfahrung. Und sicher gebe es auch den ein oder anderen Lipper, der sich gerne einen kleinen Hermann ins Regal stellen würde. Ein erfreulicher Aspekt am Rande: Das Thüringer Start-up lasse bei der Produktion nicht einmal den Nachhaltigkeitsgedanken außer Acht. „Die meisten Modelle bestehen überwiegend aus Harz", fügt Geschäftsführer Peter Gröne hinzu. Die Miniaturen seien daher keine billigproduzierten Plastikimporte, sondern eine hochwertige Bereicherung für das Angebot des Landesverbandes.