Kreis Lippe. Bahn-Bauarbeiten zwischen Lage und Lemgo führen ab Sonntag, 19. Oktober, zu Zugausfällen auf allen lippischen Bahnstrecken. Bis Samstag, 15. November, verkehren rund um Lage keine Züge. Statt der Eurobahn werden Busse eingesetzt. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, wird der Betrieb des Regionalexpresses 82 („Der Leineweber“) zwischen Bielefeld und Altenbeken in dieser Zeit vollständig eingestellt. „Als Ersatz verkehren Direktbusse zwischen Bielefeld Hbf und Detmold“, heißt es. Die Sperrungen beginnen am 19. Oktober um 20.30 Uhr und enden am 15. November um 23.45 Uhr. Auch auf der Linie RB 72 („Ostwestfalen-Bahn“) wird der Schienenverkehr zwischen Herford und Detmold eingestellt. Auf dem Abschnitt verkehren Busse. Züge fahren aber weiterhin zwischen Detmold und Paderborn. Auch die dritte Eurobahn-Linie ist betroffen: Die RB 73 („Der Lipperländer“) ist dann nur noch zwischen Bielefeld und Oerlinghausen auf der Schiene unterwegs. Zwischen Oerlinghausen und Lemgo-Lüttfeld fahren Busse statt der Züge. Die Deutsche Bahn lässt nach eigenen Angaben zwischen Lage und Lemgo zwölf Weichen und Gleise auf einer Länge von mehr als drei Kilometern erneuen. Außerdem werden 5200 Schwellen und 12.600 Tonnen Schotter ausgetauscht. Darüber hinaus werden bereits jetzt mehrere Bahnübergänge zwischen Lage und Lemgo erneuert. Busse brauchen länger Weil die Busse in der Regel nicht so schnell unterwegs sind wie die Züge, wird der Fahrplan angepasst. So benötigt der Ersatzbus von Detmold nach Bad Salzuflen 48 Minuten (mit Halt in Lage, Sylbach und Schötmar) – statt wie der Zug 18 Minuten. Wer von Lemgo nach Bielefeld will (Linie RB 73), kann beispielsweise um 7.29 Uhr in den Ersatzbus nach Oerlinghausen steigen. Von dort geht es mit dem Zug nach Bielefeld, der laut Plan (abgerufen für den 20. Oktober) um 8.45 Uhr in der Leineweberstadt ankommt. Das dauert 1 Stunde und 16 Minuten. Der reguläre Zug würde 38 Minuten benötigen. Der Direktbus von Detmold nach Bielefeld fährt in der Regel stündlich und braucht dafür 55 Minuten (Fahrtzeit Zug: 31 Minuten). Auf den Auskunftsseiten im Internet sind die Änderungen laut Mitteilung hinterlegt. Außerdem würden sie über Aushänge an den Bahnsteigen bekanntgegeben, heißt es. Die erneuten Sperrungen hatten – wie berichtet – Kritik ausgelöst. „Pro Bahn“: Keine Perspektiven verbauen Dr. Rudolf Hüls aus Lage, Bezirksvorsitzender des Fahrgastverbands „Pro Bahn“, lobt den Verband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und die Eurobahn. Soweit er erkennen könne, hätten beide „ihr Bestmögliches“ getan, um nach den Vorgaben der DB ein Ersatzangebot zu machen. „Aber die Fahrgäste müssen sich auf ständig neue Fahrplansituationen einstellen. Das darf sich in Zukunft nicht wiederholen.“ Darüber hinaus fordert Hüls, mit den Arbeiten dürften keine Zukunftsperspektiven verbaut werden. „Es darf nichts geschehen, was die (Wieder-)Anlage zweiter Gleise in der Zukunft erschwert“, zum Beispiel durch den Bau von Schaltkästen oder Masten auf vorhandenen Gleistrassen.“ Denn zwischen Detmold und Herford könnte theoretisch ein zweites Gleis gelegt werden – die Trasse ist breit genug angelegt. Doch: „Solches scheint zwischen den Bahnübergängen Heidensche und Detmolder Straße in Lage schon passiert zu sein.“ Darüber hinaus sind für Hüls ein Ausweichgleis in Ehlenbruch und der zweigleisige Ausfahrtkorridor von Lage Richtung Detmold für mehr Fahrplanstabilität „absolut notwendig, jetzt und nicht erst bei der S-Bahn 2040“.