Bösingfelder Rapper Casper stoppt Merch-Verkauf bei Konzert

Matthias Schwarzer

  • 0
Rapper Casper (rechts) ist derzeit auf Tour. Einen regulären Merchandise-Stand wird es auf seinem Konzert in Berlin allerdings nicht geben. Gemeinsam mit Materia (links) will er Fans vor überhöhten Preisen schützen. - © Till Brand
Rapper Casper (rechts) ist derzeit auf Tour. Einen regulären Merchandise-Stand wird es auf seinem Konzert in Berlin allerdings nicht geben. Gemeinsam mit Materia (links) will er Fans vor überhöhten Preisen schützen. (© Till Brand)

Berlin/Bösingfelder. Wenn Musiker irgendwo auftreten, dann wird beim Konzert in der Regel auch Merchandise verkauft. Zum Beispiel schicke T-Shirts oder Hoodies mit dem Logo der Band. Der Bösingfelder Rapper Casper und sein Kollege Marteria ziehen jetzt allerdings die Reißleine - denn es gibt Zoff um die Preise von T-Shirts.

Wenn die Musiker am 3. August ein Konzert auf der Berliner Waldbühne geben, verzichten die Musiker auf einen regulären Merch-Stand. Casper und Marteria werfen Eventim, dem Betreiber der Waldbühne, zu hohe Konzessionen (eine Art Steuern) auf den Verkauf von Merchandise vor.

Bei Instagram erklärte Casper, dass er das "Machtspiel" von Eventim nicht mehr mitspielen wolle. Bei den enormen Konzessionen des Betreibers müsste ein T-Shirt für über 40 Euro in den Verkauf gehen. Regulär kostet das gleiche T-Shirt im Online-Shop nur 25 Euro.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

OBACHT: bei der show am samstag in der waldbühne wird es keinen üblichen merch verkauf geben. leider. der betreiber der waldbühne, eventim, fordert erhebliche konzessionen und macht es uns unmöglich unsere shirts etc zu einem fairen preis zu verkaufen. ich finde nicht dass ein t-shirt bei einem konzert 40€ oder mehr kosten sollte. das steht einfach in keinem verhältnis und das machtspiel möchte ich auch nicht mitspielen. deshalb haben wir uns aber was anderes ausgedacht - das sogenannte PRE-MERCH! wir bieten euch hier die möglichkeit das 1982 merch online vorzubestellen und ohne versandkosten vor ort an der waldbühne abzuholen. zu fairen preisen. ach ja, es gibt auch ein geiles exklusives und limitiertes berlin konzert shirt - entworfen von dem wunderbaren marek bäuerlein! zum pre-merch geht es hier entlang: https://pre-merch.com/1982 (LINK AUCH IN DER BIO)

Ein Beitrag geteilt von casper (@xocasperxo) am


Eventim ausgetrickst

Doch die beiden Rapper haben sich etwas ausgedacht: Fans können das Merch ihrer Wahl nämlich vorbestellen und dann einfach versandkostenfrei an der Waldbühne abholen. Casper und Marteria werden ebenfalls vor Ort sein, Autogramme verteilen und Fotos machen. Fans wolle man mit dieser Aktion vor überteuerten Shirt-Preisen schützen.

Der Betreiber Eventim hat inzwischen auf die Vorwürfe reagiert. "Selbstverständlich respektieren wir den Wunsch des Künstlers, Fan-Artikel über eine ‚Pre-Merch‘-Aktion und nicht während des Konzerts in der Waldbühne zu verkaufen. Unsere Konzessionen sind branchenüblich, für alle gleich und seit vielen Jahren stabil", sagte eine Sprecherin der Musikwoche.

"Sie decken unter anderem Kosten für das Verkaufspersonal und Infrastrukturleistungen (Warenannahme und -verteilung; Auf-, Abbau und Anbindung der Stände; Einrichtung der Kassen, Payment, Abrechnung und Auslagerung; Strom) und werden von allen Veranstaltern akzeptiert." Außerdem würde der Preis für T-Shirts nicht bei 40 Euro liegen, wie von Casper behauptet. Vielmehr koste ein T-Shirt 30 Euro.

"Kein faires Miteinander"

Das Unternehmen "CTS Eventim" ist schon lange nicht mehr nur als Ticketbörse bekannt, sondern auch als Konzertveranstalter und Bereitstseller von Zugangskontrollsystemen. Durch diverse Übernahmen von Konkurrenten ist Eventim inzwischen zum dominierenden Akteur auf dem europäischen Konzert- und Ticketmarkt geworden. 2018 hat Eventim einen Jahresumsatz von 1,242 Milliarden Euro gemacht.

Caspers Manager Beat Gottwald äußerte sich gegenüber dem Portal bento: "Eventim ist unsere Pre-Merch-Aktion aufgrund ihrer schieren Marktmacht vollkommen egal. Aber genau weil Eventim so ein Riese ist, verstehen wir um so weniger, warum man sich nicht auf ein faires Miteinander einigen kann."

Langfristig werde das Unternehmen mit "selbstbewussten Bands und Künstlerinnen dealen müssen, die sowohl ihren Merch als auch ihre Tickets im Eigenvertrieb vermarkten. Es ist ja nicht so, als wäre man alternativlos."

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!