Kreis Lippe. Das Hermannsdenkmal feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag. Zu diesem besonderen Jubiläum hat sich auch Künstler Hans Kordes aus Verl-Kaunitz (Kreis Gütersloh), der in Lippe vor allem durch seine Garten-Hermänner bekannt geworden ist, etwas Besonderes einfallen lassen. Der 59-Jährige hat 16 identische „Hermann“-Exemplare hergestellt und in jeder Kommune des Kreises Lippe eines der stählernen Kunstobjekte platziert. „Ziel der Aktion ist es, das Hermannsjubiläum in allen Orten zu zelebrieren“, erklärt Kordes die Intention seines Projektes. Inzwischen sind alle sogenannten „Hermann 150“-Skulpturen in ihrer Kommune angekommen und stehen mit gezogenem Schwert und erhobenen Hauptes, so wie man den „Hermann“ kennt, an ihrem Platz. Natürlich sei es die Entscheidung der Menschen vor Ort gewesen, wo die Figur aufgestellt wird, sagt der Künstler. Oft ist der Schattenschnitt des „Hermann“ in der Nähe des Rathauses zu finden, aber auch an anderen schönen Plätzen zieht er nun die Blicke auf sich. Lipper haben besondere Beziehung zu ihrem „Hermann“ Der Jubiläums-Hermann misst eine Höhe von fast vier Metern. Das hat auch einen bestimmten Grund, wie Hans Kordes erklärt. „Zur Zeit der Errichtung des Hermanns rechnete man noch nicht im Dezimalsystem, sondern in Fuß und Zoll“, führt der Künstler aus. In Anlehnung an das Jubiläum habe er dem „Hermann“ für jedes Jahr einen Zoll Höhe gegeben. „Daher ist meine Jubiläumsversion 150 preußische Zoll hoch, was exakt 3922 Millimeter ergibt.“ Die Nieten des Schildes hat Hans Kordes als 16 lippische Rosen dargestellt. „Denn alle 16 Orte zusammen bilden das ’Land des Hermann’“, sagt er. Das sei nicht nur der Werbeslogan von „Lippe Tourismus und Marketing“ (LTM), sondern das würden die Lipper auch leben und fühlen. Der „Hermann“ symbolisiere die Verbundenheit zur Heimat und bringe in Lippe auch eine gewisse Emotionalität mit sich, so Kordes. „Ich weiß, dass auch viele Ostwestfalen den Hermann lieben und als besonderes Symbol unserer Region OWL ansehen. Die Lipper sind da aber halt noch einmal etwas herzlicher und leidenschaftlicher in ihrer Beziehung zum Hermann.“ Kommunen können die Skulptur für 1500 Euro behalten Der Künstler brauchte den ganzen März, um die Einzelteile für die 16 „Hermanns“ – so laut Kordes der lippische Plural für Hermänner – aus den Stahlplatten zu lasern und zusammenzuschweißen. Und am 1. April war es dann so weit: In Oerlinghausen wurde der erste „Hermann“ aufgestellt. Nach und nach zogen dann auch die anderen „Hermänner“ in ihre Städte und Gemeinden. „Dabei entstanden den Kommunen keine Kosten“, erklärt Kordes. Die Kunstaktion habe er eigenverantwortlich durchgeführt und finanziert. Das Projekt läuft bis Ende des Jahres. Dann hat jede Stadt die Möglichkeit, zum Festpreis von 1500 Euro ihren „Hermann“ zu erwerben. Etwa die Hälfte der Kommunen will die Skulptur auf jeden Fall behalten, wie der Künstler schon jetzt in den Gesprächen erfahren hat. „Schlangen hat sogar direkt ein Fundament gegossen“, erzählt er. Sollte die Haushaltslage den Kauf nicht zulassen, die Kommune aber einen Förderer finden oder der „Hermann“ werde über Bürgerspenden finanziert, so gelte ebenfalls der Preis von 1500 Euro. Alternativ könnten die Städte den rostigen Schwertmann zugunsten eines örtlichen sozialen, kulturellen oder gemeinnützigen Projektes versteigern. Jeder Betrag über die ausgelobten 1500 Euro kommt dann direkt dem entsprechenden Verein zugute. Kommen all diese Möglichkeiten nicht infrage, geht die Figur für 2850 Euro in den freien Verkauf über. Gewinnspiel: Alle 16 „Hermänner“ besuchen Einige Privatleute hätten bereits Interesse an den Jubiläums-Hermännern bekundet, berichtet Kordes. Doch der Künstler weist darauf hin, dass es keine weiteren Kopien dieser besonderen Version geben wird. „Es ist mir wichtig, dass es 16 Hermänner für 16 lippische Gemeinden und Städte sind.“ Nun liege es an den Lippern selbst, das Projekt mit Leben zu füllen, wie Hans Kordes sagt, der dafür aber auch einen Vorschlag parat hat. Die Skulpturen würden einen guten Anlass bieten, das „Land des Hermann“ besser kennenzulernen. Daher ruft er zu einem Gewinnspiel auf: Wer teilnehmen möchte, muss bis zum 30. November alle „Hermänner“ besucht haben und dies jeweils mit einem Selfie pro Kommune belegen. Die Bilderserien können per E-Mail an kingkordes@stahl-zeit.de eingereicht werden. Unter allen Teilnehmern verlost er 16 seiner Garten-Hermänner. Weitere Infos dazu und rund um das Projekt finden Interessierte im Internet unter www.1000xhermann.de