Großbrand in Lügde: Polizei geht von Brandstiftung aus

Karolina Schmidt

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Raub der Flammen: In der Nacht zu Dienstag ist dieses Fachwerkhaus in der Lügder Altstadt komplett abgebrannt. Die Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Häuser. - © Freiwillige Feuerwehr Lügde
Raub der Flammen: In der Nacht zu Dienstag ist dieses Fachwerkhaus in der Lügder Altstadt komplett abgebrannt. Die Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Häuser. (© Freiwillige Feuerwehr Lügde)

Lügde. Großeinsatz für die Feuerwehr: Am späten Montagabend ist in Lügde der Dachstuhl eines Fachwerkhauses in der Vorderen Straße abgebrannt. Die Wehrleute evakuierten umgehend die angrenzenden Wohnhäuser, das brennende Fachwerkhaus war nicht mehr zu retten. Es wurde niemand verletzt.

Wie die Polizei am Donnerstag berichtet, deuten die bisherigen Ermittlungen "auf eine vorsätzliche Brandstiftung hin". Damit erhärtet sich der Anfangsverdacht der Ermittler. Die Kripo in Detmold bittet deshalb darum, dass sich Zeugen unter der 05231-6090 melden. Bei dem Brand soll ein Schaden im unteren sechsstelligen Bereich entstanden sein.

Der Löschzug Lügde war um 23.30 Uhr alarmiert worden. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte habe der gesamte Dachstuhl bereits vollständig in Brand gestanden. "Das Haus wurde als Lagerstätte genutzt und momentan renoviert", sagt Michael Schoppmeier, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Lügde, am Morgen. Zum Zeitpunkt des Unglücks hätten sich keine Personen im Gebäude befunden.

Weil die Häuser in der Altstadt eng nebeneinander stehen, habe sich der Einsatzleiter dazu entschieden, auf einen Vollalarm für die gesamte Feuerwehr Lügde zu erhöhen, heißt es in der Pressemitteilung. Zusätzlich sei die Drehleiter Bad Pyrmont sowie der Atemschutzcontainer des Kreises Lippe angefordert worden.

Nachbarn evakuiert

"Wegen des starken Funkenflugs und der Rauchentwicklung haben wir die Nachbarn evakuiert", sagt Schoppmeier. Sie wurden zur Betreuung in das Rathaus der Stadt Lügde gebracht, teilt die Feuerwehr mit. Mittlerweile konnten die Anwohner in ihr Zuhause zurückkehren. Es sei niemand verletzt worden.

Oberstes Ziel sei gewesen, die Nachbargebäude zu schützen. Das brennende Fachwerkhaus sei durch massiven Einsatz über zwei Drehleitern und mehreren Strahlrohren gelöscht worden. Hierzu sei eine Wasserversorgung aus dem Hydrantennetz sowie aus der nahegelegenen Emmer aufgebaut worden. Aufgrund der Wetterlage wurde für die Einsatzkräfte unter Atemschutz das Schnelleinsatzzelt durch die Löschgruppe Niese auf dem Marktplatz aufgebaut, heißt es in der Mitteilung.

Gebäude brennt komplett aus

Und weiter: Trotz des massiven Löscheinsatzes konnte das Gebäude nicht gehalten werden und brannte komplett aus. Die Einsatzleitung bei diesem Großeinsatz hatte der Leiter der Feuerwehr Lügde / stellvertretender Kreisbrandmeister Wolfgang Kornegger. An der Einsatzstelle waren neben 125 Einsatzkräften der Feuerwehr Lügde die Polizei, Rettungsdienst, DRK Rufbereitschaft, Ordnungsamt und Bürgermeister der Stadt Lügde sowie der Kreis Lippe Bevölkerungsschutz tätig.

Gelöscht war der zwar Brand gegen 4 Uhr, der Einsatz für die Wehrleute zog sich jedoch bis in den späten Morgen. "Wir räumen jetzt auf und stellen mit der Stadt noch einen Bauzaun auf, damit die Brandstelle gesichert ist", erklärte Schoppmeier. Gegen 8.30 Uhr sei der Einsatz endgültig beendet gewesen.

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