Erste Affenpocken-Infektion im Kreis Lippe nachgewiesen

Yvonne Glandien und Martin Hostert

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Eine kolorierte transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme von Partikeln des Affenpockenvirus (rot) in einer infizierten Zelle (blau), die im Labor gezüchtet und in der NIAID Integrated Research Facility aufgenommen wurde. - © Niaid/Niaid/Planet Pix via ZUMA
Eine kolorierte transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme von Partikeln des Affenpockenvirus (rot) in einer infizierten Zelle (blau), die im Labor gezüchtet und in der NIAID Integrated Research Facility aufgenommen wurde. (© Niaid/Niaid/Planet Pix via ZUMA)

Kreis Lippe. In Lippe ist erstmals das Virus nachgewiesen worden, das die Affenpockenkrankheit auslöst. Das meldet der Kreis am Donnerstagnachmittag.

Die Krankheit sei bei einem Mann nachgewiesen worden. Nähere Informationen zur Person gab es aus Gründen des Personenschutzes nicht. Auch dazu, wo der Mann sich angesteckt haben könnte und wie es ihm geht, gab es keine Angaben. Diese erste Infektion werde durch das Gesundheitsamt des Kreises nachverfolgt. "Dabei werden, wie bei anderen Infektionskrankheiten auch, die Kontaktpersonen ermittelt und je nach Art und Weise des Kontakts auch eine Quarantäne angeordnet." Das sei hier bereits geschehen, eine "Handvoll Menschen" sei betroffen, sagte Kreissprecher Steffen Adams.

Über die Affenpockenkrankheit

Das Robert Koch-Institut (RKI) informiert über die Affenpockenkrankheit und Schutzimpfung gegen Affenpocken. Denn die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch ist möglich, vor allem bei engem Kontakt. Die Ständige Impfkommission gibt eine Impfempfehlung für bestimmte Personengruppen, beispielsweise für Kontaktpersonen erkrankter Personen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nur bei engem Kontakt möglich.

Meist milder Verlauf

Im Gegensatz zu den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken verlaufen Affenpocken in der Regel deutlich milder, heißt es dort. Die Erkrankung heile in der Regel von alleine und die meisten Menschen erholten sich innerhalb einiger Wochen. Insgesamt sei die Prognose daher als günstig zu bewerten. Die Erkrankung werde häufig von allgemeinen Krankheitssymptomen wie Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Frösteln oder Abgeschlagenheit eingeleitet oder begleitet. Charakteristisch seien die teils sehr schmerzhaften Hautveränderungen.

Die Inkubationszeit beträgt fünf bis 21 Tage, in Einzelfällen zwei bis vier Tage. Entsprechend müssen die Kontaktpersonen des Lippers, wie der Erkrankte selbst, nun für drei Wochen in Quarantäne.

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