Amtsgericht klärt Besitzfrage um angeblich totes Pferd

veröffentlicht

  • 0
  1. Schlagwörter:
  2. Amtsgericht Detmold
Die Stute, um dessen Besitz vor Gericht gestritten wurde, soll im Januar 2018 gestorben sein. - © Privat
Die Stute, um dessen Besitz vor Gericht gestritten wurde, soll im Januar 2018 gestorben sein. (© Privat)

Lemgo. Wem gehört das tote Pferd? In einem kuriosen Rechtsstreit, in dem es um eine Stute geht, die bereits im Januar 2018 gestorben sein soll, hat das Amtsgericht Lemgo am Mittwochmorgen das Urteil gesprochen. Einem Züchter aus dem hessischen Schotten, der sein eigenes Pferd "entführt hat", wurde Recht gegeben. Die Beklagte muss die Prozesskosten tragen. Der ganze Fall der Reihe nach:

Der Pferdezüchter hatte sich im April 2017 mit einem Salzufler auf das Geschäft geeinigt und ihm das Pferd zunächst zur Probe überlassen. Die Rechnung soll anschließend jedoch nicht beglichen worden sein. So hätte der Käufer dem Züchter noch 4.000 Euro aus dem Kauf der Stute geschuldet. Im Juni 2017 startete die Stute dennoch bei einem Reitturnier in Herford. Dort nutzte der Züchter seine Chance und holte sich das Pferd mit einer "Entführung" zurück.

Dafür landete er vor dem Landgericht Bielefeld, denn die Ehefrau des Käufers hatte ein Urteil auf Herausgabe der Stute erwirkt. Mit der Erhebung einer Feststellungsklage wehrte sich der Kläger wiederum vor dem Amtsgericht Lemgo gegen die Zwangsvollstreckung, wo sich nun die Ehefrau als Beklagte verantworten musste. Und der Züchter hatte Erfolg. Denn das Besitzrecht habe laut Gericht stets beim Züchter gelegen. Es sei auch nicht durch den Abschluss eines Kaufvertrages übertragen worden - schon gar nicht auf die Ehefrau, da in den Verhandlungen nicht sie sondern ihr Mann als Käufer auftrat.

Laut Züchter sei die Stute im Januar 2018 gestorben. Der Ehemann der Beklagten hatte bereits an einem früheren Verhandlungstag gesagt, dass er dieser Darstellung keinen Glauben schenkt. Mit der Urteilsverkündung von Mittwoch spielt das jedoch keine Rolle mehr, da der Züchter für das Gericht stets der Eigentümer  war. Die Beklagte muss die Prozesskosten übernehmen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Beklagte kann binnen eines Monats nach Zustellung des Urteils Berufung beim Landgericht Detmold einlegen.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!