Detmold. Zum zweiten Mal findet am Sonntag in der Erlöserkirche in Detmold angesichts des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen (Orange Days) ein Gottesdienst statt. Die beiden Pfarrerinnen Iris Beverung (Ev.-ref. Kirchengemeinde Cappel-Istrup) und Mareike Lesemann (Detmold-Ost) haben ihn gemeinsam vorbereitet und erläutern die Hintergründe. Wie kam es zu der Idee, das Thema ins Zentrum eines Gottesdienstes zu setzen? Iris Beverung: Das Thema Gewalt an Frauen ist unseren beiden Soroptimist-Clubs ein Schwerpunkt durch die Verbindung zu der UN-Kampagne der „Orange Days“. Vor Ort haben wir daher überlegt, wie wir für das Thema sensibilisieren und es auch weiter in die Öffentlichkeit tragen können. Richtet sich der Gottesdienst dann überwiegend an Frauen? Mareike Lesemann: Als Soroptimisten sind wir Mitglieder eines Clubs, dem Frauen angehören. Allerdings widmen wir uns gesamtgesellschaftlichen Fragen und freuen uns daher über viele interessierte Menschen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Häusliche Gewalt ist ein grundsätzliches Thema in unserer Gesellschaft, auch gerichtet gegen Kinder und Männer. Warum ist es wichtig, dass sich die Kirche positioniert? Mareike Lessmann: Unsere Grundwerte wie Nächstenliebe oder Menschenwürde lassen uns als Kirche dafür einstehen, gesellschaftliche Fragen aufzunehmen und uns für alle Menschen einzusetzen. Denn Gewalt soll um Gottes Willen nicht sein. Als Pfarrerinnen der Lippischen Landeskirche geht es uns auch darum, zu sensibilisieren im Sinne von Hinschauen, Helfen, Handeln! Wie kann sich die Kirche dem Thema nähern? Iris Beverung: Kirche allein kann sich diesem Thema nur bedingt nähern. Daher ist es uns wichtig, Netzwerke zu knüpfen und uns mit Gleichgesinnten gemeinsam zu positionieren. Mit unseren beiden Ev.-ref. Kirchengemeinden Detmold-Ost und Cappel-Istrup haben wir uns daher mit den Soroptimist-Clubs Lippische Rose und Detmold zusammengeschlossen. Darüber hinaus sind sowohl bei diesem Thema und auch konkret bei dem Gottesdienst die Gleichstellungstelle des Kreises Lippe durch Nicole Krüger sowie das Beratungszentrum der Lippischen Landeskirche durch Pfarrerin Susanne Eerenstein vertreten. Gemeinsam machen wir uns stark und erheben unsere Stimmen für betroffene Frauen und deren Umfeld, aber auch für die Sensibilisierung in der Gesamtgesellschaft. Der Gottesdienst bildet den Auftakt zu verschiedenen Veranstaltungen der beiden lippischen Soroptimist-Clubs zu den Orange Days, unter anderem wird am 27. November im Hansa-Kino der Film „Morgen ist auch noch ein Tag“ in einer Sondervorstellung zu sehen sein. Im Gottesdienst gehen Sie auf die Protagonistin des Films ein. Worum geht es da genau? Iris Beverung: Die Protagonistin Delia lebt in Rom (1946). Sie hat keine Ruhe. Ihr tyrannischer und gewalttätiger Ehemann, die drei Kinder und der bettlägerige Schwiegervater müssen versorgt werden. Zusätzlich bessert sie die Haushaltskasse mit etlichen Hilfsarbeiten auf. Doch als ein mysteriöser Brief für sie eintrifft und die Verlobung der ältesten Tochter ansteht, ist Delia bereit, sich ein besseres Leben zu wünschen, nicht nur für sich selbst. Was erwartet die Gottesdienstbesucher darüber hinaus? Mareike Lesemann: In diesem Gottesdienst kommen alle Player unseres Netzwerkes zu Wort. Musikalisch wird der Gottesdienst von Kantorin Leonie Deutschmann begleitet. Durch moderne Lieder kommen imposant unterschiedliche Nuancen und Facetten der Thematik zum Ausdruck. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es bei Tee und Gebäck auch die Möglichkeit, mit uns und miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Gottesdienst beginnt am 23. November um 17 Uhr in der Erlöserkirche am Markt in Detmold. Der Kinofilm beginnt am 27. November um 18.45 Uhr im Hansa-Kino Lemgo. Es gibt noch Restkarten. Tickets können für 15 Euro nach dem Gottesdienst erworben werden.