Spaziergängerin entdeckt gefährliche Hundeköder in Asemissen

Kirsten Fuhrmann

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Hundebesitzer sollten beim Spaziergang mit den Vierbeinern wachsam sein. - © Florian Schuh/dpa
Hundebesitzer sollten beim Spaziergang mit den Vierbeinern wachsam sein. (© Florian Schuh/dpa)

Leopoldshöhe-Asemissen. Zwei faustgroße Fleischstücke, gespickt mit dunkelblauem Draht: Diesen Fund hat eine Spaziergängerin am Montagmorgen der Polizei gemeldet. Sie war im Krähenholz, in der Nähe des Auffangbeckens, unterwegs. In einer Facebook-Gruppe warnt sie nun andere Hundebesitzer. „Passt auf, dass eure Hunde nicht irgendetwas aufnehmen", schreibt sie.

Ob die Fleischstücke böswillig ausgelegt wurden, um Tieren zu schaden, kann die Polizei nicht feststellen. Mit Gift versehen waren sie jedenfalls nicht, wie Pressesprecherin Dr. Laura Merks auf Anfrage mitteilt. Grundsätzlich hätte es in Asemissen und Umgebung in der vergangenen Zeit keine Auffälligkeiten gegeben, was Giftköder angeht.

Dennoch sei Vorsicht geboten. „Wir schließen nicht aus, dass die Köder absichtlich verteilt wurden, um Tiere zu verletzen", sagt sie. Hundehalter sollten stets darauf achten, dass ihre Haustiere während des Spaziergangs nichts fressen. Wem etwas Verdächtiges auffällt oder einen Giftköder findet, ist dazu angehalten, sich bei der zuständigen Polizeistelle in Bad Salzuflen unter 05222-98180 zu melden.

Tierarzt Dr. Holger Heymann klärt über Giftköder auf

Tierarzt Dr. Heymann im Behandlungszimmer seiner Praxis in Leopoldshöhe. - © Kirsten Fuhrmann
Tierarzt Dr. Heymann im Behandlungszimmer seiner Praxis in Leopoldshöhe. (© Kirsten Fuhrmann)

Was tun, wenn mein Hund einen Giftköder gegessen hat? LZ.de hat mit Tierarzt Dr. med. vet. Holger Heymann aus Leopoldshöhe über die Gefahren gesprochen und wie man sich als Hundehalter verhalten sollte. Er rät:

  • Stellen Sie sicher, dass Ihr Tier nichts ohne Ihr Wissen aufnimmt. Wenn doch, beobachten Sie es ganz genau. Was hat der Hund aufgenommen? Wann hat er es aufgenommen? Wie viel hat er aufgenommen?
  • Nehmen Sie beim Spaziergang immer eine Taschenlampe mit wenn es dunkel ist und lassen Sie Ihren Hund nicht aus den Augen.
  • Wenn möglich, nehmen Sie als Hundebesitzer das Gift mit, das der Hund aufgenommen hat. Das erleichtert die Diagnose für den Tierarzt, wenn er weiß, um welches Präparat es sich handelt.
  • Um das Gift schnell aus dem Körper des Hundes zu bekommen, kann man diesem den Finger in den Hals stecken, um ihn zum Erbrechen zu bringen.
  • Beobachten Sie den Kot des Tieres, um Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen.
  • Symptome wie Blässe, Schleimhautblutungen, Schlappheit, Appetitlosigkeit und schwarzer Kot können erste Anzeichen für eine Vergiftung sein.
  • Die Menge des aufgenommenen Gifts und der Zeitfaktor sind entscheidend. Gehen Sie bei einem Verdacht sofort zum Tierarzt.

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