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Denkmale

Technikum und Getreidesilo in Lage verraten ihre Geheimnisse

Lage. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, haben der Ortsverein des Lippischen Heimatbundes und die Stadtführer nach eigenen Angaben ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt, das drei Themenschwerpunkte hat.

Getreidesilo S. A. Krügermeyer: Es bietet sich die einmalige Gelegenheit, einen Blick in das markante Silogebäude zu werfen und Informationen hierüber aus erster Hand zu erhalten. Mit seiner Größe und seiner wuchtigen Erscheinung dominiert der Silobau seit seiner Fertigstellung im Jahr 1938/1940 das Lagenser Bahnhofsareal. Das Gebäude gilt als letztes Werk des Architekten und ehemaligen Lagenser Stadtbaumeisters Gustav Meßmann. Mit seinem Schaffen prägte Meßmann maßgeblich den historischen Baubestand im heutigen Kernstadtbereich Lage. Die angebotenen Führungen werden sich zum einen mit der inzwischen 177-jährigen Geschichte des Getreidehandels der Firma S. A. Krügermeyer beschäftigen, zum anderen mit der Rolle von Silo-Gebäuden für den Zivilschutz. Damit versprechen auch diese Führungen sehr interessant zu werden, heißt es in der Pressemitteilung. Die Führungen am und im Getreidesilo durch Andreas Schmuck, den Eigentümer des Gebäudes, beginnen um 11 bzw. 12.30 Uhr und dauern jeweils rund 90 Minuten. Treffpunkt: Elisabethstraße 6-10, auf der Brückenwaage im Innenhof der Lippe Agrar, bahnseitig, Einfahrt vor der Fußgängerunterführung.

Technikum: Es ist eines der markantesten historischen Gebäude in Lage. In diesem Sinne ist es zweifelsohne ein „Wahrzeichen“ der Stadt. Im erhalten gebliebenen und denkmalgeschützten Hauptgebäude an der Langen Straße befinden sich heute u. a. die VHS und die Musikschule. Wie aber kam es im Jahr 1924 zum Bau dieser imposanten technischen Lehranstalt und welche Nutzung hat das Technikum in seiner wechselvollen Geschichte erfahren? Die Stadtführer Sabine Budde und Udo Schriegel des Heimatbund-Ortsvereins Lage geben Einblicke in die Entstehungsgeschichte. Dabei kommen auch Informationen über den Lehrbetrieb, das Studentenleben am Technikum und die Familie des Institutsgründers Quest nicht zu kurz. Um 13 Uhr geht es um „Baustile, Veränderungen, versteckte Details“ (Stadtführer Udo Schriegel), um 13.30 Uhr um „Villa Quest – ein Leben für das Wissen“ (Stadtführerin Sabine Budde). Treffpunkt ist jeweils am Haupteingang auf der Rückseite des Gebäudes Lange Straße 124.

Das Technikum in der Geschichte der lippischen Luftfahrt: In ganz Lippe gründeten sich etwa ab 1925 kleine Segelflugvereine, in denen die einfachen Gleitflugzeuge selbst hergestellt wurden. Auch am Technikum in Lage bildete sich im Rahmen eines „Flugwissenschaftlichen Studienganges“ eine fliegerisch aktive Gruppe. Gebaut wurde im „Fliegerkeller“ des Technikums. Das Fliegen selbst erfolgte am Segelflugplatz Oerlinghausen. Ein Vortrag beleuchtet die Rolle, die das Technikum Lage für die hiesige Luftfahrtgeschichte spielte. Mit dem Technikum ist auch der Name segelfliegerisch erfolgreicher Luftsportler verbunden, deren Wirken in Lage nachgezeichnet wird. Ab 1942 ruhte der Lehrbetrieb am Technikum. Die frei gewordenen Räume bezog daraufhin die Firma Focke-Wulf, damals einer der größten Zulieferer der Reichsluftwaffe. Das Technikum war damit auch Rüstungsstandort. Hier wurde unter anderem Grundlagenforschung betrieben, deren Ergebnisse nach dem Krieg den Flugzeugbau maßgeblich beeinflusste. Ein Vortrag von Konrad Soppa wird ab 14.30 Uhr die Bedeutung des Technikum Lages für die heimische Luftfahrt beleuchten. Dabei wird der Bogen von der Sportfliegerei über die Rüstungswirtschaft bis hin zur Nutzung des Hauses als kulturelle Einrichtung geschlagen. Treffpunkt ist das Bürgerhaus am Clara-Ernst-Platz, nahe Parkplatz Am Drawen Hof.

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