Lemgo setzt sich für biologische Vielfalt ein

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Auszubildende Talea Benner und Bürgermeister Markus Baier präsentieren die Broschüre „Bunt statt Grau" und die Tütchen mit Saatgut. - © Alte Hansestadt Lemgo
Auszubildende Talea Benner und Bürgermeister Markus Baier präsentieren die Broschüre „Bunt statt Grau" und die Tütchen mit Saatgut. (© Alte Hansestadt Lemgo)

Lemgo. Blühsamen, Broschüren und ein Bündnisbeitritt – im Bereich der biologischen Vielfalt tut sich etwas in der alten Hansestadt. Passend zum anstehenden internationalen Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai ist die Beitrittsurkunde für das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ in der Stadt eingetroffen, wie diese mitteilt. Und neben der Leader-geförderten Broschüre „Bunt statt Grau“ gibt es auch wieder die von der Staff-Stiftung gespendeten Blühsamen für jedermann. Ebenso gibt es bereits Pläne für die Zukunft.

Erst im Februar wurde im Haupt- und Finanzausschuss der Beitritt Lemgos zum Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ beschlossen, schon ist er vollzogen. Die fast 300 Städte, Gemeinden und Kreise des Bündnisses verpflichten sich freiwillig, sich für die biologische Vielfalt in ihrer Kommune einzusetzen. „Als Kommune tragen wir eine Verantwortung, unser Handeln vorausschauend und ressourcenschonend zu gestalten“ betont Bürgermeister Markus Baier. Das spiegele sich zum einen in den strategischen Stadtzielen wider, zum anderen in den Maßnahmen zum Natur- und Umweltschutz, die Teil der täglichen Arbeit in der Verwaltung sind. „Auch der Beitritt zum Bündnis ‚Kommunen für biologische Vielfalt‘ zeigt, dass wir uns in Lemgo dieser Verantwortung bewusst sind und sie ernst nehmen.“

Von Samenmischungen und gesunden Bäumen

Schon bekannt sind die Blühsamentüten, die die Staff-Stiftung in diesem Jahr zum dritten Mal für die Bürger gespendet hat. Wie das Saatgut in einen für die Tierwelt wertvollen und naturnahen Garten passt, erfährt man in der Broschüre „Bunt statt Grau“ der drei Leader-Kommunen Lemgo, Lage und Leopoldshöhe. Die Broschüre, die in den 3-L-in-Lippe-Kommunen erhältlich ist, wurde mit einer 80-prozentigen Förderung in Höhe von 3800 Euro aus dem Leader-Regionalbudget bezuschusst.

Doch mit den Samen aus den kleinen Tütchen kommen die Städtischen Betriebe (SBL) nicht weit. Sie pflegen für die Stadt derzeit etwa 12.000 Quadratmeter Fläche mit unterschiedlichen Blühwiesenmischungen, die über das gesamte Stadtgebiet hinweg angesät sind, Tendenz steigend. Auch um etwa 70 Kilometer freiwachsende Hecken mit überwiegend heimischen Gehölzen kümmern sich die SBL. „Die sind für viele Tiere und weitere Pflanzen eine wichtige Nahrungs- und auch Vermehrungsgrundlage. Das Gleiche gilt für die etwa 12.000 Bäume, die im Baumkataster der Stadt erfasst sind. Hinzu kommen noch einige Tausend Bäume, die beispielsweise an Wirtschaftswegen stehen, und natürlich die Bäume im Stadtwald“, erklärt Jobst Plaßmann von den SBL.

Müssen Bäume gefällt werden, folgt der Ersatz für sie möglichst schon in der nächsten Pflanzperiode. Dabei und bei Neupflanzungen von Gehölzen und Bäumen achten die SBL stets darauf, dass die Pflanzen auch mit dem sich verändernden Klima zurechtkommen und dass die weitestgehend heimischen Pflanzen aus regionalen Baumschulen beschafft werden, um mit kurzen Wegen die Umwelt zu schonen, erklärt die Stadt.

Am 29. Mai werden Samentüten verteilt

Auch sonst gehen die SBL bewusst vor. Standorte für Pflanzen werden bestmöglich vorbereitet, eingesetzte Düngemittel bestehen zu großen Teilen aus organischen Düngern. Auf der anderen Seite setzen die SBL bei der Krautbekämpfung schon seit Jahren auf ein Heißwassergerät anstatt auf Chemie, was zudem materialschonend auf vielen Oberflächen eingesetzt werden kann. Für die nahe Zukunft sind zudem Baumpatenschaften in Lemgo geplant.

Die Broschüre „Bunt statt Grau“ liegt in Aufstellern im Eingangsbereich des Schmiedeamtshauses am Marktplatz aus. Die Blühsamen werden am Samstag, 29. Mai, von 9 bis 12 Uhr – oder solange der Vorrat reicht – von Mitarbeitern der Stadtverwaltung vor der Sparkasse in der Mittelstraße verteilt. Eine Bestellung oder eine Abholung von Blühsamen bei der Stadtverwaltung vorab oder im Anschluss ist nicht möglich.

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