Das Internet in Leopoldshöhe wird ausgebaut

Thomas Dohna

  • 0
Vertrag: Sewekom-Geschäftsführer Kai-Timo Wilke (links) und Bürgermeister Gerhard Schemmel unterzeichnen den sogenannten Zuwendungsvertrag, mit dem die Sewekom die Zusage über rund 270.000 Euro aus der Gemeindekasse erhält. - © Thomas Dohna
Vertrag: Sewekom-Geschäftsführer Kai-Timo Wilke (links) und Bürgermeister Gerhard Schemmel unterzeichnen den sogenannten Zuwendungsvertrag, mit dem die Sewekom die Zusage über rund 270.000 Euro aus der Gemeindekasse erhält. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Mitte nächsten Jahres soll es so weit sein. Dann soll der Breitbandausbau im Internet-Netz Leopoldshöhes abgeschlossen sein. Die Sewikom wird die Ortschaften und Gewerbegebiete gleichzeitig mit neuen Glasfaserleitungen versehen. Gleichzeitig erheben die Akteure schwere Vorwürfe gegenüber der Telekom. 

Einige Jahre haben Unternehmen und Haushalte auf den Breitbandausbau in Leopoldhöhe warten müssen. Zunächst hatte die Telekom angekündigt, weite Teile des Gemeindegebietes im sogenannten eigenwirtschaftlichen Ausbau versorgen zu wollen. Kaum war bekannt geworden, dass Bund und Land den Ausbau fördern, zog stellte die Telekom die Arbeiten ein.

Der Kreis schrieb für und in Zusammenarbeit mit den Kommunen den Breitbandausbau aus. Während des Ausschreibungsverfahrens habe es eine „Rosinenpickerei" gegeben, wie Bürgermeister Gerhard Schemmel die Vorgänge beschreibt. Für das Ausschreibungsverfahren identifizierte der Kreis sogenannte weiße Flecken. Das sind Flächen, für die der Breitbandatlas zwar eine Versorgung von mindestens 30 Mbit angibt, die aber in der Realität deutlich schlechter gestellt sind, berichtet Ulrich Stephanides vom Kreis Lippe. „Der Breitbandatlas wird von den Providern gepflegt." In der Vorbereitung zur Ausschreibung stellten er und seine Kollegen fest: „Der Atlas passt nicht zur Ausschreibung."

Jedes Unternehmen, das sich für die Ausschreibung interessiert, bekommt die Unterlagen, darunter auch die Karte mit den weißen Flecken, auch der größte Netzbetreiber Deutschlands. In der Zeit zwischen der Veröffentlichung der Ausschreibung und der Vergabe habe dieser Betreiber die für ihn lukrativen weißen Flächen auf eigene Kosten ausgebaut. Damit fehlten der Sewikom allein in Lippe 3000 von 15.000 Kunden, stellt deren Geschäftsführer Kai-Timo Wilke fest. Die Telekom habe dort das Netz ausgebaut, wo auch die Sewikom hätte durchmüssen. In der Neuplanung des Netzes habe die Sewikom diese Bereiche umgehen müssen. Das habe erhebliche finanzielle Folgen, sagt Wilke.

Wenn man so vorgehe, bleibe überall ein bisschen Fläche übrig, die nicht versorgt sei, sagt Ulrich Stephanides. Allein für den Kreis Lippe und seine Kommunen würde das eine Investition eines mittleren dreistelligen Millionen-Betrages bedeuten. Der Bund habe dieses Vorgehen erkannt. „Er trägt 100 Prozent der Mehrkosten", sagt Stephanides. Die erste Ausschreibung sei gescheitert, weil der Gewinner sein Angebot zurückgezogen habe, sagte Bürgermeister Schemmel.

Eigentlich sind es zwei Verfahren gewesen, betont Ulrich Stephanides. Eines, gefördert vom Land, betreffe die Gewerbegebiete, das andere, gefördert von Bund und Land, die Siedlungsgebiete. Die Sewikom will nun beide Bereiche gleichzeitig ausbauen. Es mache keinen Sinn, die Bagger zweimal rollen zu lassen. Unternehmen könnten nach dem Ausbau Anschlüsse bis zwei Gigabit bestellen. Für Privatkunden reiche normalerweise ein 50 Mbit-Anschluss aus, selbst wenn bei einer vierköpfigen Familie alle Mitglieder gelichzeitig ein anderes Video schauen. Die Gemeinde kosten die Ausbauten rund 270.000 Euro. Im November sollen die Arbeiten beginnen.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!