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LZ-Aktion
Mit Rezepten: Lipper backen ihre Lieblings-Weihnachtsplätzchen bei Meffert
Lemgo. Wenn das Haus nach Zimt und Stollen duftet, dann ist auch in den Köpfen Weihnachten, weiß Jörg Meffert von der Vollkorn- und Biobäckerei Meffert: „Es sind die Geschmäcker und Gerüche, die wir mit Weihnachten verbinden, und das sind bei jedem Menschen ganz eigene und individuelle.“ Und genau diese Gebäcke, die die LZ-Leser mit Weihnachten verbinden, die wollten die Meffert-Brüder kennenlernen und hatten dafür gemeinsam mit der Lippischen Landes-Zeitung zum regen Austausch in die Backstube eingeladen.
Zehn Teilnehmer waren dieser Aufforderung gefolgt und standen mit prall gefüllten Keksdosen und ganzen Backblechen voll Leckereien in der Backstube, um ihre Weihnachtstraditionen mit anderen Menschen zu teilen, sie vorzustellen und ein paar wissenswerte Tipps der Profis Alfred und Jörg Meffert entgegenzunehmen. Die waren sehr gespannt, was die Teilnehmer für die Runde vorbereitet hatten und ließen ihre Blicke interessiert über den großen Tisch schweifen, auf dem die Backwaren abgestellt worden waren. „Nach unseren Stollen- und Keks-Austauschrunden wollten wir mal etwas sehen, was den Menschen am Herzen liegt“, erklärten Alfred und Jörg Meffert. „Viele dieser Gebäcke haben auch wir noch nicht gesehen und sind total gespannt, sie heute kennenzulernen.“
Den Anfang machte Doris Weber mit ihrem „Schwedischen Schokoladenkuchen“. „Das Rezept stammt gar nicht aus Schweden, es erinnert mich aber irgendwie an Schweden“, nahm sie vorweg und ließ die anderen Teilnehmer von ihren zwei Varianten eines selbst abgewandelten Rezeptes probieren. „Schön weihnachtlich“, fand Alfred Meffert den Kuchen, den es einmal in einer Kaffee-Variante und einmal ohne Kaffee gab. Den Rotwein, der ursprünglich in den Kuchen gehöre, habe sie einfach durch Kaffee ersetzt, „Wein hatte ich damals nicht im Haus“, erinnerte Doris Weber sich.
Zimtschnecken dürfen nicht fehlen
Mit einer Erinnerung an die ungarische Oma, von der auch das Rezept stammt, ging es weiter, als Kerstin Schick ihre Rumstangen zur Verkostung freigab. „Dazu jetzt einen starken Espresso oder einen Tee“, merkten die Meffert-Brüder an. Den Rum schmecke man gut raus, fanden sie und erkannten eine gewisse Ähnlichkeit zu ihrem eigenen Gebäck, dem „Zitronenblondie“.
Ihre Zimtschnecken dürften in der Adventszeit in ihrer Familie nicht fehlen, sagte Maria Pelka. Seit ihrer Kindheit würden sie dazugehören und warm am allerbesten schmecken. Nach einigen nützlichen Tipps der Profis zum richtigen Umgang mit Hefeteigen ging es mit einem Früchtebrot weiter.
Mariet Waltking servierte das typisch holländische Brot, in das alles hineinkomme, was die Küche so hergebe, erklärte sie. Die zahlreichen verarbeiteten Trockenfrüchte wie Datteln, Feigen und Cranberries sowie die Nüsse machten das Brot schön weihnachtlich und lange haltbar, stellten die Brüder fest.
Dank ihrer Schwiegermutter, die das Rezept aus Österreich mitgebracht habe, präsentierte Elke Buchwald ihre „Hausfreunde“. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, entfuhr es Jörg Meffert, der begeistert ein Stück verkostete. „Es ist nur aufgrund der enthaltenen Aprikosen süß, das ist wirklich interessant“, beschrieb er das Gebäck.
Mindestens ebenso begeistert waren die Brüder und die anderen Teilnehmer von Anette Dollitz Zimtwaffeln. „So riecht Weihnachten“, sagten sie. In Rheinland-Pfalz gebe es diese Zimtwaffeln in jedem Haushalt, im Hause Dollitz immer in der Weihnachtszeit. Als einziger Mann in der Teilnehmerrunde begeisterte Klaus Fischer mit aufwendig und liebevoll verzierten Keksen, die sowohl bei den anderen Teilnehmern als auch bei den Bäckern für große Begeisterung sorgten. „Die traue ich mich gar nicht zu essen, so schön sind sie“, hieß es von den Damen der Runde. Selbstredend, dass ein solcher Aufwand nicht ständig, sondern von Klaus Fischer nur zur Weihnachtszeit betrieben werde.
Ungarische Rumstanden von Oma Elisabeth
Zutaten: 200 Gramm weiche Butter, 160 Gramm Zucker, 6 Eier, 120 Gramm Weizenmehl Typ 405, 120 Gramm gemahlene Haselnüsse, ½ Päckchen Backpulver, 1 Prise Salz, Saft und Schale einer ½ Bio-Zitrone, 200 Gramm geschmolzene Blockschokolade (etwas abkühlen lassen)
Zubereitung: Butter und Zucker cremig rühren. Dann die Eier hinzufügen und zu einer lockeren Masse aufschlagen. Die restlichen Zutaten hinzugeben und gut verrühren. Alles auf ein gebuttertes Backblech geben und im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad Ober- und Unterhitze 25 bis 30 Minuten backen. Glasur: 400 Gramm Puderzucker, 100 ml brauner Rum (40 %). Rum und Puderzucker mit dem Schneebesen zu einer Glasur verrühren und auf das noch heiße Gebäck streichen. Abkühlen lassen und anschließend in kleine Rechtecke schneiden. Luftdicht aufbewahren.
Zutaten: 4 Eigelb, 100 Gramm Zucker, 4 Eiweiß, 200 Gramm gemahlene Haselnüsse, 200 Gramm getrocknete Aprikosen, ½ Päckchen Zitronat, ½ Päckchen Orangeat, 200 Gramm Mehl, Backpulver
Zubereitung: Eigelb mit Zucker schaumig rühren. Eiweiß schaumig schlagen und unterheben. Mehl sieben und unterheben. Die restlichen Zutaten ebenfalls untermengen. Die Masse auf ein eingefettetes Backblech streichen und mit einem verquirlten Ei bestreichen. 15 bis 20 Minuten bei 200 Grad backen. Noch warm in schmale Streifen schneiden.
Zutaten: Teig: 150 Gramm Butter, 300 Gramm (brauner) Zucker, 1 Teelöffel Vanillezucker, 450 Gramm Mehl, 50 Gramm Kakao, 1 Teelöffel Backpulver, 150 ml Milch, 2 Eier, Weihnachtsgewürze, Zum Verzieren: Kalter Kaffee (schwarz), Mandelblättchen, Kokos
Zubereitung: Die Eier und den Zucker vermischen und schaumig schlagen. Die Butter hinzugeben. Gewürze unterrühren. Vanillezucker, Kakao, Mehl, Backpulver und Milch in den Teig geben und gut verrühren. Der Teig soll sehr zäh sein. Gegebenenfalls etwas Milch hinzugeben. Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen und in der Mitte des Backofens 30 Minuten bei 200 Grad backen. Den Kuchen aus dem Ofen herausholen, etwas abkühlen lassen und umdrehen, sodass die glatte Unterseite oben aufliegt. Nun den noch warmen Kuchen mit Kaffee bepinseln (je nach Geschmack) und weiter nach Belieben verzieren.
Zutaten: Teig: 375 Gramm Mehl, 1 Päckchen frische Hefe, 125 Gramm Zucker, 1 Ei, 1 Prise Salz, 50 Gramm Margarine, 1/8 Liter Milch, Füllung: 250 Gramm gemahlenen Mohn, 125 Gramm Zucker, etwas Rum, 125 Gramm Rosinen, 1 Esslöffel Honig und etwas Butter, ½ Tasse kochende Milch, 1 Ei, Streusel: 200 Gramm Mehl, 100 Gramm Butter, 60 Gramm Zucker, 1 Esslöffel Rum
Zubereitung: Teig möglichst zwei Mal gehen lassen. Rosinen mit Rum tränken, alles zusammenrühren. Den Teig ausrollen und die Füllung darauf streichen. Den Teig einschlagen und auf das Backblech legen. Die Streusel verkneten und auf den Kuchen streuen. Noch einmal gehen lassen und dann 40 bis 50 Minuten bei 155 Grad Heißluft backen.
Zutaten: Für den Teig: 500 Gramm Mehl, 75 Gramm Zucker, 80 Gramm Butter, 1 Prise Salz, 1 Ei, 250 Gramm lauwarme Milch, ½ Würfel frische Hefe, für die Füllung: 50 Gramm Butter, 2 Esslöffel Zimtzucker, 50 Gramm Rosinen
Zubereitung: Teig ausrollen, Teigplatte mit Butter und Zimtzucker bestreichen und aufrollen. Die Rolle in 3 cm breite Scheiben schneiden und 10 Minuten gehen lassen. 15 bis 20 Minuten bei 200 Grad backen. Glasur: 100 Gramm Puderzucker, 2 Esslöffel Zitronensaft. Die noch warmen Zimtschnecken mit der Glasur bestreichen und trocknen lassen.
Zutaten: 2 Eier, 150 Gramm Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 300 Gramm Kokosraspeln, Backoblaten
Zubereitung: Eier, Zucker und Vanillezucker verrühren, Kokosraspeln unterheben. Eierbecher kalt ausspülen und zur Hälfte mit der Masse füllen. Die Eierbecher dann auf eine Oblate stürzen. 10 bis 15 Minuten bei 175 Grad backen.
Zutaten: 300 Gramm Mehl, 80 Gramm frisch gemahlene Haselnüsse, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Prise Salz, 100 Gramm Zucker, 2 Eigelb, 200 Gramm kalte Butter, 100 Gramm Fruchtaufstrich ohne Stücke (z. B. Samt Erdbeer-Vanille), Zierschnee oder Puderzucker zum bestäuben
Zubereitung: Mehl, gemahlene Haselnüsse, Zucker und Vanillezucker mischen, kalte Butter und die zwei Eigelb hinzugeben. Alles rasch zuerst mit den Knethaken, dann mit den Händen zu einem glatten Teig kneten. Den Teig mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Anschließend den Teig in acht Portionen teilen (jeweils ca. 90 Gramm). Die Portionen zu Rollen formen und in zehn Teile teilen. Aus jedem Teil eine ca. zwei Zentimeter große Kugel formen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Mit einem Fondant-Kugel-Stäbchen oder einem Kochlöffelstiel in jede Kugel vorsichtig eine Mulde drehen (nicht drücken, dann reißt der Teig). Den Fruchtaufstrich in die Vertiefung spritzen. 15 Minuten bei 160 Grad Umluft oder 180 Grad Ober-/Unterhitze backen. Nach dem Erkalten mit Puderzucker bestäuben.
Zutaten: 4 Eigelb, 100 Gramm Zucker, 4 Eiweiß, 200 Gramm gemahlene Haselnüsse, 200 Gramm getrocknete Aprikosen, ½ Päckchen Zitronat, ½ Päckchen Orangeat, 200 Gramm Mehl, Backpulver
Zubereitung: Eigelb mit Zucker schaumig rühren. Eiweiß schaumig schlagen und unterheben. Mehl sieben und unterheben. Die restlichen Zutaten ebenfalls untermengen. Die Masse auf ein eingefettetes Backblech streichen und mit einem verquirlten Ei bestreichen. 15 bis 20 Minuten bei 200 Grad backen. Noch warm in schmale Streifen schneiden.
Zutaten: 2 Eier, 200 Gramm Puderzucker, 1 Teelöffel Anis, 180 bis 200 Gramm Mehl
Zubereitung: Sehr gute Schaummasse aus den ganzen Eiern und dem gesiebten Puderzucker schlagen, Anis dazugeben, trockenes gesiebtes Mehl nach und nach unter die Schaummasse schlagen. Teigbeschaffenheit sollte so sein, dass die Plätzchen die Form behalten, die Oberfläche noch glatt fließt. Auf ein leicht bemehltes Blech kleine Häufchen setzen oder spritzen und über Nach in einem mäßig warmen Raum abtrocknen lassen. Bei 150 Grad lichtgelb backen.
Ebenfalls mit klassischen Weihnachtsrezepten ging es weiter. Nadine Lohmeier präsentierte ihre Kokosmakronen, und zwar endlich welche, bei denen das komplette Ei verwendet werden könne und nicht nur das Eiweiß, verkündete sie stolz.
Seit dem Jahr 1999 gibt es bei Corinna Meyer die Husarenkrapfen, auch Engelsaugen genannt, zu Weihnachten. „Die mögen sowohl mein Mann als auch ich“, sagte sie und präsentierte stolz ihre lange ausgetüftelte Version des Rezeptes, nach der nun auch die Marmelade ihren idealen Platz im Keks gefunden hat. „Die sind schön locker und fluffig“, lobte Alfred Meffert.
Und zum Schluss stellte Sabine Rußkamp den Mohnkuchen vor, den sie nach dem Rezept ihrer Oma, die es aus Schlesien mitgebracht hat, stets zu Weihnachten backe. Satt, um einige Erfahrungen reicher und mit einer ganzen Menge Tipps von den Profis traten die Teilnehmer nach einer kurzen Verkostung des meffertschen Stollens zufrieden die Heimreise an.