Detmold. Die lippischen Amtsgerichte in Detmold, Lemgo und Blomberg haben die Arbeit des Weißen Rings im vergangenen Jahr erneut unterstützt, indem sie der gemeinnützigen Opferschutzorganisation Mittel aus Geldbußen haben zukommen lassen. "Insgesamt waren es 5490 Euro", sagt Christian Althoff aus Bad Salzuflen, einer von sechs ehrenamtlichen Opferbetreuern im Kreis Lippe.
Spenden, Geldbußen und Vermächtnisse seien eine wichtige Einnahmequelle, um Verbrechensopfern helfen zu können, sagte Althoff anlässlich des bundesweiten "Tages des Kriminalitätsopfers" am Mittwoch, 22. März.
Weißer Ring informiert am Stand der Polizei
Bereits am Dienstag, 21. März, stehen Ehrenamtler des Weißen Rings Lippe von 10 bis 13 Uhr an einem Stand der Polizei in Detmold an der Langen Straße 42 zu Gesprächen bereit. Wer die Arbeit des Vereins finanziell unterstützen möchte, kann das bundesweite Spendenkonto DE26 5507 0040 0034 3434 00 nutzen. Interessenten für eine ehrenamtliche Mitarbeit können unter chralthoff@t-online.de Kontakt aufnehmen.
Opfer fänden oft über die Hotline 116 006 zum Weißen Ring oder über eine Vermittlung durch die Polizei. "Die Zusammenarbeit mit der Polizei im Kreis Lippe funktioniert sehr gut", sagt Althoff. Die Opferschützer der Kripo seien sehr engagiert. Daten von Betroffenen, die das wünschten, würden schnell an den Weißen Ring weitergegeben, und der nehme unmittelbar Kontakt auf, um einen persönlichen Gesprächstermin zu vereinbaren.
Der Weiße Ring kann anwaltliche Erstberatung bezahlen
"Der Weiße Ring kann einem Opfer beispielsweise eine anwaltliche Erstberatung bezahlen. Damit ist sichergestellt, dass ein Opfer über den Verlauf der polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen auf dem Laufenden bleibt." Außerdem würden Opfern Kontakte zu anderen Organisationen vermittelt, etwa der Frauenberatungsstelle Alraune in Detmold oder dem Ambulanten Sozialen Dienst am Landgericht Detmold, der beispielsweise Opferzeugen, die das wünschten, schon vor einem Prozess mit den Gepflogenheiten des Gerichts vertraut mache. "Wir helfen Opfern, denen langfristige körperliche oder seelische Schäden drohen, auch bei Anträgen nach dem Opfer-Entschädigungsgesetz."
Allein in den vergangenen vier Wochen seien zehn neue Beratungsfälle aus dem Kreis Lippe eingegangen, sagte Christian Althoff. "Sieben Sexualstraftaten, zwei Raubüberfälle und ein Fall von häuslicher Gewalt." Das jüngste Opfer sei ein Grundschüler. "Weil die meisten unserer Ehrenamtler in Lippe berufstätig sind, ist es manchmal herausfordernd, beides unter einen Hut zu bekommen", sagt Althoff. Der Weiße Ring suche deshalb Freiwillige, die nach einer entsprechenden Ausbildung bereit seien, mitzumachen. "Uns fehlen vor allem Frauen, weil wir natürlich versuchen, weibliche Opfer von Frauen betreuen zu lassen."