Lage-Hörste. Das Dorffest in Hörste im Herbst hat Tradition, aber die lässt sich nicht so ohne Weiteres fortsetzen. Es hat sich einiges geändert, die Anforderungen an die Veranstalter gehören dazu. Und da taucht ein Problem auf: Es reicht nicht, wenn sich jeder der beteiligten Vereine versichert. Es muss einen Veranstalter geben, der ebenfalls eine Versicherung abschließt, und bis jetzt gibt es den in Hörste nicht. Die gute Nachricht ist: Der Laternenumzug könnte stattfinden, auch im Hörster Krug könnte es Angebote geben. Die Kirmes und die Stände der Vereine draußen allerdings sind eine andere Sache. Auf den Plakaten hat bislang die Dorfgemeinschaft gemeinsam für das Dorffest geworben, das Ende Oktober, Anfang November stattfindet. Es gibt einen Laternenumzug, Lebkuchenherzen für die Kinder, Kirmes, Stände der Vereine, Rinderwurstessen, Kaffeetrinken und auch schon mal eine Disco im Hörster Krug. Die Teutoburger-Wald-Straße wird für die Dorfsause im unteren Einmündungsbereich gesperrt. Das alles muss organisiert werden. Im Hintergrund hatte viele Jahre vor allem der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins Hörste, Gebhard Rösler, die Fäden in der Hand. Nach den Turbulenzen im vergangenen Jahr rund um den Verein war die Veranstaltung noch einmal über die Bühne gegangen. Aber klar war, dass es so nicht noch einmal laufen kann. Bereits kurz nach dem jüngsten Dorffest trafen sich deshalb die örtlichen Vereine, um wieder zu planen. Detailliertes Sicherheitskonzept Diesmal hatte der Verein „leben in Hörste“ eingeladen, doch ganz so einfach ist es nicht wie in den Vorjahren. Denn nach einigen Amokfahrten bei Großveranstaltungen hatte das Land NRW die Bestimmungen geändert. Die Sicherheitskonzepte werden im Detail gefordert - und keineswegs nur für große Veranstaltungen im öffentlichen Raum. Schon früh im Jahr wurde deshalb mit den Abfragen begonnen, was überhaupt in Hörste notwendig ist, um die Sicherheitsvorschriften zu erfüllen. Die Vorsitzende des Vereins „leben in Hörste“, Petra Niederdorf, füllte mehrere Fragebögen aus. Die Vorgaben macht das Land NRW, die Stadt Lage leitete die ausgefüllten Bögen an das Land wieder zurück. Abgefragt wurden Strecken, Zuwegungen - und wer der Veranstalter ist. Zunächst sah alles gut aus, der Status „Grün“ wurde dem Verein avisiert, aber dann steckte der Teufel im Detail, als es darum ging, wer denn Veranstalter ist. „Die Dorfgemeinschaft ist kein Verein, wir haben in unserem Verein die Organisation solcher Feste nicht in der Satzung verankert“, sagt Petra Niederdorf. Gerne sei man dabei, wenn es darum gehe, die Tradition weiter zu führen und es im Dorf auch den Bedarf gebe. Allerdings sei die Reaktion darauf, wer denn den Part des Veranstalters übernehmen würde, überschaubar. Bislang habe sich niemand gefunden. Ganz gestrichen werden müsste das Fest aber nicht. Laternenumzug ist gesichert Vereinsmitglieder von „leben in Hörste“ haben sich gekümmert, die rechtlichen Bedingungen abgeklopft und zumindest für den Laternenumzug eine Lösung: Er könnte dank Lippe Tourismus und Marketing (LTM) stattfinden. Bürgermeister Matthias Kalkreuter hat außerdem zugesichert, mit Lippe Tourismus und Marketing zu sprechen, ob diese nicht als Veranstalter für das Fest einspringen könnte. In dem Fall müsste sie die Abwicklung übernehmen und den Vertrag mit dem Kirmesbetreiber schließen. Warum sich die Vereine im Ort schwertun? „Das ist ein finanzielles Risiko. Wir haben bei verschiedenen Versicherungen nachgefragt, ein annehmbares Angebot hat es nicht gegeben. Es reicht keine einfache Veranstaltungshaftpflicht. Es ist eine Art Sicherheitsdach gefordert. Im Schadensfall würde diese jetzt geforderte Versicherung prüfen, wer haften muss“, sagt Petra Niederdorf. Die Hoffnung sei, dass die größere LTM bessere Chancen hätte, die Bedingungen zu erfüllen. Das Ganze sei auch eine Frage der Kosten. Zahl der Veranstaltungen im Dorf steigt Wobei sich grundsätzlich die Frage stelle, wie man weitermachen wolle. „In Hörste gibt es bereits viel mehr Veranstaltungen, das ist in den vergangenen Jahren gewachsen.“ Das Hoffest bei Familie Horn ist am letzten Augustwochenende, das Gemeindefest steht danach an, der RSV lädt im September in den Lunapark ein, es soll wieder einen Weihnachtsmarkt geben, der im vergangenen Jahr bestens angekommen war. Während der Heimatkonferenz, die der Verein „leben in Hörste“ gemeinsam mit dem Innovationszentrum Dörentrup im Haus des Gastes organisiert hatte, waren bereits andere Vorschläge für das Dorffest gemacht worden. Daran soll im September weiter gearbeitet werden. Für dieses Jahr wird das nichts bringen, aber in den kommenden Jahren vielleicht den Veranstaltungskalender bereichern. Was letztlich von der Arbeitsgruppe vorgeschlagen werde, stehe keinesfalls fest, so Niederdorf. „Wir wollen herausfinden, was wirklich gewünscht ist. Dafür wollen wir eine breite Basis schaffen“, sagt Niederdorf.