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Lemgo

Experte spricht in Lemgo über die Geschöpfe der Nacht

Lemgo-Entrup. Lichtverschmutzung, Lärm, Straßen: All das beeinträchtigt massiv den Lebensraum der Fledermäuse, weiß Bernd Meier-Lammering, Fledermausexperte des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Dabei sind die nachtaktiven Säugetiere wichtig für das ökologische Gleichgewicht. Meier-Lammering berichtete in der Entruper Steinmühle über die Situation der Fledermäuse in Deutschland. Denn: Fast alle Arten sind bedroht.

Die Bürgerinitiative „Pro Ilsetal" und die Lemgoer BUND-Gruppe hatten zum Vortrag eingeladen. Willi Hennebrüder von der Lemgoer BUND-Gruppe wies darauf hin, dass jede neue Straße Lebensräume zerstöre und zur Dezimierung von Tierarten beitrage. Für Karl Ludwig Tracht von der Initiative ist daher klar: „26 Prozent Entlastung auf der Gosebrede rechtfertigen keinen Straßenneubau im Ilsetal". Die Initiative setzt sich für den Erhalt des Ilsetals als Natur- und Naherholungsgebiet ein und stellt sich gegen die geplante Nordumgehung.

Links zum Thema
    Die Lemgoer BUND-Gruppe bittet die Bürger, ihnen bekannte Sommer- und Winterquartiere zu melden. Diese helfen Bernd Meier-Lammering bei seiner Kartierung der Fledermäuse in OWL. Einfach eine Email an kontakt@bund-lemgo.de senden.

Ein Höhepunkt des Abends waren die Pflegetiere des Biologen Meier-Lammering, heißt es in der Pressemitteilung. Jeder Besucher konnte die kleinen Säuger aus nächster Nähe betrachten. Unter den Pflegetieren war eine Zwergfledermaus, gerade einmal 5 Gramm schwer. Einen Zusammenstoß mit einem Auto überlebt sie meist nicht. Anschließend ging es nach draußen. Dank eines entsprechenden Detektors und Lautsprechern waren die Töne der Fledermäuse zu hören und unter speziellem Rotlicht auch in der Luft zu sehen. Am Teich an der Steinmühle gab es eine Enttäuschung für alle Beteiligten. Waren im vergangenen Jahr gleich mehrere Wasserfledermäuse zu beobachten, zeigte sich diesmal keine einzige.

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