Lemgo. Sie sind ganz schön schräg und helfen Radfahrern beim Geradeausfahren: Die Rede ist von den rot-weiß gestreiften Absperrbügeln, die die Stadtverwaltung an mehreren Stellen schräger gestellt hat. Damit kommen Fahrradfahrer besser durch, lobt der Fahrradclub ADFC und bedankt sich beim Lemgoer Radverkehrsbeauftragten und seinen Mitstreitern. Der Radverkehrsbeauftragte heißt Gerhard Reineke und freut sich über das Lob, das der Allgemeine Deutsche Fahrradclub im Rahmen seines Blicks in die lippischen Kommunen spendiert. In loser Folge zeigt die LZ so auf, wo es aus Sicht des Fahrradclubs gute Ansätze gibt und wo verbesserungswürdige Mängel fürs Fahrradfahren bestehen. Ein Mangel für Radfahrer waren die sogenannten Umlaufsperren vielleicht schon, zumindest ziemlich unbequem. „Bisher standen die Bügel quer zur Fahrtrichtung, was ein zweimaliges enges Kurvenfahren erforderte, das viele Radler schlecht schaffen“, stellt Werner Kloppmann vom ADFC Lippe fest. Für Räder mit Kinderanhänger sei die Passage nur mit erheblichem Rangieraufwand zu bewerkstelligen gewesen. „Auch Menschen mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen wurden durch die Schikanen massiv behindert.“ Problem auch für Lastenräder Das bestätigt Gerhard Reineke von der Stadt: „Neben den Rädern mit Kinderanhänger sind auch Fahrerinnen und Fahrer von Lastenrädern nur mit Schwierigkeiten durchgekommen.“ Die Stadt habe Hinweise aus der Bevölkerung bekommen und deshalb reagiert. Schräg gestellt worden sind nach Reinekes Worten unter anderem die Absperrbügel vom Bruchweg zum Wall in Höhe Pöstenweg, im Bereich Alter Knick/Hyazinthenstraße, zwischen der Parkpalette Bruchweg und dem Wall sowie die Durchgänge vom Entruper Weg zur Schumannstraße und zur Hugo-von-Donop-Straße. Start für die Änderungen war vor etwa einem Jahr. Weitere Stellen sind nach Reinekes Worten in Planung. Dazu gehören die Sperren am Weg zur Straße Hinter den Pösten am Pöstenweg auf Höhe der Hölandstraße. Auch nach der Umstellung erfüllen die Tempobremsen nach dem Urteil des ADFC weiterhin ihren Zweck, nämlich das schnelle Durchfahren von Radfahrern zu verhindern, die dabei gelegentlich auch die Fußgänger gefährden können. Die rot-weißen Querstreben unten seien vor allem wichtig für Sehbehinderte, die dadurch das Hindernis mit dem Langstock ertasten können und nicht darüber fallen. Poller-Erlass mit Auswirkungen am Liemer Weg Übrigens: Gefahren beseitigt die Stadt auch an anderer Stelle. Gerhard Reineke verweist auf den sogenannten Poller-Erlass des Landesverkehrsministeriums. Hier geht es darum, dass Poller auf der Straße eine Gefahr für Radler sein können. „Wir sind nach einem tödlichen Unfall in einer anderen Kommune angehalten, alle Poller auf den Radwegen zu überprüfen und die Durchgängigkeit herzustellen“, sagt Reineke. In der Mitte der Fahrbahn stehende Poller sollen aus Sicherheitsgründen weg – und wurden auch in Lemgo bereits entfernt. Etwa auf dem Liemer Weg auf dem Stück zwischen dem Isringhausen-Ring und der Kläranlage, wo sie die Durchfahrt von Autos verhindern sollen. Dort hat es Reineke zufolge ebenfalls einen schweren Unfall gegeben. Auf den Mittelpoller könne verzichtet werden, indem die Seitenpoller etwas weiter in die Mitte gerückt werden. Zusätzliche Markierungen sollen die Sicherheit für Fahrradfahrer ebenfalls erhöhen.