Strickgruppe "Flotte Socken" sammelt für den guten Zweck

Vasco Stemmer und Till Brand

  • 0
Bunte Aktion: (von links) Conny Dreier, Christiane Brakhage, Liselotte, Elke Kirsch und Marion Kähler stricken für den guten Zweck und für den Bürgermeister. - © Vasco Stemmer
Bunte Aktion: (von links) Conny Dreier, Christiane Brakhage, Liselotte, Elke Kirsch und Marion Kähler stricken für den guten Zweck und für den Bürgermeister. (© Vasco Stemmer)

Lemgo. Liselotte, die lebensgroße Puppe, hat die Passanten am Wochenende in der Lemgoer Innenstadt angelächelt. Zum internationalen Tag des Strickens hatte die hiesige Strickgruppe „Die flotten Socken" eine recht spontane, aber kreative Aktion auf die Beine gestellt. Unter anderem sollten die Lemgoer an einem Schal für den Bürgermeister stricken.

Der wusste zwar im Vorfeld von nichts, nahm die Aktion aber mit Humor. Auf LZ-Anfrage fragte sich Dr. Reiner Austermann: „Brauche ich einen Schal, weil ich mich warm anziehen muss? Ist es für einen guten Zweck? Wahrscheinlich lese ich die Auflösung in der LZ..."

In der Tat: „Wir wollen ein Zeichen für die Gemeinschaft in Lemgo setzten", erklärte Conny Dreier von der Strickgruppe „Die flotten Socken" zu der Aktion. Dazu ging es den Frauen in der Tat darum, für zwei Hilfsprojekte zu werben – und damit war nicht der Wärmespender für den Bürgermeister gemeint.

Dazu waren an dem Stand der Gruppe zahlreiche Handarbeiten ausgestellt, die Mülleimer mit großen Augen und bunten Haare überzogen, ein Fahrrad komplett in farbiges Garn eingehüllt. Für den Schal für Dr. Reiner Austermann konnte jedermann, der des Strickens mächtig ist, ein paar Maschen beitragen. Auch für die Kinder gab es ein kleines Mitmach-Projekt.

Die Idee zu der Aktion entstand spontan, und die Vorbereitung stemmten Dreier und ihre Mitstreiterinnen in nur zehn Tagen. Den Lemgoern schien die Idee zu gefallen, denn viele beteiligten sich. „Manche haben seit 30 Jahren nicht gestrickt, aber das ist wie Fahrradfahren – man verlernt es nicht", freute sich Conny Dreier über den Zuspruch. Der Schal für den Bürgermeister war dabei nur der Aufhänger, denn die Gruppe wollte auch ordentlich Spenden sammeln und auf benachteiligte Kinder aufmerksam machen.

Die Strickgruppe unterstützt so die Organisation „Kinder in Not Lippe", die seit mehr als 20 Jahren Hilfstransporte nach Litauen auf die Beine stellt. Dafür hatten die „Flotten Socken" dieses Mal bereits im Vorfeld zahlreiche alte Puppen gesammelt und sie mit neuen, selbst gestrickten Kleidern versorgt.

Zudem wollen die Frauen dem „Visionary Learning Center" unter die Arme greifen, das im afrikanischen Uganda eine Schule für etwa 300 Kinder aufgebaut hat – für Kinder, die sonst keinen Zugang zu Bildung hätten. Auch alle diese Jungen und Mädchen sollen eine Puppe oder einen Teddy bekommen, die von Helfern in ganz Deutschland gefertigt wurden. Mit den zusätzlich gesammelten Spenden möchte die Schule eine Milchkuh anschaffen, um eine bessere Ernährung für die Kinder zu gewährleisten.

Als Dankeschön für das fleißige Mitstricken oder großzügige Spenden gab es von den Lemgoern ein kleines gehäkeltes Herzchen geschenkt. Wann der Bürgermeister seinen neuen Schal erhält, ist nicht klar – dass er ihn bekommt, gilt als sicher. „Ich stehe zur Terminabsprache bereit", sagt Austermann.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!