Leopoldshöhe. Mit strahlendem Tutti erfüllten die Teutoburger Jäger am Sonntag die evangelisch-reformierte Kirche. Sie boten unter der musikalischen Leitung von Philipp Kaiser ein ungewöhnliches weihnachtliches Konzertprogramm, das Kompositionen aus mehreren Jahrhunderten umfasste. Die Komposition „The Christmas King“ basiert auf dem Lied „Good King Wenceslas“, das 1582 veröffentlicht wurde. Der zeitgenössische amerikanische Blasmusik-Komponist James L. Hosay formte mit hellen Fanfaren, tänzerischen und barocken Stilelementen ein eindrucksvolles Werk daraus, mit dem die Jäger als Eröffnungsstück einen glänzenden Eindruck machten. Mit Hosay ging es weiter: Er setzte die Vorfreude auf die Geburt Jesus, die im alten Adventslied „O komm, Immanuel“ ausgedrückt wird, in moderne Klänge um, ohne den mittelalterlichen Ursprung zu verdecken. Gebannt verfolgten die rund 200 Zuhörer den Spannungsaufbau vom solistischen Beginn mit Steigerung über gregorianische Klänge bis zum umfassenden, Freude verbreitenden Bläserklang. Einstimmung auf das Weihnachtsfest Die Einsamkeit und Wehmut des von Sklaven gesungenen Spirituals „Goin Home“ drückte Hosay in seiner berührenden Komposition für Blasmusik aus. Kein Wunder, dass die Zuhörer im sinfonischen Choral bekannte Klänge entdeckten: Diese Volksmusik findet sich als Hauptmotiv in Antonin Dvoráks Sinfonie Nr. 9 („Aus der neuen Welt“). Es ging weiter mit den Ohrwürmern: Die Teutoburger Jäger spielten voller Brillanz eine Passage aus Peter Iljitsch Tschaikowskys Ballett „Der Nussknacker“. Für ihre Interpretation von „I Saw Mommy Kissing Santa Claus“ erhielten die 30 Musiker ebenfalls begeisterten Applaus. Wie froh die Teutoburger Jäger sind, wieder normal proben und Konzerte geben zu können, vermittelten sie in einem Stück über Zusammenhalt und ihre Leidenschaft, die Musik. Die konnten sie ausleben in dem opulent und orchestral gestalteten „Book of love“ aus der Filmmusik „Shall we dance“ von Peter Gabriel, die Martin Scharnagl für moderne Blasorchester umschrieb. Das Finale war voller weihnachtlicher Klänge. Mit „A Medieval Christmas“ und einem Medley als Zugabe erzeugten die Jäger Freude auf das Weihnachtsfest und wurden mit begeistertem Applaus entlassen.