<p class="schmaler"><span class="Ortsmarke">Leopoldshöhe</span>. Zwischen zwei und drei Prozent aller Menschen haben einen Intelligenzquotienten (IQ) von über 130 und gelten somit als hochbegabt. Der IQ beschreibt dabei die Fähigkeit, neue Probleme zu lösen. Personen mit hohem IQ benötigen für das gleiche Problem – zum Beispiel das Knacken einer bislang unbekannten Matheaufgabe – weniger Zeit als Personen mit niedrigeren IQ-Werten.</p> <p class="schmaler">Aufgrund der hohen Lerngeschwindigkeit sowie der Freude, die hochbegabte Kinder am Lösen neuer Probleme haben, werden diese gerne als Überflieger charakterisiert. Auf eine kleine Untergruppe der hochbegabten Kinder (ca. 10-15 Prozent) trifft diese Charakterisierung allerdings nicht zu, denn diese Gruppe – in Fachkreisen als „hochbegabte Underachiever“ oder auch „erwartungswidrige Minderleister“ bezeichnet – hat trotz ihres ausgeprägten IQs Probleme in der Schule.</p> <h2 class="Zwischenzeile">Schwierige Anpassung an bestehende Regeln</h2> <p class="schmaler">Ilka Thamm-Brinkmann und Andreas Brinkmann sind Eltern eines hochbegabten Sohnes, der zur Gruppe der Underachiever gehört. Nur ungern erinnert sich das Elternpaar an die schwierige Schullaufbahn ihres Sohnes zurück: „Ein zentrales Problem war stets die Anpassung an bestehende Regeln und Strukturen, gleichzeitig ist unser Sohn kognitiv sehr schnell und hat daher ein anderes Lerntempo und andere Bedürfnisse als seine Klassenkameraden“, sagt Ilka Thamm-Brinkmann. „Lange wurde unser Sohn fälschlicherweise als schwieriges Kind wahrgenommen, der sich einfach nicht an Regeln halten wollte“, ergänzt Andreas Brinkmann. Um über ihre eigenen Erfahrungen sprechen und gegebenenfalls von anderen Eltern lernen zu können, gründete Ilka Thamm-Brinkmann eine Gruppe für Eltern hochbegabter Underachiever. Die Elterngruppe ist Teil der ‚Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind‘ (DGhK) bzw. deren Regionalgruppe OWL. „Im Rahmen des Elterntreffs haben wir sehr häufig Geschichten gehört, die wir in ähnlicher Form selbst so erlebt haben“, erinnert sich Ilka Thamm-Brinkmann.</p> <p class="schmaler">Die Herausforderungen von hochbegabten Kindern und Jugendlichen enden allerdings nicht mit dem Abschluss ihrer Schullaufbahn, da es diesen Kindern – im Vergleich zu Gleichaltrigen – aufgrund ihrer besonderen Anlage häufig schwerer fällt, ihren Platz im Leben zu finden. „Bestehende Angebote greifen unserer Meinung nach viel zu kurz und vernachlässigen vor allem den Übergang von Schule zum Beruf. Das ist ausgesprochen schade, da diese Kinder enormes Leistungspotenzial mitbringen, das auch von Firmen und Unternehmen genutzt werden könnte“, sagt Andreas Brinkmann. Genau an diesem Punkt soll eine neue Initiative ansetzen und Brücken zwischen hochbegabten Kindern und Jugendlichen und Firmen, Unternehmen sowie Ausbildungsbetrieben bauen. Im Konkreten handelt es sich um ein Netzwerktreffen, das am 29. Januar um 16 Uhr im Begegnungszentrum „B-Vier“ in Asemissen stattfinden soll. „Die Veranstaltung soll in zwei Richtungen wirken.</p> <h2 class="Zwischenzeile">Unternehmensangebote für hochbegabte Schüler</h2> <p class="schmaler">Zum einen sollen Unternehmen und Ausbildungsbetriebe für das Thema Hochbegabung sensibilisiert werden, zum anderen hoffen wir, dass einige Übergänge für betroffene Jugendliche – etwa durch Praktika, Probearbeiten oder Ausbildungsangebote – glatter gestaltet werden können“, sagt Andreas Brinkmann. Um diesem ambitionierten Ziel zuzuarbeiten, hat sich die Elterngruppe hochbegabter Underachiever die Unterstützung der Bürgerstiftung Leopoldshöhe gesichert Die Bürgerstiftung übernimmt nicht nur die Schirmherrschaft des Projektes, sondern unterstützt die Elterngruppe auch bei der Durchführung der Veranstaltung. Stellvertretend für die Bürgerstiftung Leopoldshöhe kommentiert Gerhard Schemmel die projektierte Veranstaltung wie folgt: „Wir erachten dieses Netzwerktreffen als sehr lohnenswert, weil viel mehr Potenzial in diesen Kindern steckt, als man auf den ersten Blick annimmt. Wir denken, dass die Bürgerstiftung bei diesem Unterfangen positiv wirken kann. Und natürlich hoffen wir auf produktiven Dialog zwischen den beteiligten Verbänden, Unternehmen sowie den Betroffenen. Und vielleicht entsteht hierdurch ein langfristiges Netzwerk.“</p> <p class="schmaler">Und auch Andreas Brinkmann hofft auf positive Resonanz: „Wir schauen, wie die Veranstaltung am 29. Januar verläuft, hoffen aber natürlich, dass wir dieses Projekt auch darüber hinaus fortführen können, um so Jugendlichen Chancen für ihr Berufsleben zu eröffnen.“</p> <p class="schmaler">Interessierte Firmen, Unternehmen, Verbände oder Einzelpersonen sind herzlich eingeladen am Donnerstag, 29. Januar, im Begegnungszentrum „B-Vier“ am Austausch teilzunehmen.</p> <p class="Textende schmaler">Es wird um Anmeldung über die Bürgerstiftung (E-Mail: info@buergerstiftung-leopoldshoehe.de) gebeten.</p>