Diese neuen Quarantäne-Regeln gelten ab sofort

Marianne Schwarzer

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Getestet wird an Schulen weiterhin. Es hat sich allerdings geändert, wer in Quarantäne muss, wenn sich ein Schüler mit dem Coronavirus infiziert. - © Sebastian Kahnert / dpa
Getestet wird an Schulen weiterhin. Es hat sich allerdings geändert, wer in Quarantäne muss, wenn sich ein Schüler mit dem Coronavirus infiziert. (© Sebastian Kahnert / dpa)

Kreis Lippe. Veränderte Quarantänezeiten, Ausnahmen, Frei-Testungen, Neuregelungen an Schulen und Kindergärten: Wer jetzt noch durchsteigt, kann sich glücklich schätzen. Die neuen Regelungen zur Coronaschutzverordnung sind ziemlich kompliziert. Doch damit setzt der Kreis Lippe um, was seit Montag im Land NRW allgemein gilt. Hier die wichtigsten Regeln.

Quarantäne für positiv Getestete: Wird bei jemandem Covid-19 nachgewiesen, muss er oder sie sich 14 Tage lang in Quarantäne begeben, und zwar vom Tag der Testung an. Nach zwölf Tagen wird der Infizierte erneut durch das Gesundheitsamt getestet.

Quarantäne für Kontaktpersonen: Wer mit Infizierten Kontakt hatte, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann sich aber nach fünf Tagen per PCR-Test „frei-testen", nach sieben per Schnelltest. Wer jedoch geimpft ist, im vergangenen halben Jahr nachweislich an Corona erkrankt war oder nach einer Infektion mindestens eine Impfung erhalten hat, ist von all dem befreit.

Quarantäne an Schulen und im Offenen Ganztag: Ist in einer Klasse nur ein Schüler oder ein Mitglied des Personals erkrankt, muss auch nur dieser für 14 Tage in Quarantäne. Bei zwei oder mehr Infizierten trifft das Gesundheitsamt die Entscheidung, wer in Quarantäne muss. Letzteres gilt auch, wenn die Hygienebestimmungen nicht eingehalten wurden oder der Test eine neuartige, besorgniserregende Virusvariante zutage gefördert hat. „Kontaktpersonen ohne Symptome, Genesene oder Immunisierte müssen grundsätzlich nicht in Quarantäne", schreibt der Kreis Lippe. Symptomfreie Schüler in Quarantäne können sich ab dem 5. Tag beim Testzentrum oder beim Kinder- oder Hausarzt per PCR-Test „frei-testen" lassen.

Das Ergebnis will das Gesundheitsamt sehen. Und dazu reicht nicht der Scan-Code. Die Testergebnisse müssen an das eigens vom Gesundheitsamt eingerichtete Postfach unter der Adresse c.Postfach@kreis-lippe.de geschickt werden. An diese Adresse können auch die Kontaktpersonen unter dem Schulpersonal ab dem 5. Tag die PCR-Ergebnisse und ab dem 7. Tag die Schnelltestergebnisse schicken.

Kitas: Auch hier gehen meist nur die Infizierten für 14 Tage in Quarantäne. Derweil sind für alle anderen Kontaktpersonen jeweils pro Woche drei Testungen für Kinder und nicht immunisiertes Personal Pflicht: Bei den Kleinen testen die Eltern eigenständig und geben eine Erklärung bei der Kitaleitung ab. Lehnen die betroffenen Eltern die Tests ab, dürfen ihre Kinder für 14 Tage nach Auftreten des Infektionsfalls nicht in die Einrichtung kommen. Das Personal macht einen Bürgertest oder Beschäftigtentest. Auch hier können sich die Kontaktpersonen „frei-testen".

Gesundheitsamt überlastet: Wie Kreissprecher Steffen Adams bestätigt, schafft es das Gesundheitsamt aufgrund der Vielzahl der Fälle nicht immer zeitnah, über Quarantäne-Anordnungen zu entscheiden. Mal dauere dies Stunden, mal Tage. Für letzteren Fall hat der Kreis Lippe die Vollmacht der Schul- und Kindergartenleitungen erneuert – diese sollen betroffene Kinder in „häusliche Absonderung" schicken – explizit aber nicht in Quarantäne. Das könne und dürfe nur Sache des Gesundheitsamtes sein.

Viele Infektionen in Augustdorf

Augustdorf hat etwa 10.000 Einwohner und kratzt am Inzidenzwert von 800 – das ist der Höchstwert in Lippe. Derzeit sind 100 Personen infiziert, jeder hundertste Augustdorfer Bürger. Von den aktuell 1377 Lippern in Quarantäne leben 169 in Augustdorf – sie machen also gut 12 Prozent aus. Das sind verhältnismäßig viele – an der Bevölkerung Lippes stellen die Augustdorfer nämlich 2,75 Prozent. In Quarantäne sind in der Sennerandgemeinde überwiegend junge Menschen: 94 sind unter 18 Jahre alt. Insgesamt fünf Einrichtungen (Kitas und Schulen) sind von Quarantänefällen betroffen. Ursächlich sind hier 16 Infektionen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass viele Großfamilien in der Gemeinde leben.

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