Kreis Lippe/ Lemgo. Schulsport, Comedy, Handball-Bundesliga: Die Phoenix-Contact-Arena in Lemgo hat eine Menge verschiedener Veranstaltungen zu bieten. Doch auch sie ist in die Jahre gekommen, müsste dringend saniert werden. Das Dach ist marode, die Beleuchtung noch nicht vollständig auf LED umgestellt, die Fassade müsste energetisch saniert werden, zählt Karen Zereike, Leiterin des Eigenbetriebs Schulen, einige Defizite der Halle auf. Um das in Angriff zu nehmen und mit den Kosten nicht komplett allein dazustehen, hat sich der Kreis Lippe entschlossen, sich für das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ zu bewerben. Der Kreisausschuss hat dem nun zugestimmt. Insgesamt 7,4 Millionen Euro Gesamtinvestitionen sind es laut Karen Zereike, die der Kreis in seine Halle investieren müsste - und das bereits priorisiert, wie Kreiskämmerer Rainer Grabbe ergänzt. Wolle man alles in Angriff nehmen, wäre eine noch viel höhere Summe zu veranschlagen. Bekommt der Kreis den Zuschlag, gäbe es eine Finanzspritze von 3,34 Millionen, also 45 Prozent, wie die Betriebsleiterin auf Nachfrage von Kurt Kalkreuter (SPD) erklärt. Chancen erhöhen Doch warum die Phoenix-Contact-Arena? Schließlich gebe es einige Hallen des Kreises, die eine Überholung dringend nötig hätten, merkt SPD-Fraktionschefin Ilka Kottmann an. Und warum nur ein Projekt? Darauf hat Karen Zereike die Antwort: „Die Bundesförderung beträgt 333 Millionen Euro, das ist nicht viel.“ Der Kreis habe nur ein Projekt ausgewählt, um die Chance für einen Zuschlag zu erhöhen. Die Phoenix-Contact-Arena wiederum passe sehr gut ins Profil des Förderprogramms: Der Fokus liege auf der energetischen Sanierung, die Sportstätte sollte eine besondere regionale Bedeutung haben und die Projektplanung müsse bereits vorangeschritten sein. Wichtiger Wirtschaftsfaktor Und: Der TBV und die Halle seien ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor und bislang immer auskömmlich in der Finanzierung, sprich, kein Zuschussgeschäft, betont der Kämmerer. Neben sechs Schulklassen und dem Handball-Bundesligisten diene die Phoenix-Contact-Arena als Ort für Kongresse, Messen und Kultur. 170.000 Menschen seien im vergangenen Jahr zu Veranstaltungen gekommen, mit den Schülern seien es 320.000 Nutzer gewesen. Einen Bericht dazu gebe es im Wirtschaftsausschuss. Die Sanierung solle die langfristige Nutzungssicherheit der Sportstätte gewährleisten und verbesserte Bedingungen für Schulen, Vereine sowie die breite Bevölkerung schaffen, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Damit leiste das Vorhaben „einen wichtigen Beitrag zur strukturellen Weiterentwicklung der regionalen Sportinfrastruktur und zur Stärkung der sportlichen Teilhabe im Landkreis.“ Visionen und Wirklichkeit CDU-Fraktionschef Andreas Kasper fragte, ob der Brandschutz inbegriffen oder bereits erledigt sei. Das sei bereits erledigt, dazu habe es vor Jahren auch einen Dringlichkeitsbeschluss gegeben, erwiderte Rainer Grabbe. Zudem habe es seit 2005 keine größeren energetischen Maßnahmen gegeben, wie Karen Zereike ergänzt, das Dach müsse gemacht werden, die Fassade energetisch saniert, die Beleuchtung sei noch nicht vollständig auf LED umgestellt worden. Kurt Kalkreuter (SPD) wollte wissen, ob der TBV etwas an der Halle machen wolle, und bezog sich damit wohl auf die Aussagen vom ehemaligen Beiratsvorsitzenden Herbert Vogel. Bei einem Sponsorentreffen im Sommer hatte er mit der Vision eines erneuten Hallenausbaus für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Phoenix-Contact-Arena sei „technisch nicht erweiterbar“, betonte Grabbe, es gebe keine Planungen hierzu. Allerdings sei man immer im Gespräch mit dem TBV als Ankermieter, denn bevor Geld in die Hand genommen werde, müsse der Mietvertrag, der bald auslaufe, wieder um zehn Jahre verlängert werden. Interesse bekundet Mit ihrem Votum setzten die Kreispolitiker ein „Interessenbekundungsverfahren“, wie es im Verwaltungsdeutsch heißt, in Gang: Der Kreis Lippe teilt dem Fördergeber mit, dass es mit der Phoenix-Contact-Arena ein Projekt gibt, dessen Rahmenbedingungen ins Programm passen und für das der Kreis gern eine Förderung hätte. Die Mitteilung hat die Verwaltung fristgerecht am Donnerstag, 15. Januar, abgeschickt. Wird das Projekt Phoenix-Contact-Arena ausgewählt und stimmt der Kreistag der Sanierung zu – schließlich stehen dann immer noch gut drei Millionen Euro auf der Rechnung, die der Kreis Lippe tragen müsste – müsse ein weiterer, ausgearbeiteter Antrag eingereicht werden, erklärte Karen Zereike.