Lage. Acht Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist das Interesse an den Ereignissen in Lage ungebrochen. Die Dokumentation „80 Jahre Kriegsende in Lage – 3. April 1945“ von Konrad Soppa und Dr. Hans Jacobs habe eine Welle der Erinnerung ausgelöst, wie die Organisatoren schreiben. Doch nun werfen neue Funde weitere Fragen auf.
Nach der Veröffentlichung ihres Werkes erhielten die Autoren bislang unbekanntes Bildmaterial und Zeitzeugenberichte – teils aus Lage, teils aus den USA. „Die Fotos verdeutlichen erneut das Ausmaß der Zerstörung, die die Stadt durch die Luftangriffe im Februar und März 1945 erlitt: Rund 18 Prozent des Wohnraums wurden unbewohnbar, über 400 Wohnungen lagen in Trümmern.“
Unter den neuen Fundstücken befinden sich zwei Aufnahmen, die Rätsel aufgeben. Sie zeigen stark beschädigte Gebäude und Straßenzüge, entstanden vermutlich unmittelbar nach den Bombardierungen oder den Artilleriegefechten Anfang April 1945. Obwohl Soppa und Jacobs die Schäden in Straßen wie Von-Cölln-Straße, Hagensche Straße oder Gerichtsstraße detailliert dokumentiert hätten, ließen sich diese Motive bislang nicht zuordnen.
„Wir haben Material erhalten, das selbst uns neu war“, berichten die Autoren. Nun setzen sie auf die Mithilfe der LZ-Leserinnen und -Leser: „Wer erkennt die Häuser oder Straßenecken auf den Fotos? Vielleicht können ältere Bürger oder deren Nachkommen Hinweise geben, um welche Gebäude es sich handelt und wo sie einst standen.“
Hinweise zur Identifizierung können direkt an die Autoren geschickt werden (info@jacobs-verlag.de). Jeder Beitrag hilft, das historische Puzzle der Stadt Lage zu vervollständigen – und die Erinnerung für kommende Generationen lebendig zu halten.