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Lemgo

Prunkfassade des Hexenbürgermeisterhauses erstrahlt im Sandsteinton

Sanierung der Front fast abgeschlossen

Arbeitet an der Fassade: Kirchenmalerin und Restauratorin Constance Schröder. - © Foto: pavlustyk
Arbeitet an der Fassade: Kirchenmalerin und Restauratorin Constance Schröder. (© Foto: pavlustyk)

Lemgo. Nur noch einige Restarbeiten sind an der Fassade des Hexenbürgermeisterhauses zu erledigen. Diese zeigt sich in einem Sandsteinton. Wichtiger als die Farbgebung sind allerdings Vorkehrungen zum Erhalt der originalen Steinsubstanz.

Es sei weniger eine Renovierung, sondern vielmehr eine konservatorische Arbeit, sagt Helmut Strüßmann, Geschäftsbereichsleiter "Stadtplanung und Bauen". Alle Putzoberflächen sind laut Kirchenmalerin und Restauratorin Constance Schröder von der Firma "Kramp & Kramp" erneuert worden. Die Verankerungen der Muscheln am Giebel sind nach Angaben von Andreas Rehse von der Gebäudewirtschaft Lemgo erneuert worden. Die Fenster in den beiden unteren Geschossen seien ersetzt worden, damit keine Feuchtigkeit ins Innere eindringen kann und damit sich das Museum im Sommer nicht aufheizt. Das sei bei den alten Fenstern der Fall gewesen. An hervorstehenden Gesimsen und auf den Muscheln wurden, so Strüßmann, Bleiabdeckungen erneuert, damit kein Regenwasser die Fassade herunterläuft.

Die größte Herausforderung sei jedoch die Farbgestaltung der Fassade gewesen. Dabei ging es laut Strüßmann um die Frage, welche Farbgebung umgesetzt werden soll – die ursprüngliche und monochrome oder eine mit farblichen Absetzungen. Unter anderem deswegen habe sich die Fassadengestaltung länger hingezogen als geplant. Nun, nach vielen Gesprächen und Abstimmungen habe man sich auf einen Sandsteinton in zwei Helligkeiten geeinigt. Dieser wurde auf die Putzflächen und den Sandstein aufgetragen. So ist die Ostseite des Hexenbürgermeisterhauses nun weniger kontrastreich. Farbenfroh hervorgehoben sind die Figuren an der Fassade.

Bis auf Kleinigkeiten ist die Konservierung der Front fertig. Rund 300 000 Euro kostet laut Strüßmann die Giebelsanierung (veranschlagt waren 350 000 Euro), 70 000 Euro kommen für die Fenster obendrauf. 70 Prozent der Summe bezuschusst das Land, 30 Prozent stammen von der Staff-Stiftung, die neben der Stadt Gesellschafter der "Hexenbürgermeisterhaus Alte Hansestadt Lemgo GbR", ist. Die zusätzlichen 20 000 Euro bringt die Stadt Lemgo auf. Hinzu kommen noch Kosten für die neue Fassung des Tores an der Fassade, die im Herbst fertiggestellt sein wird.

Und auch dann ist die Außenrestaurierung noch nicht abgeschlossen: 2016 beginnen die Arbeiten an der Nord- und der Westseite des Hexenbürgermeisterhauses. Das wird laut Strüßmann etwa 160 000 Euro kosten, wobei die Schadensaufnahme und die Kostenschätzung aus 2008 stammen. Möglicherweise sei der Schaden größer geworden.

Information

Infos zur Farbgebung am Denkmaltag

Jürgen Scheffler, Leiter des Museums Hexenbürgermeisterhaus, ist zufrieden mit dem äußeren Erscheinungsbild der Fassade. Die Farbgebung gebe der Front eine gewisse Wertigkeit. "Es sieht sehr edel aus", so Scheffler. Er bemerkt, dass im Anschluss an die Restarbeiten an der Fassade und die Fertigstellung der Torfassung neue Ansichtskarten mit dem aktuellen Aussehen des Museums gedruckt werden. Außerdem sei in der Schriftenreihe "Lippische Kulturlandschaften" des Lippischen Heimatbundes ein Heft geplant, das sich unter anderem auch der neuen Farbgebung widmen soll.
Diese thematisiert neben früheren Erscheinungsbildern des Hexenbürgermeisterhauses der Bauforscher Dr. Holger Reimers, der sich mit dem Giebel der Fassade befasst hat, anlässlich des Tages des offenen Denkmals. Diese bundesweite Veranstaltung steht am 14. September unter dem Motto "Farbe". (kpa)

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