Lemgo. Der Bau des Bega-Balkons gegenüber dem „Beach“, der eigentlich dieser Tage starten sollte, muss verschoben werden. Das bestätigt Jürgen Hennigs als Chef des städtischen Straßen- und Entwässerungsbetriebes. Für den sogenannten „Auenpark“, der das Langenbrücker Tor über die Brücke am alten Freibad mit der Pagenhelle verbinden soll, sollte der Balkon baulich der erste Schritt sein – daraus wird nun aber nichts. Grund sind die überbordenden Kosten. Laut Hennigs sind 750.000 Euro für den Auenpark reserviert, gut 150.000 davon für den Balkon. Als Stufen-Plattform am Lindenwall mit dem Abteigarten im Rücken soll man vom Balkon aus den Blick auf den „Bega Beach“ genießen. Ein Krisengespräch naht Doch die Pläne der Landschaftsarchitekten gm013 aus Berlin haben die Rechnung ohne die Baufirmen gemacht. Es geht nach LZ-Informationen unter anderem um die Kalkulation für die Bohrpfähle. Diese waren für die Stabilität bereits bei der neuen Brücke nebenan nötig... und haben auch dort eine Stange Geld gekostet. Wurden sie bei der Brücke 15 Meter tief in die Erde getrieben, ginge es beim Balkon zwar nur runter auf Flussniveau. Doch das ist, angesichts des teuren Spezialgeräts, das benötigt wird, tief genug, als dass die ersten Ausschreibungsergebnisse „relativ hoch“ ausgefallen sind, so Hennigs. Dienstag kommen deshalb Bauamt und die Berliner Planer zum Krisengespräch zusammen. Die Frage: Können die Pläne abgespeckt, vereinfacht werden, sodass ein Balkon doch möglich ist? Vielleicht muss die Anordnung als Stufen daran glauben. Denn: Um Stufen und Barrierefreiheit zu vereinen, sehen die Skizzen eine ziemlich lange Rampe hinab vom Lindenwall vor. Ohne Stufen wäre diese verzichtbar. Ungeachtet der Unsicherheit beim Balkon sollen die Arbeiten am Auenpark zwischen „Beach“ und Pagenhelle losgehen, sobald von der Bezirksregierung die Freigabe für den nächsten Bega-Abschnitt da ist. „Wir warten täglich drauf“, sagt Hennigs. Dann könnte der restliche Aushub zwischen Brücke und Pagenhelle erledigt werden – „leider kommen wir damit jetzt doch in die nassere Jahreszeit“, bedauert er. Schrittweise entsteht ein Park mit Sitzgelegenheiten, Naturspielplatz, Lesegarten, Schaukeln und einer Sport- und Picknickwiese.