C&A-Filiale in Lemgo schließt

Till Brand und Carolin Brokmann-Förster

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C&A in Lemgo schließt. - © Till Brand
C&A in Lemgo schließt. (© Till Brand)

Lemgo/Düsseldorf. Die Lemgoer C&A-Filiale wird geschlossen. Die alte Hansestadt ist unter den 13 Standorten, die die Textilhandelskette in diesem Jahr in Deutschland schließen will. Insgesamt betreibt C&A hierzulande etwa 450 Geschäfte. Weitere betroffene Filialen in Ostwestfalen-Lippe gibt es nicht.

Die Mitarbeiter des Lemgoer Standortes zeigten sich gegenüber der LZ überrascht von der Nachricht. Die Pläne zur Filialschließung seien wohl bekannt gewesen, nicht jedoch, welches Geschäft es konkret treffen sollte. Die Filialleitung war bislang nicht zu erreichen.

C&A war in Lemgo vor etwa zehn Jahren in die damals umgebaute Karstadt-/Hertie-Immobilie gezogen. Das Immobilienunternehmen Amandla hatte diese seinerzeit modernisiert und zwischen den Textilern C&A und H&M aufgeteilt. Beide sind mit Abstand die größten Geschäfte in der Lemgoer Innenstadt. Allein das Geschäft von C&A bringt es auf 1500 Quadratmeter Einzelhandelsfläche.

Wolfgang Jäger, Geschäftsführer von Lemgo Marketing, bedauert die Ankündigung des Textilhändlers, von Lemgo Abschied zu nehmen. Bei dem Geschäft handele es sich schließlich um einen der wichtigsten Ankermieter in der gesamten Innenstadt. Bange sei ihm um Lemgo gleichwohl nicht. Er glaube auch nicht an einen dauerhaften Leerstand. Ihm gegenüber habe beispielsweise zuletzt noch ein Inhaber-geführtes Textilhaus signalisiert, Interesse an einer Ansiedlung in der alten Hansestadt zu haben.

Kundin Hannelore Schröder findet die geplante Schließung von C&A in Lemgo sehr schade. Sie kaufe hier sehr häufig ein. Die Filiale ist ihrer Meinung nach ein Kundenmagnet für die gesamte Mittelstraße. Sie kaufe zwar stets vor Ort ein, vermute aber, dass auch der Internethandel der Kette zusetze. Diese Ansicht bestätigen andere Kunden im Gespräch mit der LZ.

Weitere betroffene Filialen liegen in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Bayern, Berlin und Brandenburg, berichtete ein Unternehmenssprecher am Freitag. Konkret geht es um die Filialen Dessau, Rottenburg, Witten, Stadthagen, Neustadt an der Weinstraße, Emden, Tuttlingen, Mülheim Forum, München-Nordheide, Forchheim, Berlin-Wilmersdorf und Potsdam.

Im Dezember war noch die Rede von 100 Filialen gewesen, die der Streichung zum Opfer fallen sollten. „Wir überprüfen ständig unser Filialnetz und entscheiden auf der Basis von standortabhängigen Marktanalysen, ob wir eine Filiale modernisieren, schließen oder neu eröffnen", betonte der C&A-Sprecher.

Das Modeunternehmen ist in OWL außer in Lemgo auch in Bielefeld, Gütersloh, Paderborn, Porta Westfalica, Herford, Detmold und Minden vertreten. Die dortigen Filialen stehen aktuell nicht zur Disposition.

Die Zahl der betroffenen Filialen könnte sich im Laufe des Jahres deshalb noch geringfügig verringern oder erhöhen. C&A bemühe sich, den Mitarbeitern Jobs in anderen Filialen anzubieten, berichtete die „Textilwirtschaft". Der Modehändler ist nach dem jüngsten Ranking des Fachblattes Deutschlands drittgrößter Bekleidungshändler, hatte aber in den vergangenen Jahren mit Umsatzrückgängen zu kämpfen.

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