Lemgo-Lüerdissen. Der Heimatverein Lüerdissen hat sich neu aufgestellt. Vorne weg ein Mann, der damit in familiäre Fußstapfen tritt. Denn der Vater von Dr. Bodo Wittig hatte 1972 den Vorsitz im damals frisch gegründeten Heimatverein übernommen. Dr. Bodo Wittig folgt damit auf Bodo Wittig - doch ansonsten hat sich einiges geändert. 53 Jahre nach der Gründung präsentiert sich der Heimatverein Lüerdissen als eine Gemeinschaft, die auf Bewährtem aufbauen, aber auch nach zukunftsweisenden neuen Ausrichtungen suchen will. Dafür hat sich der Vorstand im vergangenen Jahr fast komplett neu aufgestellt, den Vorsitz Dr. Bodo Wittig übernommen. „Seit 30 Jahren im Heimatverein, seit drei Jahren in Rente“ sei für es für ihn der richtige Zeitpunkt gewesen, wie der Lüerdisser erzählt. Eine positive Dynamik habe sich im Heimatverein breit gemacht, ein Miteinander, das ihn dazu veranlasst habe, den Vorsitz zu übernehmen. „Ich hatte einfach den Eindruck, hier kannst du etwas bewegen, ohne in einem zu bürokratischen Rahmen festzustecken.“ Ihm zur Seite stehen unter anderem Kerstin Wendt als Stellvertreterin sowie Wolfgang Krause, Elke Brakhage, Max-Henry Brehmeier, Britta Kammbach und Daniela Schmidt-Bailis im Vorstand. Treffpunkt ist wichtig Ihr Anliegen: Lüerdissen nicht zu bespaßen, sondern einen Rahmen zu bieten, in dem sich die Menschen einbringen können, wie es Wolfgang Krause formuliert. Denn eines sei klar: Das Bedürfnis nach einem Verein, der die Leute zusammenbringt, nach einem Ort, an dem sie sich treffen können, der sei bei allen Lüerdissern da - egal, ob Alteingesessen oder auch Neubürger. Denn viele Treffpunkte hat Lüerdissen nicht mehr zu bieten: keine Schule, keinen Spielplatz, weder Einkaufsladen noch Kneipe. Umso dankbarer sind die Lüerdisser für das Haus der Begegnung, die alte Volksschule, die sie als Vereinshaus und zum Treff der Generationen nutzen. Dort gibt es einen gemeinsamen Mittagstisch, treffen sich Gruppen, gibt es Singkreis und Yoga. Und eben dort will der Heimatverein künftig noch mehr Veranstaltungen anbieten, auch, um die Jüngeren mit ins Boot zu holen, denn die Alterspyramide hat deutlich an Form verloren, gleiche eher einem Balkon, wie Dr. Bodo Wittig sagt. Das Durchschnittsalter im Heimatverein betrage 63 Jahre, dafür aber hat der 226 Mitglieder zählende Verein in den vergangenen Monaten deutlich Zuwachs bekommen. Zwölf Austritten stehen etwa 35 Neuzugänge gegenüber, wie Bodo Wittig zufrieden konstatiert. Jetzt geht es darum, vor allem auch noch mehr Jüngere und Familien ins Boot zu holen. Dafür schweben dem Vorstand neue Veranstaltungs-Formate vor: So ist unter anderem ein Mal-Workshop geplant, an dem alle Beteiligten gemeinsam ein großes Bild gestalten. Ein Zelt für alle Generationen Vorträge zur Gesundheit und Ernährung soll es geben, den bewährten Flohmarkt, ebenso wie ein neu überplantes Dorfgemeinschaftfest im August mit einem großen Café-Zelt im schönen Garten. „Bislang hat das Café immer im Anbau der alten Schule stattgefunden. Jetzt wollen wir ins Zelt umziehen, um mehr Raum und Platz auch für Kinder zu haben“, wie Elke Brakhage erklärt. Überhaupt, die Generationen sollen verstärkt zusammenkommen. Dafür wird es beim Picknick im Mai extra Sitzplätze für Senioren geben und die Kooperation mit dem VfL Lüerdissen, der Freiwilligen Feuerwehr oder auch dem Waldkindergarten nach Möglichkeit noch ausgebaut. Schon jetzt hat das Miteinander gute Tradition: ob beim Dorfaufräumen, beim Weihnachtstreff, beim Osterfeuer oder auch bei den Highlandgames - „die Lüerdisser kommen gerne zusammen“, ist Bodo Wittig überzeugt. Das tägliche Adventsfenster im Dezember etwa, initiiert von einer privaten Initiative, stoße jedes Jahr auf riesige Resonanz. Jetzt gelte es, den Menschen im Dorf noch mehr Möglichkeiten zu bieten, sich vor Ort zu treffen, und dafür setzt der Verein auch auf Newsletter, Whatsapp und Internet. Ein Wunsch an die Stadt Transparenz sei ihnen wichtig: Für die interne Kommunikation haben alle Vorstandsmitglieder Zugriff auf eine Cloud, jeder Bürger, der mag, kann den Whatsapp-Kanal des Heimatvereins abonnieren. Seit Februar wird im regelmäßigen Turnus ein Newsletter verschickt und der Veranstaltungskalender kann per Link abonniert werden. Auch Info-Flyer wird es weiter geben, wenn auch in geringerer Anzahl. Aushänge in den drei Schaukästen des Ortes sollen zudem über Vereine und geplante Veranstaltungen informieren. Die neue Website ist noch in Planung, ein neues Logo mit grünen, sanft geschwungenen Bögen, analog zu der schönen hügeligen Landschaft, bereits erstellt. „Vieles ist noch in der Entwicklung, wir müssen schauen, was funktioniert, was die Bürger wünschen“, erklärt Dr. Bodo Wittig das Vorgehen und hofft auf viele Lüerdisser, die Wünsche und Ideen einbringen oder sich auch selbst im Heimatverein engagieren wollen. Und einen Wunsch, den haben die Aktiven auch an die Stadt: „Wlan fürs Haus der Begegnung würde uns sehr helfen.“