Verein "Gemeinsam gegen Blutkrebs" sucht Stammzellspender

Madita Schellenberg

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Jule Diga (hinten, von links), Uwe Mönks, Kevin Klaes, Markus Jule Diga (hinten, von links), Uwe Mönks, Kevin Klaes, Markus Gessinger-Blume, Alexandra Kappius, Werner Klein, Udo Klare (vorn, von links), Carolin Berka, Eva Schnittker, Marion Zurmühlen, Jessica Gohlke und Florian Simon-Mertens bei der Aktion in Lemgo. - © Verein „Gemeinsam gegen Blutkrebs“
Jule Diga (hinten, von links), Uwe Mönks, Kevin Klaes, Markus Jule Diga (hinten, von links), Uwe Mönks, Kevin Klaes, Markus Gessinger-Blume, Alexandra Kappius, Werner Klein, Udo Klare (vorn, von links), Carolin Berka, Eva Schnittker, Marion Zurmühlen, Jessica Gohlke und Florian Simon-Mertens bei der Aktion in Lemgo. (© Verein „Gemeinsam gegen Blutkrebs“)

Steinheim/Lemgo. Es geht um Freude und Abwechslung im Klinikalltag – und um Hoffnung: Seit rund einem Monat gibt es den Steinheimer Verein „Gemeinsam gegen Blutkrebs", der es sich zur Aufgabe gemacht hat, mehrere Kinderkrebsstationen zu unterstützen. Durch Sachspenden und auch finanziell. Denn die Kosten vieler Angebote werden von den Krankenkassen nicht übernommen. „Dabei sind sie so wichtig", weiß Markus Gessinger-Blume aus eigener Erfahrung. Der Steinheimer Vorsitzende ist stolz auf das, was seine Truppe in der bisher erst kurzen Vereinsgeschichte schon geleistet hat: Denn dazu zählen auch rund 5.500 Typisierungen.

Letzteren hat sich die Vereins-Initiative „Blutkrebshilfe OWL" verschrieben.Potenzielle Stammzellspender haben die Vereinsmitglieder beispielsweise in der Phoenix Contact Arena gesucht: Das Spiel des TBV Lemgo Lippe gegen den THW Kiel endete für die Sportler zwar nur unentschieden, für den Steinheimer Verein aber war der Tag ein Erfolg: „Wir haben dort 150 Typisierungen durchführen können", so Gessinger-Blume. Die Ergebnisse aller bisherigen Aktionen zusammengezählt, kommen wir dann schon auf 5500 Typisierungen. Eine große Zahl, die auch viel Geld kostet. Denn für das Set jeder einzelnen Typisierung braucht es 35 Euro. Kosten, die von öffentlichen Stellen, wie Krankenkassen, nicht übernommen werden und somit durch Spenden finanziert werden müssen.

„Etwa 500 Typisierungen können wir noch zahlen, dann sind wir auf neue Spenden angewiesen", so der Vereinsvorsitzende. Wer sich typisieren lässt, wird übrigens als möglicher Stammzellspender in der weltweiten Datenbank dazu gespeichert. Genutzt wird das Geld des Steinheimer Vereins auch, um ehrenamtliche Angebote in den Krankenhäusern zu unterstützen, die für die Betroffenen etwas Abwechslung in den Klinikalltag bringen. „Diese Angebote sind ganz wichtig, wenn man viele Wochen in der Klinik verbringt", sagt Gessinger-Blume, der durch die Betroffenheit des eigenen Kindes weiß, wovon er spricht.

Auch Sachspenden seien willkommen

Wichtig seien auch die Typisierungsaktionen: „Sie geben Hoffnung, dass bald ein Spender gefunden wird", sagt er weiter. Sachspenden, wie Mützen und Schals, verteilt der Verein auch und hat dazu Kontakt zur „Löwenmama" Susanne Saage aufgenommen: „Es macht Sinn, auch auf ihren Erfahrungsschatz zurückzugreifen", sagt Gessinger-Blume. Denn Saage verteilt seit vielen Jahren in der Weihnachtszeit zahlreiche Geschenke auf den Kinderstationen deutscher Krankenhäuser, ist bundesweit bekannt. Die aktiven Mitglieder des Vereins „Gemeinsam gegen Blutkrebs" wollen die Sommersellerin künftig bei ihren Transporten tatkräftig unterstützen.

Wer den neuen Verein wiederum unterstützen möchte, findet im Internet ausführliche Infos, unter www.gemeinsamgegenblutkrebs.org Der Mindestbetrag für Mitglieder beträgt jährlich 40 Euro. „Es kann zudem gewählt werden, ob man den Verein aktiv oder passiv unterstützen möchte", so Gessinger-Blume.

Aufgabe der Knochenmarkspenderzentrale

Der Verein „Gemeinsam gegen Blutkrebs" führt die Typisierungen über die Knochenmarkspenderzentrale (KMSZ) des Universitätsklinikums Düsseldorf durch. Mit über 200.000 registrierten unverwandten Stammzellspendern zählt die KMSZ zu den größten Einzelregistern weltweit. Die Gewebemerkmale der freiwilligen Stammzellspender werden erfasst und anonymisiert an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland weitergeleitet. Diese Daten stehen dann Transplantationskliniken weltweit für die Suche nach passenden Spendern zur Verfügung. Die Gewebemerkmale können aus Zellen der Mundschleimhaut typisiert werden – ein Wangenabstrich mit einem Wattestäbchen ist alles, was nötig ist.

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