Hoher Druck auf Lokalpolitiker - Tjark Bartels spricht in Wien

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Tjark Bartels (SPD), ehemaliger Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont, spricht bei einer Pressekonferenz im Kreishaus. - © Julian Stratenschulte/dpa
Tjark Bartels (SPD), ehemaliger Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont, spricht bei einer Pressekonferenz im Kreishaus. (© Julian Stratenschulte/dpa)

Der frühere Landrat von Hameln, Tjark Bartels, hat bei einer internationalen Konferenz mit zahlreichen Bürgermeistern in Wien über den psychischen Druck gesprochen, der zunehmend auf Lokalpolitikern laste. Bei der Konferenz am Dienstag stand nicht zuletzt die Wirkung der sozialen Medien im Mittelpunkt. «Ich verstehe nicht, wieso wir es Menschen erlauben, dort alles zu sagen, was sie wollen - auch Lügen und Drohungen - und das ohne Kontrolle», sagte Bartels, der im Oktober als Landrat des niedersächsischen Landkreises Hameln-Pyrmont zurückgetreten war.

«Ich kann viel aushalten, aber es gibt immer ein Limit, was jemand aushalten kann», sagte Bartels, der nach eigenen Angaben im Mai per Mail eine Todesdrohung erhalten hatte. Der 50-Jährige hatte im Missbrauchsfall von Lügde Fehler seiner Behörde eingestanden und musste in diesem Zusammenhang viel Kritik einstecken. «Für mich hat das die Frage aufgeworfen: Kann man Politik machen, wenn man für das Übernehmen von Verantwortung schuldig gesprochen wird? Kann man Politik machen, indem man sich versteckt?»

Bei der Diskussion der Bürgermeister in Wien wurde zudem deutlich, dass die Amtsträger sehr unterschiedlich mit dem auf ihnen lastenden Druck umgehen. Igor Marentič, Bürgermeister der slowenischen Stadt Postojna, erklärte, dass er auf Anfragen und Reaktionen von Medien oder in sozialen Netzwerken nicht antworte. «Es ist einfach nicht hilfreich», so Marentič.

Isabella Conti, Bürgermeisterin der italienischen Stadt San Lazzaro di Savena, setzt dagegen nach eigenen Angaben auf Dialog. «Ich versuche, den Menschen, viel zu erklären, damit sie nicht das Gefühl haben, vor den Kopf gestoßen zu werden», so Conti. «Meine Aufgabe ist es, für alle zu sorgen.»

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