Lemgo. Radfahren liegt im Trend, immer mehr Bürger sind auf dem Zweirad unterwegs. Der Ausbau des Radnetzes hält jedoch oft nicht mit dieser Entwicklung mit, meint der ADFC Lippe und hat sich in den Kommunen umgeschaut. Wo läuft es gut, wo gibt es Verbesserungsvorschläge? In loser Serie wurden die Anregungen des ADFC in der LZ vorgestellt. In dieser letzten Folge hat der ADFC in Lemgo einen Mangel an Anschließmöglichkeiten ausgemacht. In den Innenstädten, speziell den Fußgängerzonen, gibt es zu wenig Möglichkeiten, sein Fahrrad an einem festen Bügel anzuschließen, schreibt der ADFC. Das sei auch in Lemgo der Fall. Es reiche nicht, an den Enden der Fußgängerzone einige Bügel aufzustellen. Denn die Radler möchten mit ihren mitunter schweren Einkäufen nicht quer durch die Stadt zurück zum Abstellplatz laufen, so der ADFC. Dem aber sei in der Lemgoer Mittelstraße zu wenig Rechnung getragen worden. Ein deutliches Defizit an Anschließmöglichkeiten gebe es etwa im Bereich des Marktplatzes. Geschäftsleute legen Veto ein Die Kritik des ADFC kann die Stadtverwaltung nachvollziehen, sieht aber wenig Handlungsspielraum. So lehnen viele Geschäftsleute Anlehnbügel oder Poller vor ihren Geschäftsräumen ab, weil sie die Schaufensterfront einengen oder Auslagen behindern, so die Sprecherin der Stadt auf Nachfrage. Beim Ausbau der Mittelstraße sei zwar versucht worden, möglichst viele Anschließmöglichkeiten umzusetzen, doch etliche Pläne seien aus genannten Gründen gescheitert. Insgesamt seien in der Mittelstraße im Zuge der Neugestaltung 32 Anlehnbügel aufgestellt worden. Im Bereich des Marktplatzes aber sind die Möglichkeiten sehr begrenzt, auch aufgrund der Außengastronomie, des Marktes und anderer Veranstaltungen, so die Stadt. Wohl beobachte man, dass etwa an Markttagen viele Räder am Markt abgestellt würden, doch leider fehle in der Mitte der Mittelstraße eine ausreichende Fläche, um ein gutes Angebot an Anschließmöglichkeiten zu schaffen. „Wir versuchen, eine Verbesserung durch nochmalige Gespräche mit den Eigentümern und Geschäftsleuten zu erreichen, diese sind in der Planung“, verspricht die Sprecherin der Stadt. Auch der Vorschlag des ADFC, platzsparende Alternativen zum Anschließen anzubieten, ändere an dieser Grundproblematik nichts. Bügel weiter setzen Zustimmung erhält der ADFC hingegen bei dem Vorschlag, die Bügel statt mit einem Abstand von 1,20 mit 1,40 zu setzen, um zwei Räder anschließen zu können. „Für die Zukunft werden die Abstände mit 1,50 Metern geplant, um eine Doppelaufstellung zu ermöglichen“, heißt es abschließend. Damit endet die LZ-Serie mit dem ADFC. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub hofft, damit den Blick für das Radverkehrsnetz geschärft zu haben. Wer Lust hat, sich weiter einzubringen, möge gerne Kontakt aufnehmen. Das ist per Mail an radverkehr@adfc-lippe.de oder unter Tel. (05231) 300201 möglich.